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Provokation oder Tabu?

In den letzten Tagen hatte ich eher abstrakte Formen gezeigt. Heute will ich mal ein Thema anschneiden, dass für viele ein Tabu darstellt, obwohl absolut jeder davon betroffen ist, nämlich das eigene Ableben. Gezeigt wird ein Bild eines Grabes, an dem gerade die Trauerfeier beendet wurde. Die Blütenblätter, die die Trauergemeinde in das offene Grab gestreut hat, liegen noch auf dem Boden. Das Grab ist noch offen, es gibt allerdings keinen direkten Blick in das Grab. Jeder weiß allerdings, dass dort ein Sarg liegt.

Darf man das zeigen? Soll man das zeigen? Gibt es Bilder zu diesem Thema? Und warum wird es nicht gezeigt? Hängen wir so sehr an dem Leben, dass dieses Thema für uns nicht angesprochen werden darf? Oder ist die Vorstellung an ein Ende für uns unfassbar? Es wäre sicherlich einfacher, wenn mal jemand zurückkommen würde, um uns zu berichten! Aus persönlichen Gründen ist das sicherlich mein Thema, aber wenn wir mal logisch überlegen, die Emotionen beiseite lassen, denken wir doch viel über einzelne Abschnitte unseres Lebens nach, planen, gestalten, organisieren. Aber irgendwann ist Schluss. Wir geben das Thema ab, geben es in Organisationen, die alles tun, um uns das Ende so angenehm wie möglich zu gestalten. Es bleibt aber ausgeklammert aus der Gesellschaft, an den Rand geschoben. Wir machen die Tür zu und gehen in den Garten, um den Grill anzuschmeißen.

Ja, sicherlich müssen wir dieses Thema nicht ständig bearbeiten, denn dann würden wir über andere Phasen im Leben nicht nachdenken. Ich denke aber, dass das Ende genauso dazu gehört, wie der Anfang und eigentlich müsste es doch die gleiche Gewichtung haben!

Was denkt Ihr?

die Spitze

Gestern hatte ich ein Bild von einem Bach gezeigt. Auf Wunsch von Rüdiger Schwahn versuche ich heute ein Bild nachzulegen.

Das Bild ist die Spitze eines Wasserstrahles eines Springbrunnens. Dadurch, dass alle anderen Orientierungspunkte fehlen, wird auch dieses Bild nur auf seine Formen reduziert. Natürlich habe ich es, um es auf seine Formen zu reduzieren, ins s/w(e) überführt.

Blattlausflucht und Zufall

Neben der gestrigen Diskussion gibt es noch einen Aspekt, den wir nicht beachtet haben, der aber manchmal ein ganz wichtiger Punkt sein kann: der Zufall.

Der Zufall ist nicht planbar, tritt aber immer wieder auf und macht das Bild ungewollt zu dem, was es letztendlich ist. Das ist gut so, aber wie gesagt: nicht planbar.

Wie baut man aber dieses Kriterium dennoch in die eigenen Arbeiten ein? Kann man das überhaupt? Lässt sich dieser Aspekt provozieren?

Das heutige Bild ist so ein Zufallsprodukt. Eigentlich wollte ich eine Reihe zum Verfall der Blüte aufnehmen. Die Blattlaus hatte ich dabei gar nicht wahrgenommen, bis ich mir die Bilder auf dem Bildschirm angesehen habe und da war sie dann. Glück, sicherlich, aber ist das dann auch mehr?

Neues Gefühl

Heute möchte ich Euch/Ihnen ein Bild einer Skulptur zeigen, dass von einem befreundeten Künstler (Rüdiger Schwahn) geschaffen wurde. Das Bild entstand bei einem Digitalisierungsprojekt seiner Skulpturen und Arbeiten in seinem Studio. Dort und hier in einem Kommentar von ihm, stossen wir immer wieder auf den Stellenwert des Gefühls der erstellten Arbeiten. Das Gefühl in der Arbeit bringt die Tiefe, die wir zur Umsetzung benötigen. Aus meiner Sicht darf man sich aber nicht nur mit den bisher ausgetretenen Pfaden seiner Gefühlswelt beschäftigen, sondern sollte sich zwingend in neue Themen einarbeiten, um auch dort seine Gefühle hineinzuführen. Ich denke, dass die somit entstandenen Gedanken reiner sind, da sie nicht über die Zeit verformt wurden.

