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Wochenstart

Heute nur mal ein kleiner Gedanke zum Wochenbeginn, den ich ganz interessant fand:

„Ende gut, alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende.“

Fleisch

Heute stand in der Zeitung, dass in Niedersachsen ein Kaninchen vor den Augen von Schülern, innerhalb einer schulischen Projektwoche, geschlachtet wurde. Das Thema des Projektes war die Steinzeit und ihr Leben. Es geht ein Aufschrei durch die Gazetten. Wie man das machen kann, völlig unverantwortlich Kindern so einen Anblick zuzumuten.

Haaaaallllloooooo! Sind die Kinder dann zu Hause, hat Mutter aber sicherlich schon die Chicken-Nuggets oder die Bratwurst auf dem Tisch stehen. Nur daraus erkennt man kein Tier mehr. Wo leben wir eigentlich?

Will man Fleisch essen, muss man Tiere töten, weil sie nämlich sonst vom Teller rennen bzw. aus der Pfanne springen. Wir kommen also nicht am Töten vorbei, es sei denn wir sind Vegetarier, wobei da auch nicht gesichert ist, wie die Pflanze das findet, wenn wir sie kleinschneiden, um daraus einen Salat zu machen. Nun ja, der Salatkopf kann uns nicht ansehen, ihm fehlen die Augen.

Aber für das Töten gibts eben auch „Spezialisten“, nämlich den Schlachter. Auch damit kommen wir im Alltag nicht in Kontakt. Wir machen uns die Hände nicht schmutzig.

In zunehmenden Maße glaube ich, dass wir Menschen doch die Bodenhaftung verlieren. Wir leben konsumorientiert, wollen alles haben, zu jeder Zeit, zum niedrigsten Preis. Wir wollen aber nicht wissen, wo es her kommt und wenn die Gefahr besteht, das wir uns moralisch mit einer Sache auseinandersetzen müssen, oder wir uns gar die Hände schmutzig machen, gibts dafür irgendeinen Dienstleister, der uns diese Aufgabe abnimmt.
Daraus folgt dann, dass wir unsere Leichen an den Bestatter abgeben, anstatt diese selber zu versorgen, Fleisch gibts mundgerecht in der Kühltheke, so dass wir nicht mehr selber schlachten müssen. Das Gemüse liegt vorbereitet im Regal, damit wir uns die Hände nicht schmutzig machen und die Kuh ist lila. Ja, dann mal guten Appetit.

Kill Team

Ich bin sicherlich kein Befürworter für irgendeine Art der Kriegsführung. Generell halte ich sie für überflüssig. Das gilt für beide Seiten. Wenn Menschen sich vernünftig verhalten, gibts keinen Grund für Gewalt. Andererseits gibts auch schon Gewalt zwischen Kindern und Gewalt scheint zum Menschen dazu zugehören, wenn wir uns die Geschichte ansehen. Auch unsere nächsten biologischen Verwandten sind nicht alle im Kloster groß geworden. Wobei wir, glaube ich, das Thema Kirche hier mal ganz schnell außen vor lassen! Sonst holt mich noch die Inquisition.
Jetzt wird in den Medien gerade das Kill Team aus Afghanistan thematisiert. Eine Art Exzess der Gewalt, indem Zivilisten einfach ermordert werden.

