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06.03.2012 von Mat an Alex

und was ist mit den
menschen
die sich wehren
mit worten

die dich bekämpfen
dich zu unterdrücken
versuchen
klein halten?

die den konflikt
lösen
mit worten
ohne gewalt

sind die verrückt?
haben sie es nicht verstanden?
sind das spinner?
naive gläubige?

sind sie wider der natur
die frisst
kämpft
nicht diskutiert

oder morden sie mit worten
machen es eben anders
bist du ehrlicher
mit dem messer

was ist richtig?
dein weg
oder
der von 5000
die stehen gegen 250 nazis

04.03.2012 von Mat an Alex

gedanken gehen
durch den kopf
was ist
wenn alex auch in deren köpfen steckt
die die dort demonstrieren

die das böse sind
deren alex übermächtig ist
der deren ich unterdrückt
die aber eigentlich so nicht sind

was ist
wenn wir alex alle haben
bei manchen ist alex schwach
bei manchen ist er stark

ist alex beeinflußbar
ist alex doch eine manipulierbare
größe
steuerbar durch das lazarus projekt

oder liegt alex in der verantwortung
eines jeden einzelnen
müssen wir ihn kontrollieren
durch uns selber

müssen wir mit alex reden
oder ihn bekämpfen
hat im kampf alex nicht schon gewonnen
hat er es provoziert
und wir fallen rein

26.02.2012 von Mat an Alex

ausschlafen
frühstück
fotografieren gehen
telefonat
büro
viele besucher
hausputz
abendessen
warmer feierabend
talkshow
doorknocking zwecklos
kinderschutz
kindertod

Kommunikation

reden
meinung sagen
ideen haben
meinung haben

schweigen
mauer aufbauen
verharren
stehen bleiben

veränderung wollen
zulassen
mut haben
mauern einreißen

sümpfe trocknen
neue wege gehen
neue wege bauen

schweigen
leiden für viele
lohn für wenige

sprechen ist
kampf
manchmal krieg
manchmal tod

mut zum eigenen tod
um dinge zu ändern
um frieden zu gewinnen

nur ein nichtwissender Bürger

ein präsident der den friedensnobelpreis erhält
und menschen hinrichten lässt

ein papst der verhütung verhindert
und krankheiten verbreitet

ein konzern der uns gesundheitsbetreffende informationen vorenthält
um seinen umsatz zu maximieren

ja ich bin nur ein bürger
ja ich habe keinen einblick
in das was dort gemacht wird
erkenne zusammenhänge nicht
erkenne abhängigkeiten nicht
weiß nicht wo der sinn liegt
warum so entschieden wird

ich weiß auch nicht
ob ich mit meiner kritik
vielleicht sogar mehr schaden anrichte
ob der kollateralschaden
akzeptabel ist
um das große ganze zu erreichen

hier ist es wieder
das grau
die kompromisse die stattfinden

in diesem fall bin ich mir aber nicht sicher
ob der kompromiss
nicht schlecht ist
und ob macht
nur für wenige taugt
die damit tatsächlich umgehen können
weil sie unabhängig sind
und auch so entscheiden
und weil bei allem
der mensch im focus steht

Puppe

kindertraum
kinderwunsch
kinderliebe
kindersehnsucht

mitgeschleppt
hinterhergezogen
bettnachbar
seelentröster

bearbeitet
geschlagen
vernachlässigt
weggeworfen

zimmerecke
dachboden
mülleimer
müllkippe

andere wieder gefunden
ein platz gefunden
erhalten
bewahrt

warum werde ich den eindruck nicht los, dass es manchem kind genauso wie der puppe geht?

