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Geld oder Leben

wir müssen essen
wir müssen wohnen
müssen zum arzt
sichern uns ab
haben hobbys

geld macht das möglich
fehlendes geld führt zu engpässen
führt zu abhängigkeiten
führt zu schieflagen

das geld bekommen wir beim job
wir geben arbeitskraft
und erhalten im tausch
geld

kein job kein geld
ein guter job, vielleicht viel geld
ein angenehmer job, leicht verdientes geld
ein stressiger job, hart verdientes geld

geld bekommen wir nur im tausch
wir geben kraft
nerven
und manchmal gesundheit

wieviel zugeständnisse ist uns das geld wert
wie wichtig ist uns wohlstand
und wie wichtig ist uns dafür die tauschbedingung
wo liegt die schmerzgrenze

du hast einen stressigen job
du gehst immer wieder an deine grenzen
deine körner werden häufig komplett verbraucht
du kommst nach hause, nur um zu schlafen

der job bleibt nicht auf der arbeitsstelle
du nimmst ihn mit nach hause
er füllt deinen kopf
er füllt deine nacht
unbezahlte arbeit nach dienstschluss

jetzt sind wir zusammen
du erzählst mir vom job
ich sehe wie müde du bist
du frierst

vielleicht ist partnerschaft die lösung
du musst es nicht alleine mit dir ausmachen
du hast in mir ein ventil
kannst last abgeben

partnerschaft heißt teilen
nicht nur gutes
nicht nur last
auch verantwortung

verteilen von last auf vier schultern
um den eigenen druck zu reduzieren
um die gesundheit zu bewahren
um raum zu haben für sich und uns

Beziehung

man trifft sich
verliebt sich
bleibt zusammen
gründet eine familie

zieht die kinder groß
entfernt sich innerlich voneinander
trennt sich wieder
wie jeder dritte in deutschland

die ehe nur ein temporäres ereignis?
um die fortpflanzung zu sichern?
den arterhalt zu garantieren?
wirtschaftlich die anfangszeit zu stemmen?

fast jeder, der in eine beziehung startet
will eine dauerhafte beziehung
will mit seinem partner alt werden
will nur die liebe des lebens sehen

aber zweidrittel trennen sich nicht
sicherlich nicht immer die idealen partner
sicherlich nicht immer die idealen beziehungen
vielfach stress und abhängigkeiten

es muss auch die frage gestellt werden
ob ein zusammenbleiben gut ist, wenn
die beziehung keine wärme gibt
die beiden sich nicht mehr mögen

ist eine trennung dann nicht ehrlicher
ergeben sich dann nicht neue möglichkeiten
für beide seiten
ein neustart?

aber was ist dann das rezept für beständigkeit?
große worte wie treue?
vertrauen?
aufeinander eingehen?

es sind keine worte
es sind handlungen
es ist das tun
täglich

eine beziehung ist ein gebirge
sonnendurchflutete gipfel und tiefe dunkle täler
bergsteiger haben den höchsten kalorienverbrauch
beziehung ist arbeit
schwerstarbeit

der wille,
den nächsten gipfel gemeinsam zu erreichen
das nächste tal gemeinsam zu durchwandern
um aus dem bergschatten das licht auf dem gipfel zu sehen

Fehler

wir gehen durchs leben
treffen entscheidungen
mal richtige
mal falsche

es ist ein graubereich in dem wir uns bewegen
mal heller
mal dunkler
selten weiß oder schwarz

wir leben mit menschen zusammen
teilen mit ihnen tisch und bett
teilen wünsche und ideen
teilen das leben

diese müssen unsere entscheidungen ertragen
die mal gut
mal falsch sind
die insgesamt ein jein sind

wir erziehen unsere kinder
glauben richtig zu handeln
die richtigen werte zu haben
den richtigen weg zu vermitteln

unsere kinder akzeptieren vieles
übernehmen einiges
lehnen ab
und versuchen eigenes

ein graubereich ist
ein undefinierter bereich
ohne klare regeln
ohne klare vorgaben

es ist ein einlassen
ein beobachten
ein abwägen
ein tolerieren

ein zusammenleben geht hier nur mit vertrauen
das ein plus unter dem strich zu sehen ist
das risiko ist da
täglich, augenblicklich

was ist die alternative?

