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Nachdenklich

Nachdenklich steht Birgit auf dem Friedhof. Auch hier ist wieder der Kontrast zwischen Schwangerschaft und Friedhof der Aspekt, der die Spannung ins Bild bringt.

Schwangerschaft

Birgit vor einem Grabstein. Der Kontrast zwischen weißgekleideter werdenden Mutter und dem dunklen Grabstein ist hier bestimmend. Zudem liegt sie schutzlos mit dem Bauch in Richtung Stein.

Eigenlob

„Eigenlob stinkt“ sagt der Volksmund. Gut, dann schiebe ich das Lob auf meinen Kollegen Rüdiger Schwahn, mit dem ich bei den Freien Künstlern in Münster-Nienberge zusammenarbeite. Wir haben von seinen Skulpturen Bilder gemacht und diese bei einem Wettbewerb „Faszination Lesen“ eingereicht. Von den fünf eingereichten Bildern, kamen drei unter die Top 100 bei mehreren hundert Einsendungen insgesamt. Ein schöner Erfolg, wie ich finde.
Wer weitere Bilder/Skulpturen von Rüdiger Schwahn sehen möchte gelangt über den folgenden LINK auf seine Seite.

P.S. Das jetzt hier gezeigte Bild gehört übrigens nicht zu den Gewinnerbildern, sondern ist eine weitere Skulptur von ihm.

Grenzen

Grenzen gibt es nicht nur bei uns im geographischen Sinne, sondern auch bei uns im Kopf. Überschreiten wir diese, begeben wir uns in Bereiche, die kritisch gesehen werden können, wir müssen uns dann der Kritik Anderer aussetzen, die für sich diese Grenzen nicht überschreiten können. Vielleicht macht dies Angst, ich weiß es nicht. Fortschritt im (beispielsweise) wissenschaftlichen Sinne geht aber nur, indem man Grenzen verschiebt. Gleiches gilt für einen selber, in seiner persönlichen Entwicklung. Weiterentwicklung geht mit Grenzüberschreitungen einher. Ähnlich Siddharta (Siddhartha. Eine indische Dichtung von Hermann Hesse), der aneckt, Dinge ausprobiert, Pfade verlässt, um sich weiter zu entwickeln. Dabei geht es nicht darum besser zu werden, im Sinne der Überlegenheit gegenüber anderen Menschen. Es geht vielmehr darum, sich zu komplettieren, seinen Horizont zu erweitern, für sich zu erfahren: Was ist gut, was will ich nicht! Dies anderen Menschen zu sagen, kann zu Ablehnung führen, macht einen selber aber Authentischer, weil mehr Grundlagen da sind.
Wichtig ist, das man dies für sich selber macht. Es geht dabei nicht um die anderen Menschen, sondern um einen selber.

die Rückseite

Viele Dinge erkennt man erst in ihrer Bedeutung, wenn man sich die Rückseite ansieht. Dinge, die von vorne einen schönen Glanz haben, enttäuschen, wenn man sich die Rückseite ansieht. Man sieht den Dingen immer nur ins Gesicht, die Front, die Zeit zeigt einem dann erst, was man hinter dieser Front erfährt. Das ist spannend, keine Frage, kann aber auch enttäuschen. Deshalb ist das Innehalten manchmal ganz sinnvoll.
Ob das bei Schafen auch so ist, muss der Schäfer entscheiden!

Andere Seite von „schlicht“

Als ich das Bild vom Kreuz (5.7.) eingestellt habe, habe ich nachmittags eine Mail von einer Freundin bekommen, die das Bild ebenfalls aufgenommen hatte. Da wir beide in der selben Kirche waren, gibts heute das andere Bild dazu, nämlich nicht zum Kreuz hin, sondern vom Kreuz weg.

Zeit

Als ich mir heute Vormittag überlegte, welches Bild ich hier hochladen möchte, kam mir ein Kollege zuvor, der ein Thema schön auf den Punkt bringt, auch wenn er vielleicht einen anderen Kontext hatte. Sein Thema passt aber ganz gut zu meinem Thema. Es ist ein weiterer Punkt dafür die Postmortemfotografie umzusetzen, da dies für die Angehörigen auch so etwas wie „Zeit anhalten“ bewirkt.

