kein Zugang

Japan morgens, Japan mittags, Japan abends, Japan nachts. Das Dauerthema ist klar und logisch. Die Medien springen darauf an und bringen immer wieder neue Bilder. Und wir sitzen davor und denken: Gott sei Dank, dass da 8800km zwischen uns liegen. Die explodierenden Atomkraftwerke tun ihr übriges, zumal die Wolke in Richtung USA fliegt, also noch mal weiter weg.
Aus Ereignissen gibt es aber immer wieder auch die Möglichkeit zu lernen. Dinge zu lernen, um zukünftige Ereignisse zu beeinflussen, vielleicht sogar abzumildern. Die Hochhäuser in Tokio wackeln, hier und da fällt mal ein Stein runter, aber sie fallen nicht um. Das war früher anders, als die Hochhäuser gleich mitumgefallen sind. Wozu wir Menschen aber offensichtlich keinen mentalen Zugang haben ist, dass wir Wirtschaftsunternehmen, ab einer bestimmten Größe, Rechte einräumen, die unsere Sicherheit beeinflussen, vielleicht sogar einschränken.
Wir in Deutschland leben auf einer Insel der Glückseligkeit. Beben der Stärke 4 kommen vor, richten aber nicht viel an. Hochwasser geht in der Regel von Regen aus und nicht von Tsunamis und bisher halten unsere Atomkraftwerke. Noch! Bisher sind wir vor diesen Megaereignissen verschont geblieben. Gott sei Dank.
Dagegen weiß der Japaner wo er lebt. Wie kann die Führungsetage dann Wirtschaftsunternehmen zulassen, die solche atomaren Risiken eingeht? Wie kann man davon ausgehen, dass die menschlichen Gedanken, nicht von der Natur überholt werden? Wie können wir glauben, dass wir Naturereignisse vorhersehen können? Wir bemühen ja gerne Statistiken. Beben der Stärke XY kommen alle 100 Jahre vor, aber so lange soll unser Kraftwerk ja gar nicht laufen! Mir fällt dann immer gleich das Buch ein: Mit Statistik lügen…

Eigentlich sollte der Japaner Vorreiter in Sachen Klimapolitik und Energieversorgung sein, weil sie die natürlichen Voraussetzungen dazu haben. Nämlich Erdbeben und damit verbunden mögliche Tsunamis und keine eigenen Bodenschätze. Warum nennt man die drittgrößte Wirtschaftsmacht so, wenn sie darin nicht Vorreiter ist.

Erdbeben und Tsunamis haben auch die Japaner nicht verhindern können. Die Probleme der Atomkraftwerke schon! Warten wir es ab, ob jetzt daraus gelernt wird und hoffen wir nicht, dass wir den Spruch von Frau Merkel „Nach menschlichem Ermessen, sollten unsere Kraftwerke als sicher einzustufen sein“ dauerhaft hören müssen, denn auch das ist bodenlose Arroganz gegenüber Ereignissen, die wir nicht vorhersehen können.

Euch einen guten Wochenstart.