Geld oder Leben

wir müssen essen
wir müssen wohnen
müssen zum arzt
sichern uns ab
haben hobbys

geld macht das möglich
fehlendes geld führt zu engpässen
führt zu abhängigkeiten
führt zu schieflagen

das geld bekommen wir beim job
wir geben arbeitskraft
und erhalten im tausch
geld

kein job kein geld
ein guter job, vielleicht viel geld
ein angenehmer job, leicht verdientes geld
ein stressiger job, hart verdientes geld

geld bekommen wir nur im tausch
wir geben kraft
nerven
und manchmal gesundheit

wieviel zugeständnisse ist uns das geld wert
wie wichtig ist uns wohlstand
und wie wichtig ist uns dafür die tauschbedingung
wo liegt die schmerzgrenze

du hast einen stressigen job
du gehst immer wieder an deine grenzen
deine körner werden häufig komplett verbraucht
du kommst nach hause, nur um zu schlafen

der job bleibt nicht auf der arbeitsstelle
du nimmst ihn mit nach hause
er füllt deinen kopf
er füllt deine nacht
unbezahlte arbeit nach dienstschluss

jetzt sind wir zusammen
du erzählst mir vom job
ich sehe wie müde du bist
du frierst

vielleicht ist partnerschaft die lösung
du musst es nicht alleine mit dir ausmachen
du hast in mir ein ventil
kannst last abgeben

partnerschaft heißt teilen
nicht nur gutes
nicht nur last
auch verantwortung

verteilen von last auf vier schultern
um den eigenen druck zu reduzieren
um die gesundheit zu bewahren
um raum zu haben für sich und uns

Schuldig

es lief was schief
vorwürfe gehen hin
vorwürfe gehen her
streit entsteht

versöhnung ist fern
gerade nicht erwünscht
der streit dominiert
will verletzen

einsicht?
was für eine einsicht?
der gegenüber ist schuld
klar, sieht man doch
wie kann man anderer meinung sein

zeit vergeht
aus minuten werden stunden
werden tage
wochen
monate
jahre

abstand entsteht
neue gedanken kommen hinzu
beleuchten dinge anders
beleuchten neu

man reift
reflektiert sich besser
menschen sprechen mit einem
pflanzen neue ideen
neue gedanken

der kopf beginnt zu arbeiten
das gefühl hat sich gewandelt
die erkenntnis keimt
der fehler liegt emotionslos vor einem

schuld war nicht der andere
schuld war man selber
ich war der auslöser

die erkenntnis wiegt schwer
die erkenntnis befreit
ein neuer anlauf ist möglich
es ist nie zu spät

Teufel

teufelchen
teufel im detail
innerer schweinehund
der kleine mann im ohr
die stimme im kopf
er sitzt auf deiner schulter

er bequatscht dich
will dich fehlleiten
will dich verwirren
will dir schaden

freut sich über niederlagen
über gemeinheiten
über trauer
über verletzungen

der teufel will nichts gutes
er ist böse
und
er ist dumm

je mehr er dir schadet
umso mehr verkürzt er damit sein eigenes leben
der teufel ist ein parasit
der dich umbringt
wenn du ihm zuhörst

Schlösser

Schlösser im Leben
keine Luftschlösser
Schlösser, die verschließen
die abschließen
die einengen

Menschen, die einengen
die Verbote aussprechen
die verbieten
die verschließen
Möglichkeiten wegschließen

Menschen, die sich wehren
die Kraft dafür benötigen
die sich aufreiben
die sich einengen lassen
die sich zügeln müssen, um den Schließern zu gefallen

Schlösser sollen zusammenhalten
Schlösser sollen nicht verbieten
Schlösser sind unnötig

Fleisch

Heute stand in der Zeitung, dass in Niedersachsen ein Kaninchen vor den Augen von Schülern, innerhalb einer schulischen Projektwoche, geschlachtet wurde. Das Thema des Projektes war die Steinzeit und ihr Leben. Es geht ein Aufschrei durch die Gazetten. Wie man das machen kann, völlig unverantwortlich Kindern so einen Anblick zuzumuten.

Haaaaallllloooooo! Sind die Kinder dann zu Hause, hat Mutter aber sicherlich schon die Chicken-Nuggets oder die Bratwurst auf dem Tisch stehen. Nur daraus erkennt man kein Tier mehr. Wo leben wir eigentlich?

