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Hintergrund

Häufig hat man ein Bild im Kopf, dass man fotografieren möchte und dann sieht man, wenn man das Bild auf dem Bildschirm sieht, dass der Hintergrund nicht passt. Vielen Fotografen gelingt es schon bei der Aufnahme das Motiv mit dem Hintergrund zu komponieren, weil sie in verschiedenen Ebenen sehen können. Mir gelingt das nur ab und an, wie vielleicht bei diesem Bild.

Das Bild wurde am 31.10-1.11.2010 auf der Gruppenausstellung der Freien Künstler Nienberge in Münster gezeigt. Thema der Ausstellung: Vergänglichkeit. Das Bild war das Werbebild zur Ausstellung.

…nur so…

…weil die Sonne heute scheint. Eine quasi gespiegelte Blume, die vom Rand her in das Bild hineinschaut.

Wochenende

Weil schönes Wetter ist, heute nur ein buntes Sommerfoto.

Geknickt

Heute mal wieder ein Bild aus der Ausstellung vom 14./15.11.09. Es zeigt eine verblüte Pflanze bei der die Blätter schon abgefallen sind. Nur der Stempel und die Staubblätter sind noch vorhanden.

Ich könnte jetzt philosophieren, über Vergänglichkeit und so. Lass es aber. Das alles war gar nicht der Hintergedanke bei diesem Bild, sondern lediglich die Form der Blüte, die mich angesprochen hat.

Einen guten Start in die Woche!

Blattlausflucht und Zufall

Neben der gestrigen Diskussion gibt es noch einen Aspekt, den wir nicht beachtet haben, der aber manchmal ein ganz wichtiger Punkt sein kann: der Zufall.

Der Zufall ist nicht planbar, tritt aber immer wieder auf und macht das Bild ungewollt zu dem, was es letztendlich ist. Das ist gut so, aber wie gesagt: nicht planbar.

Wie baut man aber dieses Kriterium dennoch in die eigenen Arbeiten ein? Kann man das überhaupt? Lässt sich dieser Aspekt provozieren?

Das heutige Bild ist so ein Zufallsprodukt. Eigentlich wollte ich eine Reihe zum Verfall der Blüte aufnehmen. Die Blattlaus hatte ich dabei gar nicht wahrgenommen, bis ich mir die Bilder auf dem Bildschirm angesehen habe und da war sie dann. Glück, sicherlich, aber ist das dann auch mehr?

Buschwindröschen

In einem Wald bei Münster-Nienberge gibt es ein kleines Buschwindröschenvorkommen. Nichts seltenes, aber trotzdem schön. Die abgebildete Blüte stand etwas abseits. Irgendwie kam sie mir einsam vor, wie sie so in die Fläche blickte.

Wichtig sind mir die einfachen Dinge. Am Wochenende bin ich auf einer Exkursion darauf angesprochen worden, ob ich als Biologe und Fotograf schon die weite Welt gesehen hätte. Als ich erwiderte, dass mich das eigentlich nicht interessieren würde, weil es so tolle Dinge gleich am Wegesrand gäbe, sah ich in ein nachdenkliches Gesicht. Die Dame musste eingestehen, dass ihr Sohn alle Tiere in Afrika kennen würde, aber sie ihm jetzt ein Buch zum Thema Tiere im heimischen Wald schenken musste, weil er kein Reh kannte. Leider muss ich das immer wieder bei meinen Exkursionen feststellen, das die tropischen Arten einen größeren Reiz ausüben, als Hase und Igel. Eigentlich unnötig….

Heide

Eines der wenigen Bilder aus der freien Natur. Meist ist es einfacher Bilder von Pflanzen im Studio unter kontrollierten Bedingungen aufzunehmen. Die Heide ist mal eine Ausnahme. Da diese Pflanze alleine zwischen alter Heide stand und blühte, war der Hintergrund dunkel genug, um einen ähnlichen Effekt hinzubekommen, wie im Studio. Die Pflanze war nur ungefähr 10cm hoch, so dass es mal wieder ein Bild im Dreck war.