Hier der Link zum Text von Martin Gommel: Vom verrückten Traum, die Zeit anzuhalten

schlicht

Ich finde „schlicht“ ja schön und interessant. Wer aber fotografisch unterwegs ist, weiß, dass die Bilder meist zu voll sind. Mir passiert das auch meist, deshalb freue ich mich immer wieder, wenn es mir gelingt einfache Bilder zu gestalten.
Diese Aufnahme gelang in Wollseifen. Dies ist einer kleiner verlassener Ort im Nationalpark Eifel, der in den Wirren des 2. Weltkriegs verlassen werden musste. Seit dem gibt es einen Verein, der sich dem verlassenen Ort und vor allem der Kirche widmet. Die Kirche ist leer, wurde restauriert und hat heute einen ganz eigenen Charakter.

harmonische Beziehung

Ist es nicht schön, wenn er noch über die Witze von ihr schmunzeln kann! Soll ja nicht bei allen Beziehungen möglich sein.
Jaja, ich hab gut lachen….brüll, kicher

Entsetzt über manchen Zeitgenossen

In den letzten Tagen wurde ein Zeitungsartikel über mich und meine Arbeit als Verstorbenenfotograf in den Westfälischen Nachrichten

LINK: http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/muenster/nachrichten/1341299_Er_macht_das_letzte_Foto_Nienberger_fotografiert_Tote.html

publiziert. Die bisherigen Kommentare dazu waren durchweg positiv. Im Zuge der Verbreitung dieses Angebotes wurden natürlich auch die Hebammen in Münster über dieses Angebot informiert, da es hier nicht nur um das letzte, sondern auch um das erste Bild geht. Ich möchte hier auch auf folgenden Text verweisen

LINK: https://www.fotografie-kreuels.de/wp-content/uploads/2010/06/Das-letzte-BildVersHeb.pdf.

Grundlage für die Adressierung an die Hebammen war folgendes öffentliches Verzeichnis

LINK: http://www.muenster-hebammen.de/downloads/hebammenliste_09_muenster.pdf.

Bisher waren es positive Kommentare bis zum heutigen Nachmittag: Es rief mich eine Hebamme an und beklagte sich bei mir bitterlich. Wie sich in dem Telefonat herausstellte war mein Brief umadressiert worden. Es war nicht mehr sie, an die der Brief gehen sollte, sondern ihr Sohn. Das Furchtbare daran war aber, dass ihr Sohn vor einem Jahr tödlich verunglückt war. Es ging also mein Angebot, verstorbene Kinder zu fotografieren, um den Eltern eine weitere Hilfestellung in der Trauerbewältigung zu bieten, an den verstorbenen Sohn.
Das Entsetzen der Mutter kann ich verstehen. Ich hätte ähnlich gehandelt.
Wer aber das Verzeichnis der Hebammen aus Münster aufmerksam liest wird feststellen, dass dort kein Jungennamen vorkommt. Es handelt sich durchweg um Frauen, die dem Beruf der Hebamme nachgehen. Es muss also jemand bewusst oder hoffentlich unbewusst, die andere Adressierung vorgenommen haben, nur damit der Brief auch zustellbar ist.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich aufgrund meiner Geschichte

LINK: https://www.fotografie-kreuels.de/angebote/beerdigungs-und-verstorbenenfotografie/

außerstande bin so unsensibel zu sein, ist dieser Vorgang für die betroffene Hebamme und Mutter eine Katastrophe.
Das was dieser Hebamme widerfahren ist, kann ich leider nicht ändern. Ich kann lediglich an das Gewissen desjenigen appellieren, der für diesen Vorgang verantwortlich ist.
Diese(r) sollte sich darüber im Klaren sein, was er/sie damit anrichtet. Es geht hier um Menschen, denen man den Boden unter den Füssen weggezogen hat und die einen Weg suchen in ihrem Leben damit klar zu kommen.
Letztlich kann ich nur hoffen, dass dies ein Versehen war, das, wenn auch extrem tragisch, keine Wiederholung erfährt.

Formenreduktion

Heute mal ein schlichtes Motiv mit wenigen Formen. Abgebildet ist eine afrikanische Steinfigur vor einer Jalousie. Das Foto habe ich in s/w überführt und das Bild schief gestellt.

Provokation oder Tabu?

In den letzten Tagen hatte ich eher abstrakte Formen gezeigt. Heute will ich mal ein Thema anschneiden, dass für viele ein Tabu darstellt, obwohl absolut jeder davon betroffen ist, nämlich das eigene Ableben. Gezeigt wird ein Bild eines Grabes, an dem gerade die Trauerfeier beendet wurde. Die Blütenblätter, die die Trauergemeinde in das offene Grab gestreut hat, liegen noch auf dem Boden. Das Grab ist noch offen, es gibt allerdings keinen direkten Blick in das Grab. Jeder weiß allerdings, dass dort ein Sarg liegt.

