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Betrogen

die eigene beziehung
abgekühlt
wir haben uns nur noch wenig zu erzählen
arbeiten
routine
alltag

abends sind wir kaputt
gehen ins bett
gehen nicht miteinander ins bett
schlafen nebeneinander ein
ein kuss
gute nacht
schlaf gut

würde jemand fragen:
und, liebt ihr euch?
sicher, natürlich
was soll die frage?
es ist die frau meines lebens
wir haben doch kinder miteinander

dann ein auswertstermin
irgendwo
ein hotel
abends alleine
ins bett, nein, zu früh
im fernsehen nur eine talkshow
also an die bar

ein glas zum einschlafen
vielleicht ein gespräch
ein weiteres glas kommt dazu
sie ist auch auf geschäftsreise
hat nichts vor
ist alleine

die gespräche werden persönlicher
schwellen werden abgebaut
der alkohol hilft
man rückt zusammen
der individualabstand wird unterschritten
kein problem
keine ablehnung
gewollt, unterschwellig

irgendwann geht man nach oben
möchtest du noch ein glas bei mir trinken
der kuss ist nahe
die umarmung folgt
der körperliche wunsch wird übermässig

am nächsten morgen
reset
die schwellen sind wieder komplett
man verabschiedet sich
man hat ein schlechtes gewissen

liebe, nein
körperliches verlangen, ja
und zu hause
rede ich darüber
rede ich von dem was passiert ist

werde ich ihr davon erzählen?
wie wird sie reagieren?
wird sie gehen?
es gibt sex und liebe
und es gibt sex ohne liebe
hat sie gesagt

doch das vertrauen ist verletzt
aber liebe ist vertrauen
wenn ich vertraue, erzähle ich ihr davon
wenn sie mir vertraut, gibt sie mir eine chance

ein zweites mal wird es nicht geben
nicht geben dürfen
die chance bekomme ich nur einmal

Medizin

du hustest
schnappst nach luft
luft, die nicht erreichbar ist
deine lunge füllt sich mit flüssigkeit

du erhälst medikamente
wirst mit sauerstoff beatmet
erhälst infusionen
kommst ins krankenhaus

einige tage später bist du wieder zu hause
um einige tage später wieder krank zu sein
du wirst schwächer
die wiederholung wiederholt sich

die ärzte testen
symptome werden analysiert
therapien entworfen
daten erfasst

sie vergessen deine seele
fragen nicht nach deiner geschichte
nach deinem leben
fragen dich nicht

wir gehen
verlieren das vertrauen
glauben nicht, das fakten alles sind
der mensch ist keine zahl

wir ändern alles
gehen weg von der medizin
betrachten deine seele
betrachten dein leben

du wirst stärker
wächst
die luft ist erreichbar
die lunge atmet

Sterne

es ist tag
ich schaue nach oben
gleichmäßiger blauer himmel
wolken

langsam geht die sonne unter
aus blau wird grau wird dunkel
wird schwarz
die ersten punkte erscheinen

ein blinkendes etwas zieht vorbei
scheinbar lautlos
erst später höre ich den motor
die düsen

menschen
irgendwo hin
urlaub arbeit
in andere länder

das flugzeug ist weg
nichts was das auge ablenkt
nur kleine punkte am himmel
mal unruhig mal ruhig

punkte
zusammengesetzt aus punkten
weit entfernt
für mich unerreichbar

neugierig bin ich schon
andere welten
andere lebewesen
abenteuer

der kontakt
ein erster kontakt
enterprise lässt grüßen
andere lebensformen

ich sitze auf deinem balkon
schaue nach oben
träume in den nachthimmel
male mir dinge aus

du durchbrichst die stille
fragst mich worüber ich grübel
nimmst meine hand
lächelst mich im dunkeln an

und ich weiß
ein schöner traum
eine wunschvorstellung
aber ohne sie würde ich nicht aufbrechen