Das Bild wurde auf meiner Ausstellung am 14./15.11.09 in Münster gezeigt.

Bild: Blasig und die Kanalisierung meiner Fotografie

Heute morgen habe ich mir Folgendes überlegt: Muss oder kann man seine fotografischen Ambitionen kanalisieren?

Momentan fotografiere ich mehr oder weniger Alles, was mir vor das Rohr (Objektiv) kommt. Ja, natürlich sind da gute Sachen bei, aber reicht das? Sollte man sich nicht eher ein Thema stellen, was man langfristig bearbeitet? Im Laufe der Arbeit, wobei ich jetzt für mich die Fotografie nicht als Arbeit bezeichnen würde, stelle ich zunehmend fest, dass wirklich gute Dinge nur dann zustande kommen, wenn man sich intensiv mit ihnen beschäftigt. Themen finden, sich einarbeiten, sich mit ihnen beschäftigen und sie zunehmend besser kennen lernen, Details und Aspekte hinzufügen, bis man es rund hat, bis man, bis ich es als gut empfinde. Ich glaube nicht, das ich das Thema aus technischer Sicht eingrenzen sollte, also beispielsweise auf die Makrofotografie zu begrenzen, sondern das es einen inhaltlichen Schwerpunkt bekommen sollte.

Diese Herangehensweise schließt ja nicht aus, das auch andere Fotografien möglich sind, aber die Beschäftigung mit einem Thema kann mehr Tiefe in die Bilder bringen, oder nicht?

„Blasig“ wurde übrigens in der Ausstellung vom 14./15.11.2009 zum ersten mal gezeigt.

Küchenschelle

Heute muss mal wieder Farbe auf den Bildschirm. In den letzten Wochen habe ich versucht die Technik meiner Kamera mal spielerisch/künstlerisch einzusetzen. Soll heißen, dass ich mit Mehrfachbelichtungen experimentiert habe. Dabei wird das erste Bild scharf eingestellt und ein Zweites unscharf über das erste gelegt. Gerade Pflanzen, aber auch andere Gegenstände (zeige ich noch) bekommen dadurch einen weichen Charakter, fast so, als ob man einen Weichzeichner einsetzen würde.

Gefällts?

Malve

Mich interessieren vor allem die Motive in meiner direkten Umgebung. Ich muss nicht um die halbe Welt reisen, um irgendetwas zu sehen. Natürlich macht das auch seinen Reiz aus, selten Gesehenes darzustellen, aber dann erhält es seinen Reiz dadurch, dass man einen exotischen Touch hinzufügt. Mir geht es aber eher darum, und das mache ich auch in meinen naturwissenschaftlichen Veranstaltungen, das zu zeigen, was uns umgibt. Dabei versuche ich dann die Schönheit darzustellen. Und manchmal gelingt es dabei, das Schöne auch noch zu abstrahieren, wie bei der Rückseite der Rose.

Das hier gezeigte Bild einer Malve ist so ein Motiv, dass das einfache Schöne zeigt. Eigentlich sind hier zwei Blüten dargestellt. Da die hintere Blüte sich aber wegdreht, erweckt es den Eindruck, als ob die vordere Blüte gespiegelt wird.

Das Bild wurde am 14./.15.11.2009 in Münster-Nienberge ausgestellt.

Rückseite einer getrockneten Rose

Zu Hause hatte ich noch die Rose, die ich mir von meiner Hochzeit zurückgehalten hatte. Die Hochzeit war am 19.7.96. Durch den Trocknungsprozess, der sicherlich auch schneller geht, waren die Farben, aber auch die Oberflächenstrukturen gut rausgekommen. Das Bild wollte ich dann so gestalten, das es eher unüblich wird. Deshalb habe ich mir die Rückseite der Rose vorgenommen.

