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Loslassen

vergangenheit
erinnerungen
nicht abgeschlossen
aber vorbei
nicht mehr teil des jetzt

jetzt ist jetzt
mit eigenen abläufen
erfahrungen
entwicklungen

im kopf kommen sie wieder
die erinnerungen
versuchen sich einzumischen
versuchen einfluss zu nehmen
versuchen zu steuern

vergangenheit ist vergangenheit
ist da wo sie ist
im damals
das damals liegt hinter uns
unsere augen sind vorne im gesicht
nicht hinten am kopf

wir schauen nach vorne
unser blickfeld umfasst auch die seite
den menschen, der mit geht
uns begleitet
das blickfeld reicht nicht nach hinten

loslassen heißt auch abschließen
deutlich sagen, dass diese zeit vorbei ist
das sie nicht mehr dazu gehört
als einflussnehmer
nur als erfahrung

der blick nach hinten
verhindert die sicht auf die seite
verhindert die sicht auf das vorne
verhindert das gehen
verhindert das leben

und leben geht vorwärts
nicht rückwärts

Reden

wir reden, um mit anderen Dinge auszutauschen
wir reden, um von uns zu erzählen
wir reden, um andere zu überzeugen
wir reden, um ziele zu erreichen
wir reden, um freiräume zu erhalten
wir reden, um andere abzulehnen
wir reden, um zu leben

wir reden
so lange, bis wir unsere ziele erreicht haben
so lange, bis uns nichts mehr einfällt
so lange, bis alles gesagt ist
so lange, bis wir zu faul werden zu reden
so lange, bis wir uns nicht mehr hören können

dann schweigen wir
weil wir keine lust mehr auf reden haben
weil wir keine gespräche mehr führen möchten
weil wir dem anderen nichts mehr zu sagen haben
weil wir sein gerede nicht mehr ertragen

wir weichen auseinander
weil der andere immer fremder wird
weil wir zu bequem werden zu reden
weil wir nicht wissen worüber wir reden sollen

weil wir nicht mehr miteinander reden

Reisen

Reisen bildet
Reisen erweitert den Horizont
Reisen schafft Eindrücke
Reisen birgt Chancen

zurück sind wir reicher
zurück haben wir neue Eindrücke
zurück können wir Dinge anders reflektieren
zurück können wir Chancen nutzen

Reisen ist der Tellerrand
ist der Horizont
ist das Schiff

Reisen benötigt Mut
Reisen bedeutet Einlassen
Reisen bedeutet Flexibilität

Reisen beginnt im Kopf

Auswege

knapp
manchmal ist alles knapp
Zeit
Geld
Beziehungen
Arbeit
Gefühle

dann sind Sorgen übermächtig
stellen alles zu

wir sitzen wie in Watte
versuchen da raus zu kommen
uns durch die Schichten durchzuarbeiten
mühsam
langsam
zäh, wie Honig

aber manchmal kommt eine Hand durch die Watte
zieht uns raus
zeigt uns das Licht
und wir schaffen es

gut, das es weiter geht
meistens
vielleicht immer, irgendwie

meist ist die Watte nur im Kopf
hausgemacht
lösbar

aber wie reflektiert man das?

Gehen

Wir gehen
geradeaus
voran
immer weiter

Wir gehen alleine
auf uns fixiert
blind für Andere

Wir entscheiden
egoistisch
einsam
ohne Reflexion

Wir haben ein hohes Tempo
eilen
rennen
rasen

Wir schauen zur Seite
da stehen Andere
genauso alleine

Wir gehen zusammen
wir entscheiden zusammen
wir verlangsamen uns

Das Leben wird besser

Krank

Du wirst immer stiller
Deine gerade Haltung verschwindet
Dein Selbstbewußtsein ist weg
Du sinkst in Dich zusammen

Dir ist heiß
Dir ist kalt
Deine Augen schauen müde
Du fühlst Dich schwach
Deine Kräfte sind weg

Ich stehe Dir gegenüber
Ich versuche Dich zu stützen
Dich zu halten

Ich kümmere mich
versuche Dich zu verwöhnen
versuche Dir alles abzunehmen
und kann doch nichts tun

Und Du
Du bist mir ausgeliefert
musst Dich mir schwach geben
bist nicht die Starke,
die Du gerne sein würdest
brauchst Hilfe

Kranksein ist Herausforderung
Kranksein ist Lernen
Kranksein ist Schwäche und Stärke zugleich
Kranksein ist hüllenlos
Kranksein hat keinen Schutzschirm

Gemecker

Gemecker hier
Gemecker da
wir kritisieren
wir lehnen ab

alles ist falsch
die Anderen machen Fehler
unsere Mitmenschen sind unfähig

irgendwie passt nichts richtig zusammen
irgendwie verstehen die Anderen nichts
irgendwie sind alle blöde

nur wir liegen richtig
nur wir machen keine Fehler
nur wir haben den richtigen Gedanken
nur wir verstehen was los ist

Mag alles sein,
aber das Gefühl dazu ist schlecht,
oder wer fühlt sich dabei gut?