Strategie

geplantes verhalten zum erreichen eines zieles
zieldefinierung
planung der operationen
überprüfung der zielerreichung

mittel- bis langfristige planung
bewusstes handeln
vorhersehbare schritte
einkalkulierte massnahmen

kann ich nicht
bin ich nicht
ich unterliege in strategiespielen
ich plane nicht

ist das wahr?
ich habe ziele
will diese erreichen
und arbeite dafür

ich denke nicht zwei schritte voraus
ich denke von schritt zu schritt
der weg ist geschwungen
nicht gerade

ich entscheide aus dem bauch heraus
lasse situationen zu
und entscheide dann
und gerate doch immer wieder in panik

keine effizienz
kein hohes tempo
laufe in fallen
trete in fettnäpfchen

dennoch
das ziel ist da
auch wenn der weg nicht klar ist
strategie?

was ist damit?
es fehlt mir die rationalität
ich bin ein bauchentscheider
negativ?

nein!
ich sehe mehr als andere
weil ich mehr kurven laufen muss
um mehr ecken sehen kann
weil mein weg länger ist

arme strategen!

Freundlichkeit

mürrisches gesicht
nuschelnder ton
nach unten gesenkter kopf
kurze gehackte antworten

der kontakt ist schwer
ein gespräch kaum möglich
ein ungutes gefühl liegt in der luft
harmonie ist nicht zu erkennen

themen können nicht besprochen werden
organisieren fällt schwer
ziele werden nicht erreicht
stillstand wie rost

plötzlich ein ruck
der körper erhält spannung
der kopf wird gehoben
die augen gehen auf

schauen mich an
direkt in meine
der ton wird wärmer
heller
klarer

die worte werden freundlich
sprechen mich an
erreichen mich
auch bei mir ein ruck
rost blättert ab

ein gespräch beginnt

Lassen

seinlassen
dalassen
loslassen
in ruhe lassen
sein lassen

andere beeinflussen
reinreden
unangebrachte kritik äußern
urteile fällen

wir meinen es besser zu wissen
wollen andere daran teilhaben lassen
meinen gutmenschen zu sein
und belasten andere nur

warum wissen wir alles besser
warum meinen wir immer richtig zu liegen
warum laufen alle anderen falsch
wieso wissen sie es nicht besser

wir sind egoistisch
unreflektiert
ohne zurückhaltung

dabei ist wertschätzung
die annahme des anderen
ihn so zu lassen
wie er ist
das sein lassen

Schuldig

es lief was schief
vorwürfe gehen hin
vorwürfe gehen her
streit entsteht

versöhnung ist fern
gerade nicht erwünscht
der streit dominiert
will verletzen

einsicht?
was für eine einsicht?
der gegenüber ist schuld
klar, sieht man doch
wie kann man anderer meinung sein

zeit vergeht
aus minuten werden stunden
werden tage
wochen
monate
jahre

abstand entsteht
neue gedanken kommen hinzu
beleuchten dinge anders
beleuchten neu

man reift
reflektiert sich besser
menschen sprechen mit einem
pflanzen neue ideen
neue gedanken

der kopf beginnt zu arbeiten
das gefühl hat sich gewandelt
die erkenntnis keimt
der fehler liegt emotionslos vor einem

schuld war nicht der andere
schuld war man selber
ich war der auslöser

die erkenntnis wiegt schwer
die erkenntnis befreit
ein neuer anlauf ist möglich
es ist nie zu spät

Teufel

teufelchen
teufel im detail
innerer schweinehund
der kleine mann im ohr
die stimme im kopf
er sitzt auf deiner schulter

er bequatscht dich
will dich fehlleiten
will dich verwirren
will dir schaden

freut sich über niederlagen
über gemeinheiten
über trauer
über verletzungen

der teufel will nichts gutes
er ist böse
und
er ist dumm

je mehr er dir schadet
umso mehr verkürzt er damit sein eigenes leben
der teufel ist ein parasit
der dich umbringt
wenn du ihm zuhörst