Mmh, aber wundert uns das wirklich? Da werden häufig junge Soldaten in einen Einsatz geschickt, in dem sie jede Minute damit rechnen müssen, dass neben ihnen eine Bombe hoch geht. Sie über Wochen oder sogar Monate unter dauerhaftem Stress stehen, den sie kaum abbauen können. Es reicht nämlich nicht, dass man als Soldat nach Dienstschluss in die Muckibude geht, um dort sein aufgestautes Adrenalin an Hanteln abbaut. Die meisten dieser jungen Männer und Frauen sind in der Phase, wo sie eigentlich, biologisch betrachtet, eine Familie gründen sollten, stattdessen wissen sie nicht, ob die hübsche Frau mit den bernsteinfarbenen Augen und dem langen schwarzen Haaren, die ihnen auf einer Straße im Einsatzgebiet entgegenkommt und die so nett lächelt, nicht vielleicht doch einen Sprengstoffgürtel an ihren einladenen Hüften trägt.
Ein Grundbedürfnis des Menschen nach Vertrauen wird hierbei vollständig untergraben, da ich den Gegenüber nicht einschätzen kann. Generell muss ich nämlich davon ausgehen, dass ich über die Straße gehen kann, ohne das mir einer die Vorderzähne raushaut. Sonst kann ich ja nicht mal bis zur Post gehen, um meine Brief in den Briefkasten zu werfen.

Was folgert nun daraus: Wer sich über das Kill Team aufregt, sollte grundsätzlich beide Seiten betrachten, denn es sind beide Seiten an einem Exzess schuld und beide Seiten sind auch Opfer oder halten sich zumindestens dafür. Ja, und natürlich habe ich auch keine Lösung dafür, wenn es so Machthaber wie Gaddafi gibt, die als Einzelperson es schaffen ein ganzes Volk in den Abgrund zu stoßen. Es gibt sicherlich auch keine Werte innerhalb des Krieges, wie beispielsweise Schießen ist erlaubt, aber nicht den Gegner anspucken oder treten. Auch das funktioniert nur eingeschränkt. Vielmehr sollten wir wieder an uns selber arbeiten und versuchen Menschen mit humanen Werten auszubilden und das beginnt schon in der Erziehung. Wenn ich meinen Kindern den rumbrüllenden, schlagenden Vater vorlebe, kann ich nicht erwarten, dass sie in ihrem Erwachsenenleben, die Lämmer sind.
Es ist nicht das Kill Team was uns aufregt. Es sind wir selber!

gestolpert

Menschen haben Ideen, Vorstellungen und Leitlinien. Zumindest sollte man diese haben, um strukturiert handeln zu können! Interessant ist, dass viele davon nur Theorie zu sein scheinen und ab und an von der Realität überholt werden. CDU und FDP haben nicht nur am Wochenende eine Wahlschlappe eingefahren, sondern es geht auch um die inhaltliche Ausrichtung ihrer Arbeit. Sicherlich hat Japan die Tendenz verstärkt und den Grünen mehr Prozent zugeschwemmt, als zu erwarten war, dennoch haben die Menschen eine klare Richtung vorgegeben. Auch klar ist, das Menschen manipulierbar sind und die Gefahr besteht, dass irgendwann auch wieder anders entschieden wird, sicherlich aber nicht mehr im Sinne der Atomkraft. Und das ist gut so. Auch wenn die Grünen manchmal chaotisch sind und Dinge nicht umsetzen können, hat ihre Arbeit in den letzten Jahrzehnten zumindest diesen einen Erfolg gehabt. Und wenn das vielleicht Millionen Menschen in Europa hilft, hat diese Partei ihre Existenz allein dadurch schon gerechtfertigt.