Im Laufe des Lebens verändern sich Gefühle zu einem Thema. Das ist nicht schlecht, stellt aber einen anderen Ansatz dar. Dem Künstler bleiben also zwei Wege offen, die wertfrei nebeneinander stehen können:

a) Ich bearbeite ein Thema über einen langen Zeitraum und versuche meine sich verändernden Gefühle umzusetzen, oder

b) ich arbeite mich in ein neues Thema ein und versuche meine neuen, unverbrauchten Gefühle, vielleicht auch ein Stück weit naiv, darzustellen.

Wer welchen Weg geht, ist letztlich egal. Es gibt dabei auch keinen besseren oder schlechteren Aspekt. Wichtig ist mir, dass man sich den Weg nur bewusst macht. Und damit bin ich wieder in dem Text angekommen, den ich über eine Fotografie geschrieben habe. Den Künstler hinter seinen Werken kennen zu lernen, hilft seine Kunst zu verstehen.

Vergänglichkeit

Gestern war wieder unser monatliches Treffen der Künstler aus Nienberge (www.freiekuenstler.de). Neben dem Austausch und dem Fachsimpeln ging es diesmal wieder um die Themenfindung zur nächsten Ausstellung. Voraussichtlicher Termin wird der 30.10-01.11.2010 im katholischen Pfarrheim (St. Sebastian) in Münster-Nienberge sein. Da es eine Gruppenausstellung ist, werden unterschiedliche Künstler zu unterschiedlichen Themen mit unterschiedlichen Arbeiten und Skulpturen daran teilnehmen. Wir stellen uns dabei ein Thema, das aber nicht bearbeitet werden muss, aber kann. Neben einem Themenraum, können thematische Arbeiten allerdings auch überall im Haus gezeigt werden.

Diesjähriges Thema wird die Vergänglichkeit sein. Das Thema orientiert sich bewusst am Feiertag „Allerheiligen“, muss aber nicht zwangsläufig religiös orientiert sein.

Wer Lust hat kann hier seine Idee zu diesem Thema posten. Ich bin gespannt, was Euch/Ihnen einfällt.

Das Bild wurde am 31.10-1.11.2010 auf der Gruppenausstellung der Freien Künstler Nienberge in Münster gezeigt. Thema der Ausstellung: Vergänglichkeit.

Buschwindröschen

In einem Wald bei Münster-Nienberge gibt es ein kleines Buschwindröschenvorkommen. Nichts seltenes, aber trotzdem schön. Die abgebildete Blüte stand etwas abseits. Irgendwie kam sie mir einsam vor, wie sie so in die Fläche blickte.

Wichtig sind mir die einfachen Dinge. Am Wochenende bin ich auf einer Exkursion darauf angesprochen worden, ob ich als Biologe und Fotograf schon die weite Welt gesehen hätte. Als ich erwiderte, dass mich das eigentlich nicht interessieren würde, weil es so tolle Dinge gleich am Wegesrand gäbe, sah ich in ein nachdenkliches Gesicht. Die Dame musste eingestehen, dass ihr Sohn alle Tiere in Afrika kennen würde, aber sie ihm jetzt ein Buch zum Thema Tiere im heimischen Wald schenken musste, weil er kein Reh kannte. Leider muss ich das immer wieder bei meinen Exkursionen feststellen, das die tropischen Arten einen größeren Reiz ausüben, als Hase und Igel. Eigentlich unnötig….

Heide

Eines der wenigen Bilder aus der freien Natur. Meist ist es einfacher Bilder von Pflanzen im Studio unter kontrollierten Bedingungen aufzunehmen. Die Heide ist mal eine Ausnahme. Da diese Pflanze alleine zwischen alter Heide stand und blühte, war der Hintergrund dunkel genug, um einen ähnlichen Effekt hinzubekommen, wie im Studio. Die Pflanze war nur ungefähr 10cm hoch, so dass es mal wieder ein Bild im Dreck war.

Das Bild wurde auf meiner Ausstellung am 14./15.11.09 in Münster gezeigt.

Astlöcher

Heute mal ein Bild ohne tiefergehenden Anspruch. Es wurde in der Lüneburger Heide an einem Schafstall aufgenommen. Jeder wirds erkennen, es sind Astlöcher auf einem Holzbrett.