Umzug

neue wohnung
neue blicke aus neuen fenstern
neue gerüche
neue geräusche

leben wird eingerichtet
wohnraum wird zum lebensraum
persönlich, privat
raum in dem wir nackt sein können

heimat
wir gehen nach hause
wir sind zu hause
wir schliessen die tür hinter uns

aber zum leben müssen wir das nest verlassen
erhalten wieder neue eindrücke
neue blicke durch andere fenster
wir treffen menschen

auf einmal wird das nest zu eng
die heimat verliert ihren wert
die heimat wird neu definiert
heimat wird neu gestaltet

dann ziehen wir um
dann ziehen wir weiter
dann erscheinen alle erinnerungen wieder
sie erinnern uns an vergangenes

wir missten aus
wir werfen weg
lassen die vergangenheit los
wir schaffen platz für neues
wir gehen ein stück weiter
kommen wieder an
bleiben

vielleicht nur für eine zeit
vielleicht für immer
und in der rückschau werden
vergangene heimaten zu stationen
durchgangsstationen
durchgangsheimaten?

Loslassen

vergangenheit
erinnerungen
nicht abgeschlossen
aber vorbei
nicht mehr teil des jetzt

jetzt ist jetzt
mit eigenen abläufen
erfahrungen
entwicklungen

im kopf kommen sie wieder
die erinnerungen
versuchen sich einzumischen
versuchen einfluss zu nehmen
versuchen zu steuern

vergangenheit ist vergangenheit
ist da wo sie ist
im damals
das damals liegt hinter uns
unsere augen sind vorne im gesicht
nicht hinten am kopf

wir schauen nach vorne
unser blickfeld umfasst auch die seite
den menschen, der mit geht
uns begleitet
das blickfeld reicht nicht nach hinten

loslassen heißt auch abschließen
deutlich sagen, dass diese zeit vorbei ist
das sie nicht mehr dazu gehört
als einflussnehmer
nur als erfahrung

der blick nach hinten
verhindert die sicht auf die seite
verhindert die sicht auf das vorne
verhindert das gehen
verhindert das leben

und leben geht vorwärts
nicht rückwärts

Gehen

Wir gehen
geradeaus
voran
immer weiter

Wir gehen alleine
auf uns fixiert
blind für Andere

Wir entscheiden
egoistisch
einsam
ohne Reflexion

Wir haben ein hohes Tempo
eilen
rennen
rasen

Wir schauen zur Seite
da stehen Andere
genauso alleine

Wir gehen zusammen
wir entscheiden zusammen
wir verlangsamen uns

Das Leben wird besser

Krank

Du wirst immer stiller
Deine gerade Haltung verschwindet
Dein Selbstbewußtsein ist weg
Du sinkst in Dich zusammen

Dir ist heiß
Dir ist kalt
Deine Augen schauen müde
Du fühlst Dich schwach
Deine Kräfte sind weg

Ich stehe Dir gegenüber
Ich versuche Dich zu stützen
Dich zu halten

Ich kümmere mich
versuche Dich zu verwöhnen
versuche Dir alles abzunehmen
und kann doch nichts tun

Und Du
Du bist mir ausgeliefert
musst Dich mir schwach geben
bist nicht die Starke,
die Du gerne sein würdest
brauchst Hilfe

Kranksein ist Herausforderung
Kranksein ist Lernen
Kranksein ist Schwäche und Stärke zugleich
Kranksein ist hüllenlos
Kranksein hat keinen Schutzschirm

Gemecker

Gemecker hier
Gemecker da
wir kritisieren
wir lehnen ab

alles ist falsch
die Anderen machen Fehler
unsere Mitmenschen sind unfähig

irgendwie passt nichts richtig zusammen
irgendwie verstehen die Anderen nichts
irgendwie sind alle blöde

nur wir liegen richtig
nur wir machen keine Fehler
nur wir haben den richtigen Gedanken
nur wir verstehen was los ist

Mag alles sein,
aber das Gefühl dazu ist schlecht,
oder wer fühlt sich dabei gut?

Ist das auch Gemecker?