Aufstehen

Gestern Abend war ich auf einem Vortrag eines Freundes und Geschäftskollegen. Er hat viele Jahre in der Kirche gearbeitet und viel bewegt. Die Kirche hat es letztlich nicht gesehen, was er alles bewirkt hat, welche Qualität er in die Gemeindearbeit eingebracht hat und ließ ihn gehen. Und nicht nur das, sondern hat ihn eher rausgetrieben, weil die Zustände für ihn nicht mehr akzeptabel waren. Er wurde immer kränker aufgrund der Situation.
Viele Abende haben wir immer wieder dieses Thema besprochen, versucht eine Linie hineinzubekommen, vielleicht sogar eine Lösung zu generieren. Letztlich reifte in ihm der Entschluß einen Vortrag zu den Mißständen in der Kirche zu halten. Öffentlich auszusprechen, was bisher hinter vorgehaltener Hand, im Hinterzimmer, getuschelt wurde. Als Ort hat er den Raum gewählt, den ihn belastet hat, nämlich seine eigene Ex-Gemeinde. Er hat sich als Einzelperson in seinem Vortrag vielen Menschen gestellt. Die Gefahr war groß, dass der Konflikt eskalieren würde. Alleine hätte er dann einer Menschenmenge gegenüber gestanden. David gegen Goliath.
Das Gegenteil ist eingetreten. Der Saal war gut zu 2/3 gefüllt. Viele Interessierte folgten seinen Ausführungen. Wer fehlte waren die Menschen der Kirchenleitung.
Viele haben es nicht geschafft einem Einzelnen gegenüber zu treten.
In meinen Augen hat er den Konflikt für sich entschieden und das wissen jetzt auch die Menschen in der Gemeinde. Wie kann eine Gemeindeleitung jetzt noch ihre Gemeinde leiten?

Venezianischer Spiegel

eine Tür mit einem Spiegel
wir gehen zur Tür
bleiben stehen bis wir durchgehen
irgendwann

durchgegangen ohne Weg zurück
nur der Blick ist möglich
Blick durch den venezianischen Spiegel
Blick auf die alte Welt
beobachten

die Anderen stehen vor der Tür
Schritt nicht gemacht
Blick in den Spiegel
Blick ins eigene Gesicht
kein Durchblick

Tanzen

Das eine Thema ebbt ab, Japan ist kaum noch Thema, dafür flutet Libyien. Für ein paar Tage und dann geht es zum nächsten Thema. Wir tanzen jede Neuigkeit. Wird die Neuigkeit langweilig, dann geht es zum nächsten Thema.
Aber sind wir eigentlich schon mit Japan fertig? Ist das AKW kalt, die Radioaktivität ist weg, haben alle ein neues zu Hause, ist die Infrastruktur repariert. Ich glaube nicht, auch wenn ich heute noch keine Nachrichten gehört habe.

Das sind Themen, die uns nicht unmittelbar betreffen, außerdem sind sie ja weit weg. Und was ist mit uns? Wir hören sie uns gerne an die News. Sitzen mit Chips und Bier vor dem Fernseher und denken: Och, was haben die Leute doch für ein Pech. Dann nehmen wir den nächsten Schluck aus der Pulle und kauen genüßlich auf den Chips. Langweilt uns der Gegenüber irgendwann eigentlich auch? Muss er dann ausgetauscht werden gegen einen neuen Menschen? Manchmal sieht man da schon Parallelen.

Aber vielleicht ist ja gar nicht das Thema oder der Gegenüber das Problem, sondern wir. Wir können uns in Japan immer noch einbringen. Wir können beispielsweise anbieten Japaner hier unter zu bringen, bis das Gröbste erledigt ist, so dass sie dann wieder zurück können. Wir können uns auch beim Partner einbringen. Wir können neue Dinge ausprobieren, neuen Wind ins alte Segelwerck pusten. Es ist wie immer: Wir müssen den Arsch hoch kriegen, sonst tut sich nix. Und den Arsch hoch kriegen heißt manchmal: zu denken beginnen, diskutieren, Meinung äußern. Danach kann man dann anfangen diese umzusetzen.

Wohin geht das Geld?