Gleichzeitig war abendliches Seitenlicht vorhanden, was die Maserung besser zur Geltung bring. Natürlich reiner Zufall…

Bild: Blasig und die Kanalisierung meiner Fotografie

Heute morgen habe ich mir Folgendes überlegt: Muss oder kann man seine fotografischen Ambitionen kanalisieren?

Momentan fotografiere ich mehr oder weniger Alles, was mir vor das Rohr (Objektiv) kommt. Ja, natürlich sind da gute Sachen bei, aber reicht das? Sollte man sich nicht eher ein Thema stellen, was man langfristig bearbeitet? Im Laufe der Arbeit, wobei ich jetzt für mich die Fotografie nicht als Arbeit bezeichnen würde, stelle ich zunehmend fest, dass wirklich gute Dinge nur dann zustande kommen, wenn man sich intensiv mit ihnen beschäftigt. Themen finden, sich einarbeiten, sich mit ihnen beschäftigen und sie zunehmend besser kennen lernen, Details und Aspekte hinzufügen, bis man es rund hat, bis man, bis ich es als gut empfinde. Ich glaube nicht, das ich das Thema aus technischer Sicht eingrenzen sollte, also beispielsweise auf die Makrofotografie zu begrenzen, sondern das es einen inhaltlichen Schwerpunkt bekommen sollte.

Diese Herangehensweise schließt ja nicht aus, das auch andere Fotografien möglich sind, aber die Beschäftigung mit einem Thema kann mehr Tiefe in die Bilder bringen, oder nicht?

„Blasig“ wurde übrigens in der Ausstellung vom 14./15.11.2009 zum ersten mal gezeigt.

Hommage auf meine Frau

Gestern habe ich kinderfrei gehabt und ich hab es ruhiger angehen lassen. Aber wie das bei mir immer so ist, wenn es ruhiger ist, ich schaue zurück, erinnere mich an meine Frau. Ja, sicherlich ist das kein Thema für die Allgemeinheit, aber diese Frau hat mich geformt, mich zu dem gemacht, was ich heute bin, deshalb möchte ich an dieser Stelle an sie erinnern mit einer kleinen Kollage. Und wir sagen, das erst dann jemand vergessen ist, wenn keiner mehr an ihn denkt. Vielleicht trägt dieser Eintrag dazu bei, dies für eine Zeit zu verhindern.

Als wir uns 1993 kennenlernten (im Naturkundemuseum in Münster) lag unser Leben vor uns. Wir waren unbeschwert, hatten Pläne. Schnell sind wir zusammengezogen, haben unser Studium abgeschlossen, haben 1996 geheiratet. Zwischen 1998 und 2007 kamen unsere vier Kinder zur Welt. Vor den Kindern haben wir unser Leben frei und ungezwungen genossen, sind viel gereist, haben viele Dinge ausprobiert. Unsere Idee war es in der Zeit der Kinder es ruhiger angehen zu lassen, sie auf einen guten Weg zu bringen, um danach unsere Träume wieder frei und ungezwungen, ohne Verpflichtungen, zu verwirklichen. Wir hatten unser gemeinsames Leben in drei Phasen aufgeteilt. Jeder Phase sollte ihren eigenen Wert haben.
Phase 1 haben wir gehabt und genossen, Phase 2 haben wir begonnen. Weiter sind wir nicht gekommen, am 17.11.2009 bist Du gestorben.

Sie hat mir immer alle Freiheiten gegeben, hat mich immer unterstützt. Natürlich hat sie auch geschmunzelt, wenn ich verrückte Ideen hatte, wie beispielsweise meine Spinnenfirma 1999 zu gründen. Aber sie hat mich nie von Ideen abgehalten. Durch ihre leise Art hat sie mich geführt, in Dingen bestärkt, mich unterstützt. Aber für sich hat sie viele Dinge leider nicht hinbekommen. Wie schreibt es Renate Folkers über ihre Mutter im Hospizforum:

„[…] Die mir gebliebenen Erinnerungen sind nicht die an eine warmherzige, liebevolle Mutter, sondern an eine sich selbst auf der Suche nach Wärme und Liebe befindliche Frau.