Ist das auch Gemecker?

Eintauchen

Wir tauchen ein in die Zeit
wir steigen aus
wir gehen Wege
hinterlassen Spuren

Die Spuren verblassen in der Zeit
sind nur kurz zu sehen
und vergehen

Wir bleiben zurück
schauen
beobachten das Schwächerwerden der Spuren
bis diese verschwunden sind

Erinnerungen in uns bleiben
nicht sichtbar für Andere
Wir versuchen diese
wachzuhalten
uns zu erinnern

Und doch verblassen sie

Augen auf…

…wenn wir mit dem Anderen sprechen. Es ist nicht nur das gesprochene Wort, sondern auch die Mimik, die ein Gespräch beeinflusst und in eine Richtung führt.

Verschraubt

das Leben als Weg
dachte es geht immer gerade aus
du hast Ziele
visierst sie an
gehst darauf zu
erreichst diese
fertig

irgendwann kommst du an eine Gabelung
der gerade Weg ist weg
eine Entscheidung muss her
links oder rechts
keiner der Wege zeigt ein Ziel
beide Wege verlaufen in Kurven
haben Sackgassen
führen durch Wälder
durch Gebirge
um Ecken

Angst ist da
der Weg ist nicht absehbar
wie soll ich planen
wenn das Ziel nicht sichtbar ist
kein Selbstvertrauen

dann trifft man Menschen
sie wissen auch nicht wo es hin geht
haben Träume
haben Pläne
haben Ziele

man schließt sich zusammen
läuft gemeinsam
tauscht sich aus
hilft sich

der Weg wird reicher
erfüllter
weil die Zukunft unwichtig ist
das Jetzt ist der Weg

Schaffen

Dinge gestalten, Dinge bauen, Dinge entwerfen, Konstruktionen entwerfen, Bilder schaffen. Allen gemeinsam ist, dass sie eine Basis brauchen auf der sie stehen können und das hat nichts mit einem betonierten Fundament zu tun. Es kann auch eine inhaltliche Basis sein.

Reisen

…denken wir an Reisen, denken wir andere Orte, andere Kulturen. Denken wir an Sommer, Sonne und Flugreisen zu anderen Kontinenten. Es gibt aber auch die Reisen in das eigene Ich. Manchmal ist man überrascht auf was man da alles stösst. Dafür gibt es auch Reiseleiter! Diese Reisen kann man buchen, aber nicht in einem Prospekt.

Achterbahn…

…es gibt Zeiten, da überschlägt sich alles, man steht auf dem Kopf, der Wind bläst einem ins Gesicht, der Magen befindet sich an Stellen, an denen er eigentlich gar nicht sein sollte und dennoch ist ein ganz tiefes gutes Gefühl in allem, was einem Ruhe gibt.

Guten Morgen…

…und einen schönen Tag an alle.

Neugierde

Mit großen Augen durch die Welt zu gehen, scheint vielen Menschen abhanden gekommen zu sein. Sie schauen auf den Boden und nicht nach vorne. Der Wille ist weg. Ja, er mag anstrengend sein, es ist einfacher sich einzurichten, aber ist das nicht zu bequem?

Irisches Gedicht

Nimm dir Zeit um freundlich zu sein,
es ist das Tor zum Glücklichsein.
Nimm dir Zeit um zu träumen,
es ist der Weg zu den Sternen.
Nimm dir Zeit um zu lieben,
es ist die wahre Lebensfreude.
Nimm dir Zeit um froh zu sein,
es ist die Musik der Seele.

Urlaub

Es gibt auch bei uns bunte Gegenden, die so völlig anders aussehen, als der Vorgarten unseres Nachbarn, wo auch die Menschen anders ticken, als in unserem Wohnort und wo auch das Essen anders schmeckt, die Luft anders riecht, die Sonne anders scheint und die Geräusche anders klingen. Manchmal ist das gar nicht weit entfernt.

