Beiträge

Der Frieder und das Catherlieschen

dummheit
kostet
nerven
zeit

manchmal
können
sie nichts
dafür

—————

verdrängte Gedanken
Martin Kreuels (2014)
– Gedichtfotoband mit dem Abriss der Böselburg (Studentenwohnheim in Münster) –

Wir alle haben Gedanken, die wir nicht äußern, nicht äußern dürfen. Würden wir diese zulassen und in die Tat umsetzen, würde die Welt ins Chaos stürzen. Wir würden als unberechenbar eingestuft, eine Gefahr für die Gesellschaft. Aber seien wir ehrlich: Ist nicht jeder ein wenig davon!
Wer hier liest, wird manchmal seinen Spiegel sehen, aber erschrecken muss keiner, solange seine Gedanken Gefangene seines Kopfes bleiben.

Verlag: BOD, ISBN 978-3732295821, Format: 14,8 x 21 cm, Hardcover, 88 Seiten (200g fotobrilliant), Preis (print): 19,90 €, Preis (Kindle): 14,99 €

SPEZIAL: Die Bilder des Buches sind auch als druckfähige Dateien erhältlich. Preis auf Anfrage.

800px_Cover verdrängte Gedanken

Lesung

mein buch
meine geschichte
mein leben
meine privatheit

ausgebreitet
öffentlich
vor anderen
vor allen

kern liegt offen
ungeschützt
den witterungen ausgesetzt
schutzlos

risiko
sadomaso
selbstkasteiung
selbstmord?

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27.03.2012 Moin zusammen

Heute mal ein paar links: Wer eine interessante Idee sehen möchte, sollte mal auf die folgende Seite gehen:

www.monsterwelten.de

Die Seite wurde von meiner Freundin gestaltet und die Idee stammt natürlich auch von ihr. Wer hat eigene Monster?
———–
Ich möchte hier auf eine neue Facebook-Gruppe (17 Jahre wir), nämlich meine, hinweisen. Dort wird es zukünftig Lesungen und andere Hinweise geben. Ein Beitritt kostet natürlich nichts!

Gruß Mat
(Alex hat nen Auswärtstermin)

Stummes Frühstück

früh auf
tisch gedeckt
sie im bad
mein kaffee dampft

zeitung
neuigkeit gelesen
und vergessen

sie kommt rein
setzt sich
trinkt ihren kaffee
wortlos

schaue kurz auf
und esse weiter
wir sind fertig

ich packe meine tasche
gehe zur arbeit
kalter kuss

verlasse das haus
das bett
kaltwarm

wortlosigkeit
nach vielen jahren
ich hoffe das erlebe
ich nicht

20.03.2012 von Mat und Alex an Anja

wir sind
du
wir
alle

wir sind
deine gedanken
meine gedanken
eure gedanken

wir sind
die beiden seiten
einer medaille
yin und yang

wir sind
schwarz und weiß
sonne und nacht
ärger und freude

wir sind
euphorie und frust
wir sind
alles

und nichts

19.03.2012 von Anja an Mat und Alex

Hallo Martin,

ich möchte Dich gerne etwas fragen:

Wie ist eigentlich die Entstehungsgeschichte von diesem Alex in Deinem Blog? Bei dem Typen kann man sich ja den Mund fusselig reden. Mich regt das richtig auf!

Zuerst war es jemand, dem Du Deinen Tagesablauf geschildert hast. Das fand ich eher langweilig, bis auf die eingefügten Links.
Plötzlich hat er sich auch geäußert, da dachte ich, es wäre dieser Filmvorführer in Deinem Kopf, der Dir immer noch Dinge aus Deiner Vergangenheit einreden will.
Nach Eurer Fototour auf die Demo bekam er schließlich rechte Züge und diskutiert nun bis zum Umfallen mit Dir. Du hast wirklich eine Engelsgeduld!

Was ist Dein innerer Antrieb zu diesem Zwiegespräch? Versuchst Du damit, Rechtsradikale besser zu verstehen oder möchtest Du so Deine innere Stimme zum Schweigen bringen, die Dir immer noch sagt, ich bin aggressiv, im Grunde genommen bin ich ein böser Mensch?