Darf man das zeigen? Soll man das zeigen? Gibt es Bilder zu diesem Thema? Und warum wird es nicht gezeigt? Hängen wir so sehr an dem Leben, dass dieses Thema für uns nicht angesprochen werden darf? Oder ist die Vorstellung an ein Ende für uns unfassbar? Es wäre sicherlich einfacher, wenn mal jemand zurückkommen würde, um uns zu berichten! Aus persönlichen Gründen ist das sicherlich mein Thema, aber wenn wir mal logisch überlegen, die Emotionen beiseite lassen, denken wir doch viel über einzelne Abschnitte unseres Lebens nach, planen, gestalten, organisieren. Aber irgendwann ist Schluss. Wir geben das Thema ab, geben es in Organisationen, die alles tun, um uns das Ende so angenehm wie möglich zu gestalten. Es bleibt aber ausgeklammert aus der Gesellschaft, an den Rand geschoben. Wir machen die Tür zu und gehen in den Garten, um den Grill anzuschmeißen.

Ja, sicherlich müssen wir dieses Thema nicht ständig bearbeiten, denn dann würden wir über andere Phasen im Leben nicht nachdenken. Ich denke aber, dass das Ende genauso dazu gehört, wie der Anfang und eigentlich müsste es doch die gleiche Gewichtung haben!

Was denkt Ihr?

Neues Gefühl

Heute möchte ich Euch/Ihnen ein Bild einer Skulptur zeigen, dass von einem befreundeten Künstler (Rüdiger Schwahn) geschaffen wurde. Das Bild entstand bei einem Digitalisierungsprojekt seiner Skulpturen und Arbeiten in seinem Studio. Dort und hier in einem Kommentar von ihm, stossen wir immer wieder auf den Stellenwert des Gefühls der erstellten Arbeiten. Das Gefühl in der Arbeit bringt die Tiefe, die wir zur Umsetzung benötigen. Aus meiner Sicht darf man sich aber nicht nur mit den bisher ausgetretenen Pfaden seiner Gefühlswelt beschäftigen, sondern sollte sich zwingend in neue Themen einarbeiten, um auch dort seine Gefühle hineinzuführen. Ich denke, dass die somit entstandenen Gedanken reiner sind, da sie nicht über die Zeit verformt wurden.

Im Laufe des Lebens verändern sich Gefühle zu einem Thema. Das ist nicht schlecht, stellt aber einen anderen Ansatz dar. Dem Künstler bleiben also zwei Wege offen, die wertfrei nebeneinander stehen können:

a) Ich bearbeite ein Thema über einen langen Zeitraum und versuche meine sich verändernden Gefühle umzusetzen, oder

b) ich arbeite mich in ein neues Thema ein und versuche meine neuen, unverbrauchten Gefühle, vielleicht auch ein Stück weit naiv, darzustellen.

Wer welchen Weg geht, ist letztlich egal. Es gibt dabei auch keinen besseren oder schlechteren Aspekt. Wichtig ist mir, dass man sich den Weg nur bewusst macht. Und damit bin ich wieder in dem Text angekommen, den ich über eine Fotografie geschrieben habe. Den Künstler hinter seinen Werken kennen zu lernen, hilft seine Kunst zu verstehen.

Vergänglichkeit

Gestern war wieder unser monatliches Treffen der Künstler aus Nienberge (www.freiekuenstler.de). Neben dem Austausch und dem Fachsimpeln ging es diesmal wieder um die Themenfindung zur nächsten Ausstellung. Voraussichtlicher Termin wird der 30.10-01.11.2010 im katholischen Pfarrheim (St. Sebastian) in Münster-Nienberge sein. Da es eine Gruppenausstellung ist, werden unterschiedliche Künstler zu unterschiedlichen Themen mit unterschiedlichen Arbeiten und Skulpturen daran teilnehmen. Wir stellen uns dabei ein Thema, das aber nicht bearbeitet werden muss, aber kann. Neben einem Themenraum, können thematische Arbeiten allerdings auch überall im Haus gezeigt werden.

Diesjähriges Thema wird die Vergänglichkeit sein. Das Thema orientiert sich bewusst am Feiertag „Allerheiligen“, muss aber nicht zwangsläufig religiös orientiert sein.

Wer Lust hat kann hier seine Idee zu diesem Thema posten. Ich bin gespannt, was Euch/Ihnen einfällt.

Das Bild wurde am 31.10-1.11.2010 auf der Gruppenausstellung der Freien Künstler Nienberge in Münster gezeigt. Thema der Ausstellung: Vergänglichkeit.

