das leben eines malers (hain diekel gewidmet)

gesicht, zerfurcht
gezeichnet
die zeit hineingeschrieben
das leben gespiegelt

sein blick leer
die gedanken weit
nicht hier, abwesend
äußerlich nur hülle

innerlich strömt energie
durchfließen
die gedanken dampfen
brüten, gestalten

der tag neigt sich dem ende
der rotwein bringt farbe
lässt die hülle leben
die gedanken werden unwichtig

nacht
angeregter tiefschlaf
träumt
arbeitet unbewußt

der nächste morgen
eine furche mehr im spiegel
die gedanken werden warm
bis sie qualmen

dann der bruch
der rausch
die farbe auf der leinwand
in stunden

dann leer
ausgemalt
kein gedanke
frieden

und irgendwo
eine kleine idee
die sich aus tüchern
ans licht herausarbeitet

ihn anspricht
bis der prozess
von neuem beginnt
ihn auslaugt