Wenn ich darüber nachdenke, wie Du als gefangene Deiner eingeschränkten Möglichkeiten gelitten haben musst, bricht mir das Herz, weil ich es erst heute begreife. Du hast Dinge hingenommen wie sie waren, hast sie nicht hinterfragt. […]

Dein Selbstwertgefühl, wenig ausgeprägt, immer wieder niedergeknüppelt. Du selbst gabst Dir nicht die Chance auf eine positive Bewertung Deiner eigenen Person. […]“

Auch auf Heike passen diese Worte. Vor ein paar Wochen habe ich alle Bilder, die ich von ihr hatte zusammengestellt, um den Kindern später Bilder ihrer Mutter mit auf den Weg zu geben. Als ich dann gestern die Kollage zusammengestellt habe, waren die ca. 1.000 Bilder eigentlich noch zu wenig. Wahrscheinlich haben wir immer zu wenige Bilder von einem Menschen. Aber das fällt uns erst dann auf, wenn wir keine Weiteren mehr machen können.

Und vielleicht passt genau dieser Eintrag dann doch in diesen Fotoblog. Fotos müssen nicht immer den Anspruch haben, Kunst zu sein oder bestimmte Aussagen/Geschichten darzustellen. Bilder können auch ohne Perfektion Erinnerungen schaffen. Weiterlesen…

Privileg

Gestern habe ich einen schönen Artikel von Birgit Engelhardt gelesen, den ich einfach dahingehend in Teilen abändern möchte, dass ich die angesprochene Politik durch meine Biologie ersetzen möchte. Nicht das mich die Biologie nicht nach wie vor total fasziniert, aber ich bin nicht der Wissenschaftler, wie einige Freunde von mir, die damit Ruhm und Ehren einfahren. Ich genieße Natur, mich interessieren Aspekte daraus, ich will mehr kennen lernen, aber ich habe nicht die Ausdauer und die Motivation andauernd hinter irgend welchen Fakten her zu laufen.

Die Fotografie, meine Fotografie ist da anders. Ich kann das umsetzen, was ich sehe, ich kann mich an Aufgaben verbeißen. Es gibt mir Ruhe und ich muss nicht logisch vorgehen, sondern kann es machen, wie ich will. Kreativität ist hier das Stichwort. Und genau wie Birgit es schrieb, es ist ein Privileg, dies machen zu können.

http://birgitengelhardt.de/blog/2010/05/ueber-das-privileg-kreativ-sein-zu-duerfen/

Storchenschnabel

Heute wieder ein Bild einer Ausstellung (14./15.11.2009). Für die damalige Ausstellung habe ich versucht zu reduzieren. Bilder so zu erstellen, dass sie wenig enthalten, aber gleichzeitig eine deutliche Darstellung haben. Dazu kommt die reduzierte Technik, die sich auf Kamera, Stativ, Fernauslöser und Seitenlicht begrenzt.

Ich darf aus gegebenen Anlass noch auf folgenden Artikel hinweisen: http://blogtimes.info/blogtimes-geht-auf-blogsuche/

Dieser Beitrag sucht Fotoblogs.

Beine am Wegesrand

Bei einer Fahrradtour habe ich diese tote Katze am Wegesrand gefunden, ohne danach zu suchen. Überfahren, getötet und vergessen. Ich muss mich da einschließen, aber wieviele Lebewesen wir so nebenbei umbringen ist schon erschreckend. Vielleicht deshalb hier einfach mal ein Bild zum nachdenken, ohne Zeigefinger.

Das Thema Tod und Einsamkeit wird mich nicht loslassen. Es macht Angst und ist faszinierend zugleich. Weiterlesen…

Das Bild wurde am 31.10-1.11.2010 auf der Gruppenausstellung der Freien Künstler Nienberge in Münster gezeigt. Thema der Ausstellung: Vergänglichkeit.

Landschaft, Eis oder Fruchtquerschnitt?

Heute mal was zum Rätseln. Dieses Bild wurde für die Ausstellung am 14.-18.04.2010 produziert.

Schreibt doch mal was es sein könnte. Natürlich sind jetzt hier Jenny und Birgit wieder ausgenommen, weil sie das Bild kennen. ;-)

Küchenschelle

Heute muss mal wieder Farbe auf den Bildschirm. In den letzten Wochen habe ich versucht die Technik meiner Kamera mal spielerisch/künstlerisch einzusetzen. Soll heißen, dass ich mit Mehrfachbelichtungen experimentiert habe. Dabei wird das erste Bild scharf eingestellt und ein Zweites unscharf über das erste gelegt. Gerade Pflanzen, aber auch andere Gegenstände (zeige ich noch) bekommen dadurch einen weichen Charakter, fast so, als ob man einen Weichzeichner einsetzen würde.