Vor ein paar Tagen haben die Japaner die Banken geschlossen, weil in Tokio die Menschen binnen zweier Stunden 7 Mrd. Yen abgehoben haben. Ein Euro sind ca. 110 Yen. Das entspricht ungefähr 63 Mio €. 63 Mio € binnen weniger Stunden, „nur“ um Nahrungsmittel und Treibstoff einzukaufen. Japan gehört zu den reichsten Ländern der Welt und ist die drittstärkste Wirtschaftsmacht. Sein Exportumsatz liegt bei 550 Mrd. $.
Jetzt werden die Deutschen und andere Länder dazu aufgerufen Geld für Japan zu spenden. Warum eigentlich? Dieses Geld wird doch dazu eingesetzt Hilfsgüter einzukaufen, Hilfe vor Ort zu bezahlen, wenn ausländische Organisationen dort helfen. Japan kann also von dem Geld die Hilfe bezahlen. Ich habe nichts gegen Hilfe. Jeder soll soviel Hilfe bekommen, wie er benötigt, das steht außer Frage.
Jetzt bin ich aber mal naiv: Warum bekommen die Japaner nicht direkt die Güter die sie benötigen? Wer bekommt all dieses Geld in die Hände und verdient mit? Warum hat ein Land, das sowohl theoretisch als auch praktisch die Möglichkeit hätte finanziell für eine Katastrophe vorzusorgen, zumal man ja weiß wo man wohnt, dies nicht gemacht?

verschachtelt

In den letzten Tagen habe ich mich immer wieder zu Japan und den Politikern geäußert. Normalerweise bin ich gar nicht so politisch, ich habe auch nicht wirklich ausreichend Ahnung zum Thema Politik, andererseits bewegt mich dieses Thema, so dass ich auch heute nicht daran vorbei komme. Täglich schaue ich mir die News auf N24 an, um weitere Infos zu bekommen. Dabei geht es mir nicht darum, ob mich hier eine Gefahr von Seiten Japan erwartet, ich kaufe keine Jodtabletten und einen Geigerzähler habe ich auch nicht. Ob das fahrlässig, bei einer Verantwortung für vier Kindern, ist, oder nicht, weiß ich nicht. Es ist einfach so im Augenblick.
Was mir zunehmend klar wird, ist, wie kompliziert alles ist. Alles ist irgendwie ineinander verschachtelt, zeigt gegenseitige Abhängigkeiten, ist aufeinander angewiesen. Wir fordern aber von unseren Politikern dies alles auseinander zu pflücken, zu analysieren, möglichst bevor es passiert ist und sie sollen gleichzeitig adäquate Lösungen vorstellen, die, und jetzt wirds wieder kompliziert, möglichst allen Interessen entsprechen sollen. Mmmh, wie soll das gehen?
Was mir aber klar ist, ist, dass Politiker das Volk vertreten sollen. Und schon wieder wirds kompliziert: Sie sollen für das Volk entscheiden, im Sinne des Volkes. Wir, das Volk, sind aber abhängig von Informationsquellen, die unsere Meinung formen. Wir fordern also das, was wir aus den uns vorliegenden Informationen, als Richtig erachten. Aber auch hier wirken alle möglichen Strömungen aufeinander ein. Theoretisch müsste also jeder von uns, zu jedem Thema eine halbe Bibliothek an Informationen sichten, bevor wir dazu eine Meinung äußern können, die wir den Politikern vortragen können. Bewegen sich viele Meinungsäußerungen, auf der Grundlage unserer unabhängigen Erarbeitungen, in eine Richtung, sollte der Politiker dies umsetzen. Soweit die Theorie.
Faktisch sind wir medial manipulierbar. Das weiß auch ein Politiker. Er wird also, wenn er ein wenig intelligent ist, auch gegen Strömungen anarbeiten, wenn er weiß, dass diese manipuliert sind. Damit hat er die Masse gegen sich und wird vielleicht nicht wieder gewählt, wobei es ja sein Job ist, gewählt zu werden, weil er davon auch lebt und seine Familie ernährt.
Alles ziemlich kompliziert.
Das System kann also nur, im Sinne des Politikers, funktionieren, wenn der nach dem Mund des Volkes redet, was teilweise ok ist, teilweise aber auch Probleme beinhaltet, wie oben schon gesagt. Letztlich kann, wenn er rückgratlos ist und er sein Fähnchen nach dem Wind ausrichtet, alles für ihn gut laufen, ansonsten wird er nicht gewählt. Ob dadurch eine Weiterentwicklung möglich ist? Wo liegt also die Lösung? Was soll er wie und wo vertreten? Geht er nur nach der Mehrheit oder entscheidet er auch im Sinne von Minderheiten? Was aber wohl klar sein sollte, ist, dass er im Sinne des Volkes entscheiden sollte und nicht im Sinne derjenigen, die das Volk, aufgrund ihrer Position, beeinflussen können. Sich davon abzugrenzen, erscheint mir eine ziemlich schwierige Aufgabe für einen Politiker zu sein. Für mich folgert daraus, dass wir ihnen helfen müssen, indem wir aktiv werden, auf die Straße gehen, unserer Meinung kund tun, damit sie uns hören. Eine faule, gelangweilte Gesellschaft bekommt auch die passenden Politiker. Eine Gesellschaft, die sich für diese Themen interessiert, wird sich auch die passenden Politiker wählen.