Will man Fleisch essen, muss man Tiere töten, weil sie nämlich sonst vom Teller rennen bzw. aus der Pfanne springen. Wir kommen also nicht am Töten vorbei, es sei denn wir sind Vegetarier, wobei da auch nicht gesichert ist, wie die Pflanze das findet, wenn wir sie kleinschneiden, um daraus einen Salat zu machen. Nun ja, der Salatkopf kann uns nicht ansehen, ihm fehlen die Augen.

Aber für das Töten gibts eben auch „Spezialisten“, nämlich den Schlachter. Auch damit kommen wir im Alltag nicht in Kontakt. Wir machen uns die Hände nicht schmutzig.

In zunehmenden Maße glaube ich, dass wir Menschen doch die Bodenhaftung verlieren. Wir leben konsumorientiert, wollen alles haben, zu jeder Zeit, zum niedrigsten Preis. Wir wollen aber nicht wissen, wo es her kommt und wenn die Gefahr besteht, das wir uns moralisch mit einer Sache auseinandersetzen müssen, oder wir uns gar die Hände schmutzig machen, gibts dafür irgendeinen Dienstleister, der uns diese Aufgabe abnimmt.
Daraus folgt dann, dass wir unsere Leichen an den Bestatter abgeben, anstatt diese selber zu versorgen, Fleisch gibts mundgerecht in der Kühltheke, so dass wir nicht mehr selber schlachten müssen. Das Gemüse liegt vorbereitet im Regal, damit wir uns die Hände nicht schmutzig machen und die Kuh ist lila. Ja, dann mal guten Appetit.

Kill Team

Ich bin sicherlich kein Befürworter für irgendeine Art der Kriegsführung. Generell halte ich sie für überflüssig. Das gilt für beide Seiten. Wenn Menschen sich vernünftig verhalten, gibts keinen Grund für Gewalt. Andererseits gibts auch schon Gewalt zwischen Kindern und Gewalt scheint zum Menschen dazu zugehören, wenn wir uns die Geschichte ansehen. Auch unsere nächsten biologischen Verwandten sind nicht alle im Kloster groß geworden. Wobei wir, glaube ich, das Thema Kirche hier mal ganz schnell außen vor lassen! Sonst holt mich noch die Inquisition.
Jetzt wird in den Medien gerade das Kill Team aus Afghanistan thematisiert. Eine Art Exzess der Gewalt, indem Zivilisten einfach ermordert werden.

Mmh, aber wundert uns das wirklich? Da werden häufig junge Soldaten in einen Einsatz geschickt, in dem sie jede Minute damit rechnen müssen, dass neben ihnen eine Bombe hoch geht. Sie über Wochen oder sogar Monate unter dauerhaftem Stress stehen, den sie kaum abbauen können. Es reicht nämlich nicht, dass man als Soldat nach Dienstschluss in die Muckibude geht, um dort sein aufgestautes Adrenalin an Hanteln abbaut. Die meisten dieser jungen Männer und Frauen sind in der Phase, wo sie eigentlich, biologisch betrachtet, eine Familie gründen sollten, stattdessen wissen sie nicht, ob die hübsche Frau mit den bernsteinfarbenen Augen und dem langen schwarzen Haaren, die ihnen auf einer Straße im Einsatzgebiet entgegenkommt und die so nett lächelt, nicht vielleicht doch einen Sprengstoffgürtel an ihren einladenen Hüften trägt.
Ein Grundbedürfnis des Menschen nach Vertrauen wird hierbei vollständig untergraben, da ich den Gegenüber nicht einschätzen kann. Generell muss ich nämlich davon ausgehen, dass ich über die Straße gehen kann, ohne das mir einer die Vorderzähne raushaut. Sonst kann ich ja nicht mal bis zur Post gehen, um meine Brief in den Briefkasten zu werfen.