Betrogen

die eigene beziehung
abgekühlt
wir haben uns nur noch wenig zu erzählen
arbeiten
routine
alltag

abends sind wir kaputt
gehen ins bett
gehen nicht miteinander ins bett
schlafen nebeneinander ein
ein kuss
gute nacht
schlaf gut

würde jemand fragen:
und, liebt ihr euch?
sicher, natürlich
was soll die frage?
es ist die frau meines lebens
wir haben doch kinder miteinander

dann ein auswertstermin
irgendwo
ein hotel
abends alleine
ins bett, nein, zu früh
im fernsehen nur eine talkshow
also an die bar

ein glas zum einschlafen
vielleicht ein gespräch
ein weiteres glas kommt dazu
sie ist auch auf geschäftsreise
hat nichts vor
ist alleine

die gespräche werden persönlicher
schwellen werden abgebaut
der alkohol hilft
man rückt zusammen
der individualabstand wird unterschritten
kein problem
keine ablehnung
gewollt, unterschwellig

irgendwann geht man nach oben
möchtest du noch ein glas bei mir trinken
der kuss ist nahe
die umarmung folgt
der körperliche wunsch wird übermässig

am nächsten morgen
reset
die schwellen sind wieder komplett
man verabschiedet sich
man hat ein schlechtes gewissen

liebe, nein
körperliches verlangen, ja
und zu hause
rede ich darüber
rede ich von dem was passiert ist

werde ich ihr davon erzählen?
wie wird sie reagieren?
wird sie gehen?
es gibt sex und liebe
und es gibt sex ohne liebe
hat sie gesagt

doch das vertrauen ist verletzt
aber liebe ist vertrauen
wenn ich vertraue, erzähle ich ihr davon
wenn sie mir vertraut, gibt sie mir eine chance

ein zweites mal wird es nicht geben
nicht geben dürfen
die chance bekomme ich nur einmal

Medizin

du hustest
schnappst nach luft
luft, die nicht erreichbar ist
deine lunge füllt sich mit flüssigkeit

du erhälst medikamente
wirst mit sauerstoff beatmet
erhälst infusionen
kommst ins krankenhaus

einige tage später bist du wieder zu hause
um einige tage später wieder krank zu sein
du wirst schwächer
die wiederholung wiederholt sich

die ärzte testen
symptome werden analysiert
therapien entworfen
daten erfasst

sie vergessen deine seele
fragen nicht nach deiner geschichte
nach deinem leben
fragen dich nicht

wir gehen
verlieren das vertrauen
glauben nicht, das fakten alles sind
der mensch ist keine zahl

wir ändern alles
gehen weg von der medizin
betrachten deine seele
betrachten dein leben

du wirst stärker
wächst
die luft ist erreichbar
die lunge atmet

Nacht

dunkelheit
keine orientierungspunkte
das auge gleitet ins leere
sucht, ohne halt zu bekommen

geräusche werden lauter
die ohren suchen
der geist möchte orientierung
möchte halt

berührungen werden intensiver
deutlicher
die augen suchen den kontakt
und finden nichts

wir schließen die augen
als ob es dadurch deutlicher wird
die augen, das suchen
lenken ab

irgendwann schließen wir sie ganz
nur noch berührungen
nur noch wärme
spüren wir

wir kuscheln uns aneinander
die dunkelheit ist nicht einsam
wir teilen die nacht
und schlafen ein

Strategie

geplantes verhalten zum erreichen eines zieles
zieldefinierung
planung der operationen
überprüfung der zielerreichung

mittel- bis langfristige planung
bewusstes handeln
vorhersehbare schritte
einkalkulierte massnahmen

kann ich nicht
bin ich nicht
ich unterliege in strategiespielen
ich plane nicht

ist das wahr?
ich habe ziele
will diese erreichen
und arbeite dafür

ich denke nicht zwei schritte voraus
ich denke von schritt zu schritt
der weg ist geschwungen
nicht gerade

ich entscheide aus dem bauch heraus
lasse situationen zu
und entscheide dann
und gerate doch immer wieder in panik

keine effizienz
kein hohes tempo
laufe in fallen
trete in fettnäpfchen

dennoch
das ziel ist da
auch wenn der weg nicht klar ist
strategie?

was ist damit?
es fehlt mir die rationalität
ich bin ein bauchentscheider
negativ?

nein!
ich sehe mehr als andere
weil ich mehr kurven laufen muss
um mehr ecken sehen kann
weil mein weg länger ist

arme strategen!

Freundlichkeit

mürrisches gesicht
nuschelnder ton
nach unten gesenkter kopf
kurze gehackte antworten

der kontakt ist schwer
ein gespräch kaum möglich
ein ungutes gefühl liegt in der luft
harmonie ist nicht zu erkennen

themen können nicht besprochen werden
organisieren fällt schwer
ziele werden nicht erreicht
stillstand wie rost

plötzlich ein ruck
der körper erhält spannung
der kopf wird gehoben
die augen gehen auf

schauen mich an
direkt in meine
der ton wird wärmer
heller
klarer

die worte werden freundlich
sprechen mich an
erreichen mich
auch bei mir ein ruck
rost blättert ab

ein gespräch beginnt

Lassen

seinlassen
dalassen
loslassen
in ruhe lassen
sein lassen

andere beeinflussen
reinreden
unangebrachte kritik äußern
urteile fällen

wir meinen es besser zu wissen
wollen andere daran teilhaben lassen
meinen gutmenschen zu sein
und belasten andere nur

warum wissen wir alles besser
warum meinen wir immer richtig zu liegen
warum laufen alle anderen falsch
wieso wissen sie es nicht besser

wir sind egoistisch
unreflektiert
ohne zurückhaltung

dabei ist wertschätzung
die annahme des anderen
ihn so zu lassen
wie er ist
das sein lassen

