geparkt

Gestern ist der Fahrer, der vor 1,5 Jahren in einen Schützenvereinsumzug gefahren ist und dabei 3 Menschen getötet hat und Dutzende schwer verletzt hat, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er geht wieder nach Hause. Jetzt sitze ich hier, bin zum Glück nicht betroffen und überlege, wie die Witwen mit dem Urteil umgehen. Sie gehen vielleicht über die Straße und sehen dort den Menschen, der den eigenen Mann überfahren hat.

Vielleicht hat er nur einen Ausraster gehabt, vielleicht ist einmal eine Sicherung durchgebrannt. Was bei ihm vielleicht nie wieder vor kommt, hinterlässt bei Anderen eine lebenslange Spur. Natürlich ist das Geschehene nicht wieder umkehrbar, man kann es auch nicht wieder gut machen. Es ist wie es ist. Sicherlich hat der Beschuldigte auch eine ziemliche Last zu tragen. Er hat sicherlich auch seine Tat bewertet, hat seinen Führerschein abgegeben, wird nie mehr als Fahrer in ein Auto steigen.

Aber, und das frage ich mich in diesen Situationen: Ist unser Rechtssystem in diesen Fällen wirklich in der Lage „Recht“ zu sprechen? Ich habe keine wirkliche Antwort darauf, aber es bleiben Fragen und ein ungeklärtes Gefühl.