Was folgert nun daraus: Wer sich über das Kill Team aufregt, sollte grundsätzlich beide Seiten betrachten, denn es sind beide Seiten an einem Exzess schuld und beide Seiten sind auch Opfer oder halten sich zumindestens dafür. Ja, und natürlich habe ich auch keine Lösung dafür, wenn es so Machthaber wie Gaddafi gibt, die als Einzelperson es schaffen ein ganzes Volk in den Abgrund zu stoßen. Es gibt sicherlich auch keine Werte innerhalb des Krieges, wie beispielsweise Schießen ist erlaubt, aber nicht den Gegner anspucken oder treten. Auch das funktioniert nur eingeschränkt. Vielmehr sollten wir wieder an uns selber arbeiten und versuchen Menschen mit humanen Werten auszubilden und das beginnt schon in der Erziehung. Wenn ich meinen Kindern den rumbrüllenden, schlagenden Vater vorlebe, kann ich nicht erwarten, dass sie in ihrem Erwachsenenleben, die Lämmer sind.
Es ist nicht das Kill Team was uns aufregt. Es sind wir selber!

Pilz

Der „Strahlenpilz“ wird wohl kaum zu verhindern sein und die verstrahlten Arbeiter im Kraftwerk werden wohl in den kommenden Wochen und Monaten sterben. Ihren Einsatz kann man wohl nicht hoch genug bewerten. Eines der dichtbesiedelsten Ländern der Welt wird wohl der Wohnraum ausgehen oder zumindest wird er für zu viele Menschen enger werden. Und in diesem ganzen Schatten darf sich ein afrikanischer Diktator weiter frei bewegen.
Wir Menschen sind nicht multitaskingfähig, weil wir zwei große aktuelle Probleme nicht parallel lösen können, mal ganz zu schweigen von den vielen, in den letzten Wochen kaum medial zu findenen anderen Probleme.
Was schließen wir daraus: Wir haben eine Welt, viele Probleme und die von uns angestellten Koordinatoren (Politiker) sind überfordert, weil nicht lösungsorientiert. Dann sind mal Menschen aktiv, wie der neue Stasibehördenbeauftragte und schon brüllt einer aus der anderen Ecke: „Der neue Chef ist zu aktiv“. Nur weil er darauf hinweist, dass noch Stasifunktionäre in gehobenen Führungsbereichen tätig seien, was m.E. gar nicht geht.
Vielleicht sollten wir überlegen, ob dieses System mit Politikern wirklich Sinn macht.

Vertrauen?

Gut, ich bin wirklich kein Freund von Frau Merkel, auch wenn sie vielleicht ne ganz intelligente Frau ist. Sie ist Physikerin und sollte die aktuelle Situation eigentlich einschätzen können. Was ich ihr aber nicht mehr abnehme. Vielleicht unterliegt sie dem Druck der Lobby, die Kraftwerke haben will und dafür schön Steuern zahlt, die sie wieder verbraten kann. Vielleicht erfährt sie andersartige Unterstützung von ihnen. Vielleicht ist Atomkraft auch einfach nur eine einfache Energieform, die in großen Mengen an einem Ort produzierbar ist, wenn alles gut geht und die Technik funktioniert.Vielleicht ist ihr die regenerative Energie auch susbekt, weil die Grünen dahinter stecken. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Was mich aber mehr stört ist, das diese Form der Energie gegen Menschleben aufgerechnet wird. Bis wann ist etwas akzeptabel, bis wann nicht. Ja, werden jetzt alle schreien: „Dann dürfen wir auch keine Autos haben.“ Ja richtig, darüber bin ich mir auch klar. Aber mit einem Auto muss keiner fahren und mit einem Flugzeug muss keiner fliegen. Aber atomare Verstrahlung trifft auch die, die nichts damit zu tun haben. Und was in meinen Augen vielmehr wiegt: Es trifft die Menschen, die noch gar nicht geboren sind. Wo bleibt unsere Verantwortung, global betrachtet, für die Generationen nach uns.