Natürlich wurde das Bild, wie alle anderen aus der Ausstellungsreihe ohne Blitz aufgenommen. Seitenlicht aus dem Fenster reicht völlig aus. Dazu einen schwarzen Hintergrund.

Das Bild wurde am 14./15.11.2009 in Münster-Nienberge ausgestellt.

Blüte unscharf

…eigentlich versuche ich ja immer was Gescheites zu meinen Bildern zu schreiben. Heute morgen habe ich aber einen Text von einem Blogkollegen (Martin Gommel) gelesen, den ich so übernehmen kann und dem ich mich anschließe. Er triffts einfach gut:

„Als kleiner Junge habe ich mich an unser altes Klavier gesetzt, als ich hörte, dass meine Großtante gestorben war. Um das zu verarbeiten, fing ich an, kurze Lieder zu spielen und wusste eigentlich gar nicht, was ich da tat. Mich in die Wonnen der Musik hineinlegen, das war einfach schön, auch wenn die ersten Klänge für einen Aussenstehenden sicher stümperhaft klingen mussten.

Freunde zu finden fiel mir in meiner Kindheit schwer – ich hatte nicht wirklich Ahnung davon, wie man sich “verhält”. Es war nicht leicht, beständigen, guten Kontakt mit meinen Mitschülern zu gestalten. Es fühlte sich an, als ob ich auf einem Auge blind wäre, während alle andere mit beiden Augen sehen konnten.

Aber mit der Musik war es irgendwie anders. Unser Lehrer ließ mich manchmal ein Stück vorspielen, das ich geschrieben hatte – obwohl ich keine einzige Note auf Blatt notiert hatte. Ich spüre jetzt noch den Schweiss in meinen Händen, wenn ich daran denke, wie ich mich damals vor die Klasse setzte und mit den Fingern die Tasten berührte.

Diese Momente waren für mich überwältigend, aber nicht wegen meiner Musik. Nein, weil ich den Eindruck hatte, jetzt würde alles stimmen. Diese Harmonie hatte ich mir eigentlich immer gewünscht. Am Klavier, da musste ich nichts sagen und konnte trotzdem sprechen. Und eigentlich nicht viel falsch machen, weil es ja meine Lieder waren.

Heute fotografiere ich. Und auch jetzt kann ich über meine Bilder mit Menschen ganz ohne Worte kommunizieren. Ich kann ihnen zeigen, wie ich die Welt sehe und was mir dabei wichtig ist. Auch heute bekomme ich schwitzende Hände, wenn ich fotografiere. Wenn ich ein Foto ins Netz lade oder einfach nur einem guten Freund zeige.

Mittlerweile geht es mir nicht mehr darum, eine Harmonie herzustellen, die mir im Leben fehlt. Mein Leben hat sich verändert, ich bin älter geworden und meistens (nicht immer) geht es mir ganz gut. Die Traurigkeit von früher ist zwar nie ganz weg, aber sie dominiert mein Leben nicht mehr.

Fotografieren bedeutet heute für mich, das Wunderbare um mich herum festzuhalten, aus meiner Sicht aufzunehmen, mitzugestalten, und mich darüber zu freuen. Es gelingt mir nicht immer und ich weiß, dass meine Versuche heute vielleicht für manch aussenstehenden Betrachter stümperhaft aussehen mögen.

Doch langsam aber sicher entferne ich mich davon, andere Menschen von meinen “guten Fotos” überzeugen zu wollen – diesen Kampf kann man nur verlieren. Es geht mir weniger darum, eine äussere Harmonie herzustellen, die mir fehlt. Vielmehr möchte ich den Ausschnitt der Welt um mich herum zeigen, den – und wie ich ihn – wahrnehme. Mit meinen Landschaftsfotos und in manch alltäglichen Bildern.

Das (und viel mehr) ist Fotografieren für mich.“

Martin Gommel

http://kwerfeldein.de/index.php/2010/05/04/ohne-worte/