Schatzkiste

In Gießen habe ich am späten Abend dieses Schaufenster gesehen, ein Modeschaufenster. Dabei fiel mir der Name dieses Ladens auf: „Schatzkiste“. Der Besucher (Kunde) kann hier in einer Schatzkiste einkaufen, weil hier Dinge liegen, die gehoben werden wollen, die gefunden werden wollen, die nicht so offensichtilich im Schaufenster liegen, wie in den allgegewertigen Modekettenläden, den ganzen Outlet-Centern. Wir müssen suchen, um es zu finden, auch wenn wir gar nicht wissen, wonach wir suchen. Es ist auch viel Zufall dabei.
Wir Menschen sind doch ähnlich. Auch wir sind Schatzkisten, nur dass wir häufig Angst haben, in uns rein zu sehen, um den dort liegenden Schatz zu heben. Der Eine merkt, das er ein genialer Jugendfussballtrainer ist, der andere ist ein begnadeter Maler, die Nächste merkt, dass sie eine geniale Mutter ist. Vielleicht gönnen wir uns auch mal den Blick auf uns selber, vielleicht sollten wir uns einfach mal im Spiegel betrachten und unseren Schatz wert schätzen und nicht darauf schauen, was die anderen von uns wollen. Denn durch unseren Schatz haben wir ein (ökonomisch ausgedrückt) Alleinstellungsmerkmal, was uns individuell auszeichnet. Es ist egal was es ist, aber wir können stolz auf unseren persönlichen Schatz sein.
Ein schönes Wochenende an alle, die das lesen.