kein Zugang

Japan morgens, Japan mittags, Japan abends, Japan nachts. Das Dauerthema ist klar und logisch. Die Medien springen darauf an und bringen immer wieder neue Bilder. Und wir sitzen davor und denken: Gott sei Dank, dass da 8800km zwischen uns liegen. Die explodierenden Atomkraftwerke tun ihr übriges, zumal die Wolke in Richtung USA fliegt, also noch mal weiter weg.
Aus Ereignissen gibt es aber immer wieder auch die Möglichkeit zu lernen. Dinge zu lernen, um zukünftige Ereignisse zu beeinflussen, vielleicht sogar abzumildern. Die Hochhäuser in Tokio wackeln, hier und da fällt mal ein Stein runter, aber sie fallen nicht um. Das war früher anders, als die Hochhäuser gleich mitumgefallen sind. Wozu wir Menschen aber offensichtlich keinen mentalen Zugang haben ist, dass wir Wirtschaftsunternehmen, ab einer bestimmten Größe, Rechte einräumen, die unsere Sicherheit beeinflussen, vielleicht sogar einschränken.
Wir in Deutschland leben auf einer Insel der Glückseligkeit. Beben der Stärke 4 kommen vor, richten aber nicht viel an. Hochwasser geht in der Regel von Regen aus und nicht von Tsunamis und bisher halten unsere Atomkraftwerke. Noch! Bisher sind wir vor diesen Megaereignissen verschont geblieben. Gott sei Dank.
Dagegen weiß der Japaner wo er lebt. Wie kann die Führungsetage dann Wirtschaftsunternehmen zulassen, die solche atomaren Risiken eingeht? Wie kann man davon ausgehen, dass die menschlichen Gedanken, nicht von der Natur überholt werden? Wie können wir glauben, dass wir Naturereignisse vorhersehen können? Wir bemühen ja gerne Statistiken. Beben der Stärke XY kommen alle 100 Jahre vor, aber so lange soll unser Kraftwerk ja gar nicht laufen! Mir fällt dann immer gleich das Buch ein: Mit Statistik lügen…

Eigentlich sollte der Japaner Vorreiter in Sachen Klimapolitik und Energieversorgung sein, weil sie die natürlichen Voraussetzungen dazu haben. Nämlich Erdbeben und damit verbunden mögliche Tsunamis und keine eigenen Bodenschätze. Warum nennt man die drittgrößte Wirtschaftsmacht so, wenn sie darin nicht Vorreiter ist.

Erdbeben und Tsunamis haben auch die Japaner nicht verhindern können. Die Probleme der Atomkraftwerke schon! Warten wir es ab, ob jetzt daraus gelernt wird und hoffen wir nicht, dass wir den Spruch von Frau Merkel „Nach menschlichem Ermessen, sollten unsere Kraftwerke als sicher einzustufen sein“ dauerhaft hören müssen, denn auch das ist bodenlose Arroganz gegenüber Ereignissen, die wir nicht vorhersehen können.

Euch einen guten Wochenstart.

Überheblichkeit

Zur Zeit wird viel über unseren Verteidigungsminister diskutiert. Ob er einen guten Job macht, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir politische Kompetenz. Er kommt zumindest relativ smart rüber. Ich fand gestern allerdings einen Ausspruch eines Rechtswissenschaftlers interessant, den ich hier sinngemäß widergebe: „Vor ein paar Jahren wurde einer Angestellten gekündigt, weil sie ein nicht mehr verwendetes Teilchen, welches in den Müll gewandert wäre, gegessen hatte.“
Hier hat ein Mensch offensichtlich getäuscht und wird nur aufgrund seines Amtes weiterhin gehalten. Was unterscheidet den Minister von der Angestellten? Und ab wann verzeiht man, verzeihen wir, Fehltritte? Hätte die Angestellte ihren Job behalten, wenn sie eine Extrarunde geputzt hätte, nur weil sie dann einen guten Job gemacht hätte?