Verschraubt

das Leben als Weg
dachte es geht immer gerade aus
du hast Ziele
visierst sie an
gehst darauf zu
erreichst diese
fertig

irgendwann kommst du an eine Gabelung
der gerade Weg ist weg
eine Entscheidung muss her
links oder rechts
keiner der Wege zeigt ein Ziel
beide Wege verlaufen in Kurven
haben Sackgassen
führen durch Wälder
durch Gebirge
um Ecken

Angst ist da
der Weg ist nicht absehbar
wie soll ich planen
wenn das Ziel nicht sichtbar ist
kein Selbstvertrauen

dann trifft man Menschen
sie wissen auch nicht wo es hin geht
haben Träume
haben Pläne
haben Ziele

man schließt sich zusammen
läuft gemeinsam
tauscht sich aus
hilft sich

der Weg wird reicher
erfüllter
weil die Zukunft unwichtig ist
das Jetzt ist der Weg

Reisen

…denken wir an Reisen, denken wir andere Orte, andere Kulturen. Denken wir an Sommer, Sonne und Flugreisen zu anderen Kontinenten. Es gibt aber auch die Reisen in das eigene Ich. Manchmal ist man überrascht auf was man da alles stösst. Dafür gibt es auch Reiseleiter! Diese Reisen kann man buchen, aber nicht in einem Prospekt.

Achterbahn…

…es gibt Zeiten, da überschlägt sich alles, man steht auf dem Kopf, der Wind bläst einem ins Gesicht, der Magen befindet sich an Stellen, an denen er eigentlich gar nicht sein sollte und dennoch ist ein ganz tiefes gutes Gefühl in allem, was einem Ruhe gibt.

Neugierde

Mit großen Augen durch die Welt zu gehen, scheint vielen Menschen abhanden gekommen zu sein. Sie schauen auf den Boden und nicht nach vorne. Der Wille ist weg. Ja, er mag anstrengend sein, es ist einfacher sich einzurichten, aber ist das nicht zu bequem?

Irisches Gedicht

Nimm dir Zeit um freundlich zu sein,
es ist das Tor zum Glücklichsein.
Nimm dir Zeit um zu träumen,
es ist der Weg zu den Sternen.
Nimm dir Zeit um zu lieben,
es ist die wahre Lebensfreude.
Nimm dir Zeit um froh zu sein,
es ist die Musik der Seele.

Federn zu Berge

Manchen stehen in den heutigen Tagen die Haare zu Berge, aber warum immer nur Haare?? Schönes Wochenende an alle.

Landschaft

…mit einem Weg oder eher ein Blatt. Im Kleinen steckt manchmal auch was Großes.

Urlaub

Es gibt auch bei uns bunte Gegenden, die so völlig anders aussehen, als der Vorgarten unseres Nachbarn, wo auch die Menschen anders ticken, als in unserem Wohnort und wo auch das Essen anders schmeckt, die Luft anders riecht, die Sonne anders scheint und die Geräusche anders klingen. Manchmal ist das gar nicht weit entfernt.

Gleichgültigkeit…

…oder notwendige Härte. Was muss man machen, um seine Ziele zu erreichen? Eine kleine Anregung zum Wochenende!

Darf ich…

…hier landen? Manchmal kommen wir irgendwo hin, wo schon jemand ist. Eigentlich ist kein Platz vorhanden, aber dennoch wollen wir hier hin. Wir können uns mit Gewalt Platz schaffen, wir können uns sukzessive Raum nehmen oder wir fragen einfach, ob wir dürfen. Manchmal macht der Andere dann Platz und wir können uns dazu setzen. Dann sind wir in der Kommunikation mit dem Anderen und manchmal entwickelt sich was daraus.

Kleine Info am Rande: Gestern sind meine Bilder in Paris eingetroffen und werden nun ab dem 1.7. dort für einen Monat ausgestellt. Wer sich über die Gallerie informieren möchte, kann hier klicken: Klick it

Weg gehen…

…oder weiter gehen. Heißt Veränderung auch immer Abschluss von Dingen, das Zurücklassen von Menschen, oder hat man damit nur ein anderes Tempo, welche andere mitgehen können oder nicht? Vielleicht sind dies aber auch nur temporäre Situationen und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind wie eine Ziehharmonika zu sehen, bei denen der eine mal schneller mal langsamer unterwegs ist. Das würde allerdings bedeuten, dass wir alle am Ziel zur gleichen Zeit ankommen, was nicht der Fall ist. Also bedeutet dies, dass wir doch Menschen hinter uns lassen müssen. Die Frage wird dann sein, ob dies in Freundschaft geschieht oder als Bruch sich darstellt.