Vertrauen?

Gut, ich bin wirklich kein Freund von Frau Merkel, auch wenn sie vielleicht ne ganz intelligente Frau ist. Sie ist Physikerin und sollte die aktuelle Situation eigentlich einschätzen können. Was ich ihr aber nicht mehr abnehme. Vielleicht unterliegt sie dem Druck der Lobby, die Kraftwerke haben will und dafür schön Steuern zahlt, die sie wieder verbraten kann. Vielleicht erfährt sie andersartige Unterstützung von ihnen. Vielleicht ist Atomkraft auch einfach nur eine einfache Energieform, die in großen Mengen an einem Ort produzierbar ist, wenn alles gut geht und die Technik funktioniert.Vielleicht ist ihr die regenerative Energie auch susbekt, weil die Grünen dahinter stecken. Vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Was mich aber mehr stört ist, das diese Form der Energie gegen Menschleben aufgerechnet wird. Bis wann ist etwas akzeptabel, bis wann nicht. Ja, werden jetzt alle schreien: „Dann dürfen wir auch keine Autos haben.“ Ja richtig, darüber bin ich mir auch klar. Aber mit einem Auto muss keiner fahren und mit einem Flugzeug muss keiner fliegen. Aber atomare Verstrahlung trifft auch die, die nichts damit zu tun haben. Und was in meinen Augen vielmehr wiegt: Es trifft die Menschen, die noch gar nicht geboren sind. Wo bleibt unsere Verantwortung, global betrachtet, für die Generationen nach uns.

kein Zugang

Japan morgens, Japan mittags, Japan abends, Japan nachts. Das Dauerthema ist klar und logisch. Die Medien springen darauf an und bringen immer wieder neue Bilder. Und wir sitzen davor und denken: Gott sei Dank, dass da 8800km zwischen uns liegen. Die explodierenden Atomkraftwerke tun ihr übriges, zumal die Wolke in Richtung USA fliegt, also noch mal weiter weg.
Aus Ereignissen gibt es aber immer wieder auch die Möglichkeit zu lernen. Dinge zu lernen, um zukünftige Ereignisse zu beeinflussen, vielleicht sogar abzumildern. Die Hochhäuser in Tokio wackeln, hier und da fällt mal ein Stein runter, aber sie fallen nicht um. Das war früher anders, als die Hochhäuser gleich mitumgefallen sind. Wozu wir Menschen aber offensichtlich keinen mentalen Zugang haben ist, dass wir Wirtschaftsunternehmen, ab einer bestimmten Größe, Rechte einräumen, die unsere Sicherheit beeinflussen, vielleicht sogar einschränken.
Wir in Deutschland leben auf einer Insel der Glückseligkeit. Beben der Stärke 4 kommen vor, richten aber nicht viel an. Hochwasser geht in der Regel von Regen aus und nicht von Tsunamis und bisher halten unsere Atomkraftwerke. Noch! Bisher sind wir vor diesen Megaereignissen verschont geblieben. Gott sei Dank.
Dagegen weiß der Japaner wo er lebt. Wie kann die Führungsetage dann Wirtschaftsunternehmen zulassen, die solche atomaren Risiken eingeht? Wie kann man davon ausgehen, dass die menschlichen Gedanken, nicht von der Natur überholt werden? Wie können wir glauben, dass wir Naturereignisse vorhersehen können? Wir bemühen ja gerne Statistiken. Beben der Stärke XY kommen alle 100 Jahre vor, aber so lange soll unser Kraftwerk ja gar nicht laufen! Mir fällt dann immer gleich das Buch ein: Mit Statistik lügen…