Gefällts?

Malve

Mich interessieren vor allem die Motive in meiner direkten Umgebung. Ich muss nicht um die halbe Welt reisen, um irgendetwas zu sehen. Natürlich macht das auch seinen Reiz aus, selten Gesehenes darzustellen, aber dann erhält es seinen Reiz dadurch, dass man einen exotischen Touch hinzufügt. Mir geht es aber eher darum, und das mache ich auch in meinen naturwissenschaftlichen Veranstaltungen, das zu zeigen, was uns umgibt. Dabei versuche ich dann die Schönheit darzustellen. Und manchmal gelingt es dabei, das Schöne auch noch zu abstrahieren, wie bei der Rückseite der Rose.

Das hier gezeigte Bild einer Malve ist so ein Motiv, dass das einfache Schöne zeigt. Eigentlich sind hier zwei Blüten dargestellt. Da die hintere Blüte sich aber wegdreht, erweckt es den Eindruck, als ob die vordere Blüte gespiegelt wird.

Das Bild wurde am 14./.15.11.2009 in Münster-Nienberge ausgestellt.

Kranich frontal

Im Vogelpark Walsrode hat man bei vielen Gehegen die Chance nahe an die Vögel ran zu kommen. Der Name „Park“ trifft es dabei sehr gut, da es hier viel freie Fläche gibt und man auch mal seine Augen entspannen kann.

Übrigens ist der Park auch gut für Kinder geeignet.

The Tube

Gestern war ich im Folkwang-Museum in Essen. Ein klasse Museum, was ich Jedem nur empfehlen kann. Was faszinierend war, waren die Ausstellungsstücke aber auch, und das hat mich fast noch mehr angesprochen, die Menschen, die dort rumliefen. Deshalb bekommt Ihr heute, wenn auch erst am späten Nachmittag, aber schließlich ist ja Wochenende, ein Bild mit Menschen.

Das Bild habe ich in der Tube, Londons U-Bahn, aufgenommen. Vielleicht auch mal ein Bild zum diskutieren und dabei meine ich jetzt nicht technische Details.

Aaskäfer auf einer Bleistiftspitze

Als ich heute morgen überlegt habe, welches neue Bild ich einstellen möchte, kam mir ein Artikel von www.zoomyboy.com gerade recht, da er ein Thema anspricht, was, so glaube ich, nicht ganz unwichtig ist: Entschnellen der Fotografie.

Hier der Artikel: http://www.zoomyboy.com/2010/05/07/das-erfassen-eines-mikrokosmos/

„Bilder machen“ lässt sich in zwei Sparten unterteilen: Knipsen und Fotografieren

Knipsen ist das schnelle Auslösen, ohne sich mit dem Motiv auseinander zu setzen, die Fotografie dagegen ist die Arbeit mit dem Motiv. Das wäre zumindest meine Definition, die ich an dieser Stelle aber wertfrei abgebe.

Ich muss zugeben, dass ich mich häufig erst auf ein Motiv einlassen muss, bis ich es so fotografieren kann, dass das Bild auch was taugt. Es gelingt nicht immer, aber es gelingt besser, wenn ich mir Zeit lasse. Aus diesem Grund plane ich immer mehrere Stunden ein, wenn ich fotografieren gehe. Nur mal eben den Schnappschuss landen, gelingt dabei nur sehr selten, obwohl ich natürlich auch für diese Gelegenheiten immer die Kamera dabei habe. Bei der Kontrolle am Rechner fallen aber die meisten schnell geschossenen Bilder wieder raus. Wer das kann, um so besser, ich gehöre nicht dazu.

Das gleiche gilt für den hier abgebildeten Aaskäfer auf einer Beilstiftspitze. Das Vieh hatte andere Vorstellungen als ich. Also haben wir einen halben Nachmittag miteinander gerungen, bis er endlich mal so saß, das ich ihn ablichten konnte. Und entgegen der Arbeitsweise als Biologe, der viele seiner Tiere später in die Sammlung überführt, durfte der Aaskäfer nach dem Foto wieder nach draußen.