Erzähl mal, was da passiert in Dir!

Lieben Gruß
Anja

18.03.2012 von Alex an Mat

aber reflektieren wir nicht?
wir wollen uns
wir wollen gewinnen
wollen den erfolg

wir sind stark
haben die möglichkeiten
die macht
zu entscheiden

wir sind nicht alleine
auch andere nationen
denken wie wir
nur unauffällig

wir wollen nicht verlieren
müssen tatsachen schaffen
um zu überleben
schweiger sterben aus

es geht uns nicht um gewalt
es geht um den vorteil
den erfolg
die weiterentwicklung

ob das geld ist
ob das technik ist
ob das waffen sind
ist unerheblich

der stärkere
der erfolgreichere
egal welches segment
gewinnt

die prinzipien
bleiben gleich
immer

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13.03.2012 von Mat an Alex

aber genau das
ist der unterschied
wir sind teil der natur
können aber reflektieren

wir sind selbstbestimmt
können erkennen
was ist gut
was ist muster

und können entscheiden
das muster verfolgen
es ablehnen
es ändern

um einen neuen
weg zu gehen
um der evolution
eine andere richtung
zu geben

wir wissen nicht
wohin das führt
wo wir hingehen
was aus uns wird

verharren wir aber
in alten mustern
sind wir schaben
spatzen auf dem dach

dann haben wir nichts
gelernt
uns nicht entwickelt
dann ist alles farce

dann ist kunst
theater
ein leeres spiel
ohne ehrliche erkenntnis

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08.03.2012 von Mat an Alex

soll das heißen
minderheiten haben
per se recht
die masse irrt?

die masse irrt
wenn sie daraufhin getrimmt wird
wenn sie geschult wird
wenn einzelne sie führen

ich weiß nicht
wann die masse nicht gerichtet ist
wann sie unbeeinflusst läuft
ich weiß es nicht

minderheiten müssen geschützt werden
keine frage
vielleicht auch mit sonderangeboten
neues kommt durch querköpfe

aber
und das aber ist dick
haben wir die möglichkeit
der reflexion

das abwägen zwischen
vergangenheit und erfahrung
und dem guten in uns
das zögert und überlegt

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05.03.2012 von Alex an Mat

na du würstchen
bekommst du angst?
angst vor dir selber?
vor meiner macht?

um was geht es denn?
es geht um macht
um fortbestand
um raum

raum zur entfaltung
zur durchsetzung von interessen
um den fortbestand
von mir

reden geht nicht
über den kopf streicheln
auch nicht
weicheier

ich will kampf
ich will vernichtung
ich will den sieg
um frei zu sein

sieh dir meine brüder an
sie planen weltweit
angriffe
den ersten schlag

vordergründige diplomatie
kriegsvorbereitung
im hintergrund
planbare gewalt

aber du willst reden
schlichten
frieden schaffen
für was?

für eine zukunft
in harmonie?
lächerlich
krieg ist unsere natur

ich bin deine natur
ich alex
dein ich
dein wahrer kern

04.03.2012 von Mat an Alex

gedanken gehen
durch den kopf
was ist
wenn alex auch in deren köpfen steckt
die die dort demonstrieren

die das böse sind
deren alex übermächtig ist
der deren ich unterdrückt
die aber eigentlich so nicht sind

was ist
wenn wir alex alle haben
bei manchen ist alex schwach
bei manchen ist er stark

ist alex beeinflußbar
ist alex doch eine manipulierbare
größe
steuerbar durch das lazarus projekt

oder liegt alex in der verantwortung
eines jeden einzelnen
müssen wir ihn kontrollieren
durch uns selber

müssen wir mit alex reden
oder ihn bekämpfen
hat im kampf alex nicht schon gewonnen
hat er es provoziert
und wir fallen rein

Traumrealität

was ist wahr?
der traum?
die scheinbare realität?
das wachsein?

wer sagt uns
das ist traum
und findet im gehirn statt
und jetzt bist du wach

was ist
wenn wir im traum wach sind
und tagsüber im traum
wer schafft realität?

und was ist realität?
leben in zwei welten?
weltbummler
wurmloch
innere zerissenheit?