Schuldig

es lief was schief
vorwürfe gehen hin
vorwürfe gehen her
streit entsteht

versöhnung ist fern
gerade nicht erwünscht
der streit dominiert
will verletzen

einsicht?
was für eine einsicht?
der gegenüber ist schuld
klar, sieht man doch
wie kann man anderer meinung sein

zeit vergeht
aus minuten werden stunden
werden tage
wochen
monate
jahre

abstand entsteht
neue gedanken kommen hinzu
beleuchten dinge anders
beleuchten neu

man reift
reflektiert sich besser
menschen sprechen mit einem
pflanzen neue ideen
neue gedanken

der kopf beginnt zu arbeiten
das gefühl hat sich gewandelt
die erkenntnis keimt
der fehler liegt emotionslos vor einem

schuld war nicht der andere
schuld war man selber
ich war der auslöser

die erkenntnis wiegt schwer
die erkenntnis befreit
ein neuer anlauf ist möglich
es ist nie zu spät

Teufel

teufelchen
teufel im detail
innerer schweinehund
der kleine mann im ohr
die stimme im kopf
er sitzt auf deiner schulter

er bequatscht dich
will dich fehlleiten
will dich verwirren
will dir schaden

freut sich über niederlagen
über gemeinheiten
über trauer
über verletzungen

der teufel will nichts gutes
er ist böse
und
er ist dumm

je mehr er dir schadet
umso mehr verkürzt er damit sein eigenes leben
der teufel ist ein parasit
der dich umbringt
wenn du ihm zuhörst

Umzug

neue wohnung
neue blicke aus neuen fenstern
neue gerüche
neue geräusche

leben wird eingerichtet
wohnraum wird zum lebensraum
persönlich, privat
raum in dem wir nackt sein können

heimat
wir gehen nach hause
wir sind zu hause
wir schliessen die tür hinter uns

aber zum leben müssen wir das nest verlassen
erhalten wieder neue eindrücke
neue blicke durch andere fenster
wir treffen menschen

auf einmal wird das nest zu eng
die heimat verliert ihren wert
die heimat wird neu definiert
heimat wird neu gestaltet

dann ziehen wir um
dann ziehen wir weiter
dann erscheinen alle erinnerungen wieder
sie erinnern uns an vergangenes

wir missten aus
wir werfen weg
lassen die vergangenheit los
wir schaffen platz für neues
wir gehen ein stück weiter
kommen wieder an
bleiben

vielleicht nur für eine zeit
vielleicht für immer
und in der rückschau werden
vergangene heimaten zu stationen
durchgangsstationen
durchgangsheimaten?

Basis

sie sieht gut aus
bewegt sich elegant
hat charme
hat witz

sie fährt einen sportlichen wagen
sie hat eine helle wohnung
mit teurem teppich
edlen bildern an der wand

sie isst ausgewählte schinkensorten
trinkt edlen wein
trinkt viel davon
das gefühl ist so schön

sie fährt regelmäßig in den urlaub
besondere ziele
besondere menschen
besondere eindrücke

für das leben nach der arbeit
ist gesorgt
es geht weiter
im gleichen stil

ihr leben ist ein bild
ein perfektes bild
ein gemälde
ein kunstwerk für andere

es fehlt nur die wärme
es fehlt die basis
es fehlt das wichtigste
es fehlt das leben

Reden

wir reden, um mit anderen Dinge auszutauschen
wir reden, um von uns zu erzählen
wir reden, um andere zu überzeugen
wir reden, um ziele zu erreichen
wir reden, um freiräume zu erhalten
wir reden, um andere abzulehnen
wir reden, um zu leben

wir reden
so lange, bis wir unsere ziele erreicht haben
so lange, bis uns nichts mehr einfällt
so lange, bis alles gesagt ist
so lange, bis wir zu faul werden zu reden
so lange, bis wir uns nicht mehr hören können

dann schweigen wir
weil wir keine lust mehr auf reden haben
weil wir keine gespräche mehr führen möchten
weil wir dem anderen nichts mehr zu sagen haben
weil wir sein gerede nicht mehr ertragen

wir weichen auseinander
weil der andere immer fremder wird
weil wir zu bequem werden zu reden
weil wir nicht wissen worüber wir reden sollen

weil wir nicht mehr miteinander reden

Krank

Du wirst immer stiller
Deine gerade Haltung verschwindet
Dein Selbstbewußtsein ist weg
Du sinkst in Dich zusammen