Eigentlich sollte der Japaner Vorreiter in Sachen Klimapolitik und Energieversorgung sein, weil sie die natürlichen Voraussetzungen dazu haben. Nämlich Erdbeben und damit verbunden mögliche Tsunamis und keine eigenen Bodenschätze. Warum nennt man die drittgrößte Wirtschaftsmacht so, wenn sie darin nicht Vorreiter ist.

Erdbeben und Tsunamis haben auch die Japaner nicht verhindern können. Die Probleme der Atomkraftwerke schon! Warten wir es ab, ob jetzt daraus gelernt wird und hoffen wir nicht, dass wir den Spruch von Frau Merkel „Nach menschlichem Ermessen, sollten unsere Kraftwerke als sicher einzustufen sein“ dauerhaft hören müssen, denn auch das ist bodenlose Arroganz gegenüber Ereignissen, die wir nicht vorhersehen können.

Euch einen guten Wochenstart.

aufwärmen

Es wird wärmer, die ersten Kollegen sitzen in der Sonne und versuchen sich aufzuwärmen. Achtet mal drauf. Auch wenn wir alle klagen, dass es uns jetzt echt reicht mit der Kälte und dem trüben Wetter, müssen wir mal überlegen, ob wir das nicht jedes Jahr sagen. Vielleicht wäre es in den kommenden warmen Monaten mal sinnvoll, sich eine Strategie zu überlegen, wie wir besser durch den kommenden Winter kommen. Und damit meine ich nicht Pillen, Schönheitsfarmen und verschriebene Sonnenscheintherapien unter künstlichen Sonnen. Ich kenne einen netten Landwirt, der immer im Sommer die neuen Heizungen kauft. Er nennt das antizyklische Strategie. Dinge dann tun oder kaufen, wenn kein Mensch wirklich darüber nachdenken will. Natürlich fällt uns das schwer über Kälte nachzudenken, wenn draußen bei strahlend blauem Himmel das Thermometer 25 Grad anzeigt, aber vielleicht ist das auch unser Problem, das wir nicht über Dinge nachdenken wollen, die uns scheinbar belasten. Anders herum können wir auch argumentieren, das das frühzeitige Nachdenken über belastene Dinge, die Schwere dieser Dinge nimmt. Und eigentlich müsste Vieles dann auch leichter werden.
Euch ein schönes Wochenende.

trüber Blick

Karneval ist vorbei. Die Jecken tragen Trauer, und vielleicht hat manch einem der übermäßige Konsum den Blick vernebelt. Gefeiert wird gerne und das ist auch gut so und soll nicht anders sein. Sind wir denn auch in der Lage danach inne zu halten? Dies ist kein Aufruf zur Fastenzeit, aber ein kleiner Denkanstoss, auch die andere, ruhigere Seite ernst zu nehmen.

weiterdrehen

Ich hoffe, alle sind aus den chaotischen Tagen gut herausgekommen bzw. stecken wahrscheinlich noch hoffnungslos drin. Heute gibts ein paar Neuigkeiten:

Zuerst möchte ich auf einen dichten und interessanten Film auf Youtube hinweisen, der den Tod behandelt. Eine Mönch berichtet darüber. Ist wirklich sehenswert.