Und was ist das für ein Bild für und über Wissenschaftler? Mit der universitären Ausbildung, die ich bekommen habe, ist der Faktor Ehre in der Wissenschaft ein traditionelles System, was als Leitfaden für gute Arbeit steht. Wissenschaftler, die offensichtlich betrügen oder Ergebnisse fälschen, gibt es immer wieder. Leider! Sie werden aber, wenn sie auffliegen, rigoros aus dem wissenschaftlichen System entfernt. Und es gibt noch einen Punkt, den wir nicht vergessen dürfen:

Ein Mensch, der in der Öffentlichkeit steht und im öffentlichen Raum handelt, wird auch von der Öffentlichkeit geprüft. Soll heißen, dass in unserer Zeit Fehler irgendwann auffliegen, weil alles digital vorhanden ist. Irgendjemand fängt immer an, irgendetwas zu prüfen. Sei es, dass die Demonstranten bei Stuttgart21 Handybilder der Vorgehensweise der Polizei ins Netz stellen oder Textteile einer Doktorarbeit ganz einfach und digital mal eben mit anderen öffentlich zugänglichen Textteilen abgeglichen werden. Daraus folgert: Wie kann man als öffentliche Person so überheblich sein anzunehmen, dass Handlungen nicht irgendwann auffliegen?

Diskussion

…hier nur der Verweis auf eine intensive Diskussion. Mich würden weitere persönliche Meinungen interessieren. Wie würdet Ihr aus dem Bauch heraus argumentieren? Es geht hier nicht darum etwas zu verbieten, Entscheidungen muss jeder Mensch selber treffen. Mich würde interessieren, wie Ihr entscheiden würdet, wenn Ihr Elton John heißen würdet.

Ei gelegt

Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen Leihmütter bemühen, wenn Homosexuelle Kinder adoptieren. Vieles wird dem Kind, was keine eigenen, körperlichen Eltern hat, gut tun. Sie haben es sicherlich nicht schlecht, vielleicht auch häufig besser als in sogenannten normalen Familien mit Mutter und Vater. Kinder sind flexibel, können sich anpassen. Alles kein Problem.
Womit ich aber ein Problem habe ist, dass Menschen noch im strammen Alter von 63 Jahren meinen ein Kind (Säugling) adoptieren zu müssen, wie unser Herr (Sir) Elton John, das gerade gemacht hat. Wäre er 10, 15 oder gar 20 Jahre jünger, würde ich dazu auch keinen Kommentar abgeben. Es geht mir auch nicht um die Adoption an sich, sondern darum, dass das Kind damit rechnen muss, früh Halbwaise zu werden, da die Lebenszeit unseres brillenliebenden Musikers begrenzt ist. Und hier kommt das eigentliche Problem: Elton John denkt offensichtlich nicht wirklich daran, dass auch sein Leben begrenzt ist. Gut, seine Mutter ist mittlerweile 83 und noch fit, aber davon kann er doch selber nicht ausgehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir ab Mitte 50 ständig über unseren Abgang nachdenken müssen. Worüber wir aber schon nachdenken sollten ist, ob wir und wie wir Langzeitprojekte, wie die Erziehung eines Kindes, regeln wollen, wenn wir vielleicht das Ende des Langzeitprojektes gar nicht mehr selber erleben. Und ob wir damit dem Kind gerecht werden, dass eine Beziehung zu uns aufbaut. Ja, natürlich kann es Jeden früher als erwartet treffen, aber darum geht es hier nicht, denn die Wahrscheinlichkeit des Versterbens ist Jenseits der 60 sicherlich höher als mit 30 oder 40 Jahren.
Müssen wir also alles tun, nur weil wir es können? Ist da nicht zu viel Egoismus im Spiel? Egoismus auf Kosten Anderer, unserer Kinder? Auch wenn Elton eine Dame hat, die die wirkliche Arbeit mit und an dem Kind durchführt, baut das Kind zu ihm eine Beziehung auf.
Na, vielleicht hat er ja Glück und sein Kind geht irgendwann mit ihm neue Brillen kaufen.

Passagiere

Ein Bild an alle Passagiere, die irgendwo auf einem Flughafen oder einem Bahnhof warten müssen, weil sie nicht nach Hause kommen.

holländischer Käse

Unsere Kohlmeise im Garten steht total auf alten Käse und wenn man ihr zu nahe kommt, mault sie.