Dir ist heiß
Dir ist kalt
Deine Augen schauen müde
Du fühlst Dich schwach
Deine Kräfte sind weg

Ich stehe Dir gegenüber
Ich versuche Dich zu stützen
Dich zu halten

Ich kümmere mich
versuche Dich zu verwöhnen
versuche Dir alles abzunehmen
und kann doch nichts tun

Und Du
Du bist mir ausgeliefert
musst Dich mir schwach geben
bist nicht die Starke,
die Du gerne sein würdest
brauchst Hilfe

Kranksein ist Herausforderung
Kranksein ist Lernen
Kranksein ist Schwäche und Stärke zugleich
Kranksein ist hüllenlos
Kranksein hat keinen Schutzschirm

Gemecker

Gemecker hier
Gemecker da
wir kritisieren
wir lehnen ab

alles ist falsch
die Anderen machen Fehler
unsere Mitmenschen sind unfähig

irgendwie passt nichts richtig zusammen
irgendwie verstehen die Anderen nichts
irgendwie sind alle blöde

nur wir liegen richtig
nur wir machen keine Fehler
nur wir haben den richtigen Gedanken
nur wir verstehen was los ist

Mag alles sein,
aber das Gefühl dazu ist schlecht,
oder wer fühlt sich dabei gut?

Ist das auch Gemecker?

Eintauchen

Wir tauchen ein in die Zeit
wir steigen aus
wir gehen Wege
hinterlassen Spuren

Die Spuren verblassen in der Zeit
sind nur kurz zu sehen
und vergehen

Wir bleiben zurück
schauen
beobachten das Schwächerwerden der Spuren
bis diese verschwunden sind

Erinnerungen in uns bleiben
nicht sichtbar für Andere
Wir versuchen diese
wachzuhalten
uns zu erinnern

Und doch verblassen sie

Verschraubt

das Leben als Weg
dachte es geht immer gerade aus
du hast Ziele
visierst sie an
gehst darauf zu
erreichst diese
fertig

irgendwann kommst du an eine Gabelung
der gerade Weg ist weg
eine Entscheidung muss her
links oder rechts
keiner der Wege zeigt ein Ziel
beide Wege verlaufen in Kurven
haben Sackgassen
führen durch Wälder
durch Gebirge
um Ecken

Angst ist da
der Weg ist nicht absehbar
wie soll ich planen
wenn das Ziel nicht sichtbar ist
kein Selbstvertrauen

dann trifft man Menschen
sie wissen auch nicht wo es hin geht
haben Träume
haben Pläne
haben Ziele

man schließt sich zusammen
läuft gemeinsam
tauscht sich aus
hilft sich

der Weg wird reicher
erfüllter
weil die Zukunft unwichtig ist
das Jetzt ist der Weg

Grafik

Heute mal eine einfache Grafik und eine Einladung zur Vernissage am Freitag 15.7.11

Münster 15.07.-30.07.2011 Ausstellung zum zweijähriges Bestehen des Quartierstützpunktes im La Vie (Gievenbeck)
Einladung

Schaffen

Dinge gestalten, Dinge bauen, Dinge entwerfen, Konstruktionen entwerfen, Bilder schaffen. Allen gemeinsam ist, dass sie eine Basis brauchen auf der sie stehen können und das hat nichts mit einem betonierten Fundament zu tun. Es kann auch eine inhaltliche Basis sein.

Reisen

…denken wir an Reisen, denken wir andere Orte, andere Kulturen. Denken wir an Sommer, Sonne und Flugreisen zu anderen Kontinenten. Es gibt aber auch die Reisen in das eigene Ich. Manchmal ist man überrascht auf was man da alles stösst. Dafür gibt es auch Reiseleiter! Diese Reisen kann man buchen, aber nicht in einem Prospekt.

Achterbahn…

…es gibt Zeiten, da überschlägt sich alles, man steht auf dem Kopf, der Wind bläst einem ins Gesicht, der Magen befindet sich an Stellen, an denen er eigentlich gar nicht sein sollte und dennoch ist ein ganz tiefes gutes Gefühl in allem, was einem Ruhe gibt.

Guten Morgen…

…und einen schönen Tag an alle.

Neugierde

Mit großen Augen durch die Welt zu gehen, scheint vielen Menschen abhanden gekommen zu sein. Sie schauen auf den Boden und nicht nach vorne. Der Wille ist weg. Ja, er mag anstrengend sein, es ist einfacher sich einzurichten, aber ist das nicht zu bequem?