Dann wird vielleicht der eine oder andere neben dem Facebook-Button am Ende des Textes einen neuen grünen Button (Flattr) finden. Das ist ein neues System, das ich als kleiner Bilder- und Textblogger jedem ans Herz legen möchten. Der Sinn dahinter ist, dass wir, die wir Texte schreiben, dafür in der Regel nichts bekommen, es sei denn, wir werden beauftragt, was aber nie vorkommt. Mit dem Flattr-Button hat man nun die Möglichkeit einem Blogger anonym Geld zuzuspielen, wenn einem der Text gefällt. Die Höhe des Betrages bestimmt jeder selber, der an diesem System teilnimmt. Um das hier nicht umständlich erklären zu müssen, verweise ich auf den nachfolgenden Link. Ich finde, dass die Idee des sozialen Netzwerkes damit optimal umgesetzt wird, denn nicht nur der Leser gibt damit Geld, sondern auch derjenige hat in das System einzuzahlen, der, wie beispielsweise ich, dieses System nutzen möchte. Geld wird also umgeschichtet!

Und zu guter Letzt, möchte ich hier einen aktuellen Zeitungsartikel VAZ 03.03.2011 von mir vorstellen, der ausnahmsweise mal nicht über eine Ausstellung geht, sondern über meinen aktuellen Vortrag.

Das Bild ist übrigens ein Drahtspanner von einer Kuhweide.

Lumo 2

Gesehen auf einer Ausstellung. Hintergrund und Person passen ganz gut in ihrer Aussage zueinander, wobei sie in diesem Fall nicht aufeinander bezogen waren. Also ein pures Zufallsprodukt.

Ein neuer Artikel über meinen aktuellen Vortrag:
Verdener Nachrichten 02.03.2011

Überheblichkeit

Zur Zeit wird viel über unseren Verteidigungsminister diskutiert. Ob er einen guten Job macht, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir politische Kompetenz. Er kommt zumindest relativ smart rüber. Ich fand gestern allerdings einen Ausspruch eines Rechtswissenschaftlers interessant, den ich hier sinngemäß widergebe: „Vor ein paar Jahren wurde einer Angestellten gekündigt, weil sie ein nicht mehr verwendetes Teilchen, welches in den Müll gewandert wäre, gegessen hatte.“
Hier hat ein Mensch offensichtlich getäuscht und wird nur aufgrund seines Amtes weiterhin gehalten. Was unterscheidet den Minister von der Angestellten? Und ab wann verzeiht man, verzeihen wir, Fehltritte? Hätte die Angestellte ihren Job behalten, wenn sie eine Extrarunde geputzt hätte, nur weil sie dann einen guten Job gemacht hätte?

Und was ist das für ein Bild für und über Wissenschaftler? Mit der universitären Ausbildung, die ich bekommen habe, ist der Faktor Ehre in der Wissenschaft ein traditionelles System, was als Leitfaden für gute Arbeit steht. Wissenschaftler, die offensichtlich betrügen oder Ergebnisse fälschen, gibt es immer wieder. Leider! Sie werden aber, wenn sie auffliegen, rigoros aus dem wissenschaftlichen System entfernt. Und es gibt noch einen Punkt, den wir nicht vergessen dürfen:

Ein Mensch, der in der Öffentlichkeit steht und im öffentlichen Raum handelt, wird auch von der Öffentlichkeit geprüft. Soll heißen, dass in unserer Zeit Fehler irgendwann auffliegen, weil alles digital vorhanden ist. Irgendjemand fängt immer an, irgendetwas zu prüfen. Sei es, dass die Demonstranten bei Stuttgart21 Handybilder der Vorgehensweise der Polizei ins Netz stellen oder Textteile einer Doktorarbeit ganz einfach und digital mal eben mit anderen öffentlich zugänglichen Textteilen abgeglichen werden. Daraus folgert: Wie kann man als öffentliche Person so überheblich sein anzunehmen, dass Handlungen nicht irgendwann auffliegen?