Bluthochdruck…

…oder einfach nur Rot vor Scham oder weil man Sport getrieben hat oder weil man von Natur aus rot ist. Der gesamte Kontext ist bei einer Einordnung entscheidend. Allen einen angenehmen Wochenstart.

Gleichgültigkeit…

…oder notwendige Härte. Was muss man machen, um seine Ziele zu erreichen? Eine kleine Anregung zum Wochenende!

Darf ich…

…hier landen? Manchmal kommen wir irgendwo hin, wo schon jemand ist. Eigentlich ist kein Platz vorhanden, aber dennoch wollen wir hier hin. Wir können uns mit Gewalt Platz schaffen, wir können uns sukzessive Raum nehmen oder wir fragen einfach, ob wir dürfen. Manchmal macht der Andere dann Platz und wir können uns dazu setzen. Dann sind wir in der Kommunikation mit dem Anderen und manchmal entwickelt sich was daraus.

Kleine Info am Rande: Gestern sind meine Bilder in Paris eingetroffen und werden nun ab dem 1.7. dort für einen Monat ausgestellt. Wer sich über die Gallerie informieren möchte, kann hier klicken: Klick it

Weg gehen…

…oder weiter gehen. Heißt Veränderung auch immer Abschluss von Dingen, das Zurücklassen von Menschen, oder hat man damit nur ein anderes Tempo, welche andere mitgehen können oder nicht? Vielleicht sind dies aber auch nur temporäre Situationen und die unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind wie eine Ziehharmonika zu sehen, bei denen der eine mal schneller mal langsamer unterwegs ist. Das würde allerdings bedeuten, dass wir alle am Ziel zur gleichen Zeit ankommen, was nicht der Fall ist. Also bedeutet dies, dass wir doch Menschen hinter uns lassen müssen. Die Frage wird dann sein, ob dies in Freundschaft geschieht oder als Bruch sich darstellt.

erscheint anders

Das, was hier als rohe Gewalt aussieht, ist genau das Gegenteil, nämlich die Einleitung zum Paarungsverhalten. Manchmal erscheinen uns Dinge von außen völlig anders, als sie intern empfunden werden. Vielleicht ist es deshalb sinnvoll manchmal einfach die F…..zu halten, wie Dieter Nuhr sagt.

Raumschiff

Manchmal glaubt man, dass man neben sich steht. Die Dinge passieren, wir reagieren darauf, aber eigentlich haben wir den Eindruck, als ob wir gar nicht wirklich drin sind im Geschehen. Es ist wie ein Raumschiff, in dem wir sitzen, das matte Scheiben hat, durch die wir nur undeutlich die Dinge draußen sehen. Manchmal haben Dinge eine andere Geschwindigkeit, als wir selber diese gerade haben. Es entwickeln sich Dinge, denen wir hinterher rennen, die wir aber nicht einholen können. Wir wissen schon wo sie hinführen, aber dennoch schaffen wir es maximal in ihren kometenhaften Schweif einzutauchen. Die Dinge müssen dabei nicht schlecht sein, ganz im Gegenteil, aber die vermeintliche Kontrolle haben wir nicht. Was wir vielleicht lernen müssen ist die Tatsache, dass wir nicht alles beeinflussen können, dass Andere für eine Zeit die Kontrolle über uns übernehmen und uns führen. Wir dürfen dann auch mal vertrauen. Einen guten Wochenstart an alle.

Kleiner Hinweis für Diejenigen, die bis zum 2.9. mal Langeweile haben:
10.06.-02.09.2011 Fotografien im Schloss (Münster)
Pressestelle Universität Münster 07.06.2011

Schatten

Alles hat eine Sonnen- und eine Schattenseite, egal wie klein es ist. Es gibt nur dann Licht, wenn es auch den Schatten gibt. Der Schatten ist aber nicht schlecht, weil er uns den Wert des Lichtes verdeutlicht. Wie sagte mir ein Freund (Andreas) mal während der Schulzeit, also vor gefühlten 2000 Jahren: „Ich nehme auf meinen Tonbändern (für alle jungen Leute: das waren unsere früheren Wiedergabemedien!! A.d.R.) meine Lieblingsstücke auf. Darunter mische ich aber immer auch zwei drei Stücke, die ich nicht so gut finde, weil dadurch meine Lieblingsstücke noch besser klingen.“