Hommage auf meine Frau

Gestern habe ich kinderfrei gehabt und ich hab es ruhiger angehen lassen. Aber wie das bei mir immer so ist, wenn es ruhiger ist, ich schaue zurück, erinnere mich an meine Frau. Ja, sicherlich ist das kein Thema für die Allgemeinheit, aber diese Frau hat mich geformt, mich zu dem gemacht, was ich heute bin, deshalb möchte ich an dieser Stelle an sie erinnern mit einer kleinen Kollage. Und wir sagen, das erst dann jemand vergessen ist, wenn keiner mehr an ihn denkt. Vielleicht trägt dieser Eintrag dazu bei, dies für eine Zeit zu verhindern.

Als wir uns 1993 kennenlernten (im Naturkundemuseum in Münster) lag unser Leben vor uns. Wir waren unbeschwert, hatten Pläne. Schnell sind wir zusammengezogen, haben unser Studium abgeschlossen, haben 1996 geheiratet. Zwischen 1998 und 2007 kamen unsere vier Kinder zur Welt. Vor den Kindern haben wir unser Leben frei und ungezwungen genossen, sind viel gereist, haben viele Dinge ausprobiert. Unsere Idee war es in der Zeit der Kinder es ruhiger angehen zu lassen, sie auf einen guten Weg zu bringen, um danach unsere Träume wieder frei und ungezwungen, ohne Verpflichtungen, zu verwirklichen. Wir hatten unser gemeinsames Leben in drei Phasen aufgeteilt. Jeder Phase sollte ihren eigenen Wert haben.
Phase 1 haben wir gehabt und genossen, Phase 2 haben wir begonnen. Weiter sind wir nicht gekommen, am 17.11.2009 bist Du gestorben.

Sie hat mir immer alle Freiheiten gegeben, hat mich immer unterstützt. Natürlich hat sie auch geschmunzelt, wenn ich verrückte Ideen hatte, wie beispielsweise meine Spinnenfirma 1999 zu gründen. Aber sie hat mich nie von Ideen abgehalten. Durch ihre leise Art hat sie mich geführt, in Dingen bestärkt, mich unterstützt. Aber für sich hat sie viele Dinge leider nicht hinbekommen. Wie schreibt es Renate Folkers über ihre Mutter im Hospizforum:

„[…] Die mir gebliebenen Erinnerungen sind nicht die an eine warmherzige, liebevolle Mutter, sondern an eine sich selbst auf der Suche nach Wärme und Liebe befindliche Frau.

Wenn ich darüber nachdenke, wie Du als gefangene Deiner eingeschränkten Möglichkeiten gelitten haben musst, bricht mir das Herz, weil ich es erst heute begreife. Du hast Dinge hingenommen wie sie waren, hast sie nicht hinterfragt. […]

Dein Selbstwertgefühl, wenig ausgeprägt, immer wieder niedergeknüppelt. Du selbst gabst Dir nicht die Chance auf eine positive Bewertung Deiner eigenen Person. […]“

Auch auf Heike passen diese Worte. Vor ein paar Wochen habe ich alle Bilder, die ich von ihr hatte zusammengestellt, um den Kindern später Bilder ihrer Mutter mit auf den Weg zu geben. Als ich dann gestern die Kollage zusammengestellt habe, waren die ca. 1.000 Bilder eigentlich noch zu wenig. Wahrscheinlich haben wir immer zu wenige Bilder von einem Menschen. Aber das fällt uns erst dann auf, wenn wir keine Weiteren mehr machen können.

Und vielleicht passt genau dieser Eintrag dann doch in diesen Fotoblog. Fotos müssen nicht immer den Anspruch haben, Kunst zu sein oder bestimmte Aussagen/Geschichten darzustellen. Bilder können auch ohne Perfektion Erinnerungen schaffen. Weiterlesen…

The Tube

Gestern war ich im Folkwang-Museum in Essen. Ein klasse Museum, was ich Jedem nur empfehlen kann. Was faszinierend war, waren die Ausstellungsstücke aber auch, und das hat mich fast noch mehr angesprochen, die Menschen, die dort rumliefen. Deshalb bekommt Ihr heute, wenn auch erst am späten Nachmittag, aber schließlich ist ja Wochenende, ein Bild mit Menschen.

Das Bild habe ich in der Tube, Londons U-Bahn, aufgenommen. Vielleicht auch mal ein Bild zum diskutieren und dabei meine ich jetzt nicht technische Details.