Ei gelegt

Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen Leihmütter bemühen, wenn Homosexuelle Kinder adoptieren. Vieles wird dem Kind, was keine eigenen, körperlichen Eltern hat, gut tun. Sie haben es sicherlich nicht schlecht, vielleicht auch häufig besser als in sogenannten normalen Familien mit Mutter und Vater. Kinder sind flexibel, können sich anpassen. Alles kein Problem.
Womit ich aber ein Problem habe ist, dass Menschen noch im strammen Alter von 63 Jahren meinen ein Kind (Säugling) adoptieren zu müssen, wie unser Herr (Sir) Elton John, das gerade gemacht hat. Wäre er 10, 15 oder gar 20 Jahre jünger, würde ich dazu auch keinen Kommentar abgeben. Es geht mir auch nicht um die Adoption an sich, sondern darum, dass das Kind damit rechnen muss, früh Halbwaise zu werden, da die Lebenszeit unseres brillenliebenden Musikers begrenzt ist. Und hier kommt das eigentliche Problem: Elton John denkt offensichtlich nicht wirklich daran, dass auch sein Leben begrenzt ist. Gut, seine Mutter ist mittlerweile 83 und noch fit, aber davon kann er doch selber nicht ausgehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir ab Mitte 50 ständig über unseren Abgang nachdenken müssen. Worüber wir aber schon nachdenken sollten ist, ob wir und wie wir Langzeitprojekte, wie die Erziehung eines Kindes, regeln wollen, wenn wir vielleicht das Ende des Langzeitprojektes gar nicht mehr selber erleben. Und ob wir damit dem Kind gerecht werden, dass eine Beziehung zu uns aufbaut. Ja, natürlich kann es Jeden früher als erwartet treffen, aber darum geht es hier nicht, denn die Wahrscheinlichkeit des Versterbens ist Jenseits der 60 sicherlich höher als mit 30 oder 40 Jahren.
Müssen wir also alles tun, nur weil wir es können? Ist da nicht zu viel Egoismus im Spiel? Egoismus auf Kosten Anderer, unserer Kinder? Auch wenn Elton eine Dame hat, die die wirkliche Arbeit mit und an dem Kind durchführt, baut das Kind zu ihm eine Beziehung auf.
Na, vielleicht hat er ja Glück und sein Kind geht irgendwann mit ihm neue Brillen kaufen.