Lumo 1

In den kommenden Wochen, Monaten, Jahren werde ich immer mal wieder Zufallsbilder vorstellen. Diese Bilder werden ohne Vorbereitung geschossen. Dazu hänge ich mir eine Kamera vor meinen nicht vorhandenen Bauch und habe einen Fernauslöser in der Tasche. So kann ich, ohne das es mein Gegenüber merkt, fotografieren. Dabei entstehen immer wieder Bilder, die nicht nur katastrophal sind.
Dazu mische ich mich unter Menschen in Ausstellungen, Veranstaltungen oder auf der Straße.

Die Kerze ist erloschen

…ein arrangiertes Bild zum Wochenstart. Schreibt doch mal Eure Geschichten, Gedanken dazu hier auf.

Zwei leere Stühle

Zwei leere Stühle in einer Aufsicht, irgendwo in einem Haus. Sie werden nicht benutzt, stehen nur dort. Keiner setzt sich auf sie, keiner nutzt sie, um sich mit dem Sitznachbar zu unterhalten oder sich einfach nur auszuruhen. Nur zwei unbenutzte Stühle, aber doch mehr, weil sie eine Gemeinschaft darstellen. Wenn der eine Stuhl benutzt wird, setzt sich vielleicht auch Jemand auf den anderen. Vielleicht entsteht ein Gespräch, vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall sitzt man dort dann nicht alleine und alles ändert sich. Vielleicht nur kurz, aber immerhin für eine kurze Zeit.
Achtet mal am kommenden Wochenende darauf…

Grenzen überschreiten für eine Konfrontation

Als Fotograf möchte ich Menschen dazu bewegen, sich mit Themen auseinander zu setzen, über die wir nicht viel nachdenken wollen oder sie sogar verdrängen möchten. Bilder können dabei provozieren, können abstossen oder einfach nur bewegen. Die Maus ist sicherlich auch so ein Bild. Heute habe ich dazu einen interessanten Beitrag von Rebecca Sampson gefunden, die Gefühle fotografisch zeigt. Gelungen, wie ich finde.

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Perspektive

Nach ein paar Tagen unterwegs, heute wieder mal ein Bild. Ich habe dieses scheinbar unförmige Gebilde auf einem Tisch eines Künstlers gesehen. Wenn man allerdings die Perspektive wechselt, wird daraus eine menschenähnliche Puppe, so wie auf diesem Bild. Also wieder mal eine Frage des Blickwinkels.

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Teufelchen

…manchmal steckt der Teufel im Detail, vielleicht ja dieser hier…

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eng

Gestern habe ich mit einem alten Freund gesprochen. Jahrelang hatten wir keinen Kontakt, aber wenn wir miteinander telefonieren ist es, als ob wir gestern noch ein Bier trinken waren. Er ist ein freidenkender Mensch, ein Mensch der nicht wirklich gut mit Enge klar kommt. Vielleicht verstehen wir uns deshalb so gut, weil mir ebenfalls Enge zuwider ist.
Enge kann aber auch Strukturen liefern, die Menschen benötigen, die nicht mit Freiheit klar kommen, wobei natürlich der Begriff „Freiheit“ zu definieren wäre. Letztlich bleibt aber zu überlegen, was wir jeweils brauchen, wo wir uns wohlfühlen. Alles andere macht krank. Dies für sich herauszufinden und seine Konsequenzen daraus zu ziehen, ist wahrscheinlich die wesentliche Aufgabe dabei. Nicht einfach, aber überlebensnotwendig.

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festhalten

Am Wochenende tauchte die Sportmoderatorin Monika Lierhaus wieder auf, nachdem sie zwei Jahre gesundheitsbedingt abgetaucht war. Zwar etwas hölzern, aber immerhin geht sie weiter. Wieder ein schönes Beispiel, dass man sich Ziele suchen muss, an denen man festhält, um was zu erreichen. Und dann muss man den Weg konsequent gehen, ohne wenn und aber.

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