Blüte unscharf

…eigentlich versuche ich ja immer was Gescheites zu meinen Bildern zu schreiben. Heute morgen habe ich aber einen Text von einem Blogkollegen (Martin Gommel) gelesen, den ich so übernehmen kann und dem ich mich anschließe. Er triffts einfach gut:

„Als kleiner Junge habe ich mich an unser altes Klavier gesetzt, als ich hörte, dass meine Großtante gestorben war. Um das zu verarbeiten, fing ich an, kurze Lieder zu spielen und wusste eigentlich gar nicht, was ich da tat. Mich in die Wonnen der Musik hineinlegen, das war einfach schön, auch wenn die ersten Klänge für einen Aussenstehenden sicher stümperhaft klingen mussten.

Freunde zu finden fiel mir in meiner Kindheit schwer – ich hatte nicht wirklich Ahnung davon, wie man sich “verhält”. Es war nicht leicht, beständigen, guten Kontakt mit meinen Mitschülern zu gestalten. Es fühlte sich an, als ob ich auf einem Auge blind wäre, während alle andere mit beiden Augen sehen konnten.

Aber mit der Musik war es irgendwie anders. Unser Lehrer ließ mich manchmal ein Stück vorspielen, das ich geschrieben hatte – obwohl ich keine einzige Note auf Blatt notiert hatte. Ich spüre jetzt noch den Schweiss in meinen Händen, wenn ich daran denke, wie ich mich damals vor die Klasse setzte und mit den Fingern die Tasten berührte.

Diese Momente waren für mich überwältigend, aber nicht wegen meiner Musik. Nein, weil ich den Eindruck hatte, jetzt würde alles stimmen. Diese Harmonie hatte ich mir eigentlich immer gewünscht. Am Klavier, da musste ich nichts sagen und konnte trotzdem sprechen. Und eigentlich nicht viel falsch machen, weil es ja meine Lieder waren.

Heute fotografiere ich. Und auch jetzt kann ich über meine Bilder mit Menschen ganz ohne Worte kommunizieren. Ich kann ihnen zeigen, wie ich die Welt sehe und was mir dabei wichtig ist. Auch heute bekomme ich schwitzende Hände, wenn ich fotografiere. Wenn ich ein Foto ins Netz lade oder einfach nur einem guten Freund zeige.

Mittlerweile geht es mir nicht mehr darum, eine Harmonie herzustellen, die mir im Leben fehlt. Mein Leben hat sich verändert, ich bin älter geworden und meistens (nicht immer) geht es mir ganz gut. Die Traurigkeit von früher ist zwar nie ganz weg, aber sie dominiert mein Leben nicht mehr.

Fotografieren bedeutet heute für mich, das Wunderbare um mich herum festzuhalten, aus meiner Sicht aufzunehmen, mitzugestalten, und mich darüber zu freuen. Es gelingt mir nicht immer und ich weiß, dass meine Versuche heute vielleicht für manch aussenstehenden Betrachter stümperhaft aussehen mögen.

Doch langsam aber sicher entferne ich mich davon, andere Menschen von meinen “guten Fotos” überzeugen zu wollen – diesen Kampf kann man nur verlieren. Es geht mir weniger darum, eine äussere Harmonie herzustellen, die mir fehlt. Vielmehr möchte ich den Ausschnitt der Welt um mich herum zeigen, den – und wie ich ihn – wahrnehme. Mit meinen Landschaftsfotos und in manch alltäglichen Bildern.

Das (und viel mehr) ist Fotografieren für mich.“

Martin Gommel

http://kwerfeldein.de/index.php/2010/05/04/ohne-worte/

oranggelbe Blüte

Im vergangenen Jahr habe ich mal einen Abend auf einer Fläche von Schnittblumen verbracht, die man selber ernten durfte. Mir fällt gerade der Name nicht ein, na, auf jeden Fall leuchteten im Sonnenuntergang die Blüten sehr warm und weich. Ich glaube, das wird hier deutlich.

gefrorenes Wasser

Auf der Wiese hatte sich eine Pfütze gebildet. Diese war nachts oberflächlich zugefroren, das Wasser darunter versickerte aber im Boden, so dass nur diese obere abstrakte Struktur übrig blieb, die ich dann in schwarz weiß umgesetzt habe. Dazu habe ich eine hohe ISO-Zahl eingesetzt, um das ganze gröber zu gestalten.