Wochenendeinstimmung

Da am Wochenende unsere herbstliche Ausstellung (Münster-Nienberge, St. Sebastianpfarrheim) zum Thema „Vergänglichkeit“ stattfindet, hier schon mal ein Bild, was zum Thema passt. Erschreckt nicht, auch auf der Ausstellung wird es vielleicht einen Tabubruch geben.
Abgebildet ist ein Maikäfer, der im Kühlergrill sein Ende gefunden hat.

zu neue Ufern

Gestern habe ich mit wirklich guten und alten Freunden zusammengesessen, vorgestern habe ich mit einem Nochbekannten, der mal ein Freund werden wird, ein längeres Telefonat geführt. Wir sind alle, ich wage es kaum zu sagen, im Mittelfeld unseres Lebens unterwegs. Es sind grundverschiedene Menschen, die einen Naturwissenschaftler, der Andere ein Geistlicher. Interessant war, und da muss ich mich einschließen, dass wir alle an einem Punkt sind, wo wir unseren Status quo überdenken. Es stellen sich Fragen wie:
– Machen wir so weiter, wie bisher?
– Meinen wir jetzt aufsteigen zu müssen, um mitzumischen?
– Entscheiden wir uns dagegen (Aufstieg) und riskieren damit freakig zu werden, weil wir angebliche Chancen nicht nutzen?
– Was sind unsere Prioritäten?

Verschiedene Menschen am gleichen Punkt.

Das krasse Gegenbeispiel heute im geschäftlichen Bereich. Ein langjähriger Geschäftsfreund, unwesentlich älter als wir, hat sich offensichtlich gegen diese Überlegungen entschieden. Wird von der Verwaltung gedrückt und traut sich nicht dagegen anzugehe. Dafür leidet seine Gesundheit.

Ist es das, was wichtig ist: sicheres Gehalt, sichere Rente? Oder sind dann doch menschliche, idielle Aspekte wichtiger, dafür vielleicht finanzielle Sorgen, die man in Kauf nehmen muss. Dieser Gedanke ist vielleicht zu kurz gegriffen, vielleicht zu platt, sicherlich. Tina Dico schreibt von vielen tausend Grauschattierungen zwischen schwarz und weiß.

Aber ich für mich habe mich entschieden und daran arbeite ich. Mein beruflicher Wandel findet dieses Jahr statt, mit all seinen finanziellen Risiken und mit meinen Kindern, die das letztlich mittragen müssen. Meine Prioritäten setze ich neu, auch in menschlicher, idieller Hinsicht. Diese Seite ist davon ein Teil.

Stein im Wasser

Manchmal steht man an einem Punkt, wo man Dinge ändern muss. Natürlich spricht man vom Fels in der Brandung. Der Fels der jedem Unwetter trotzt. Nur, ist Jemandem mal aufgefallen, dass sich Küstenlinien permanent ändern. Der Fels nutzt sich ab, wird kleiner, wird gesprengt, wird abgerieben.

So ist das auch mit uns. Wir sind wie Felsen, groß, meinen die Welt ändern zu können, liegen im Weg, haben Einfluss. Viele werden im Laufe des Lebens auch nur angeschliffen, oder ein wenig abgerieben. Andere dagegen werden gesprengt, werden auf Schlag (einschneidenes Erlebnis) klein, werden geteilt, oder große Stücke werden abgesprengt. Dann werden sie von den Wellen rumgestossen und verfrachtet. Auf einmal sind sie nicht mehr da, wo sie standen. Jetzt müssen sie sich neudefinieren, denn aus einem Küstenfelsen ist vielleicht ein Stein in einem Acker geworden.

Letztlich wird aus jedem Felsen irgendwann ein kleines Sandkorn. Unwichtig, unauffällig, unbedeutend als Einzelnes.

Geborgen…

…in einer Blüte. Die Staubblätter stehen dort, als ob sie von den Blütenblättern geschützt werden. Vielleicht tun sie das auch. Und auch wenn heute viele unserer Zeitgenossen mit breiter Brust und lauten Worten durch die Welt marschieren, brauchen auch diese hin und wieder einen Ort, an dem sie sich zurückziehen können.