01.03.2012 von Alex an Mat

Du bist vielleicht ein komischer Heiliger. Ständig meinst Du der Welt irgendetwas sagen zu müssen. Dabei hast Du doch gar keine Ahnung von der Welt. Weißt gar nicht wie es draußen aussieht, was alles passieren kann, wie die Menschen wirklich sind. Ich versuche Dir zu helfen, indem ich Dir Filme vorspiele, die Dir den Weg zeigen sollen. Aber Du, Du ignorierst sie, hälst Dir Augen und Ohren zu. Schlimmer noch, Du willst das Kino, was ich Dir gebaut habe, verlassen. Mich verlassen. Ich Dein einziger Freund, der Dir immer hilft, der immer da ist. Ob Tag oder Nacht. Was soll ich nur mit Dir machen, diese Ignoranz quält mich.

Ich werde Dir morgen mal einen neuen Film zeigen.

27.02.2012 von Mat an Alex

normaler beginn
früh los
drucke holen

routineaufgaben
werbung
kontakte

freundin müde
erholt sich
nur langsam

infos einholen
zukunft planen
kinderweg

kinder
vergesslich
wieder mal

künstlertreffen
ausstellung planen
lustiges treffen
mit wirkung

26.02.2012 von Mat an Alex

ausschlafen
frühstück
fotografieren gehen
telefonat
büro
viele besucher
hausputz
abendessen
warmer feierabend
talkshow
doorknocking zwecklos
kinderschutz
kindertod

23.02.2012 von Mat an Alex

routine
büro
shop bearbeitet
bilder einstellen

bilder einstellen
bilder einstellen
bilder einstellen
bilder einstellen

der abend ruhig
missverständnisse
nicht genug geredet
falsche interpretationen

kalter abend

Wartehalle

der zug
abfahrt in einer stunde
bin zu früh
es ist kalt

kiosk
brötchen, kaffee
und koffer
nur zwei hände

stehe im wind
zwischen menschen
paaren
kindern

lärm
zigarettenqualm
pinkelnde hunde
kalte luft

bänke besetzt
die wartehalle leer
uringestank
zigarettenkippen
platte kaugummis
weiß und rosa

trinke den kaffee
esse mein brötchen
und will nur weg

eine oma kommt herein
setzt sich neben mich
beginnt ein gespräch
was ich nicht will

nicke
kurze antworten
setze meine kopfhörer auf
sie redet weiter
der zug kommt
endlich

warmes abteil
jetzt wird alles gut
die tür geht auf
eine familie mit drei kleinen kindern

Sein

wir werden durch
unsere vergangenheit
geprägt gestaltet
angeleitet

wir denken an
die zukunft
machen pläne
haben ziele

und leben im jetzt
atmen hier
essen hier

falsche prioritäten

Kommunikation

reden
meinung sagen
ideen haben
meinung haben

schweigen
mauer aufbauen
verharren
stehen bleiben

veränderung wollen
zulassen
mut haben
mauern einreißen

sümpfe trocknen
neue wege gehen
neue wege bauen

schweigen
leiden für viele
lohn für wenige

sprechen ist
kampf
manchmal krieg
manchmal tod

mut zum eigenen tod
um dinge zu ändern
um frieden zu gewinnen

Nachrede

irgendwann du
du gestorben
lässt mich zurück
mit vier Kindern

alleine entscheiden
alleine erziehen
alleine kontrollieren
wege planen, ebnen
alleine 24 Stunden
jeden tag

wie sagtet ihr alle:
wir sind da
helfen dir
unterstützen dich
kümmern uns
du bist nicht alleine
kannst auf uns zählen
ruf einfach an
jederzeit

und jetzt zwei jahre später
du hast mich gefunden
bist selber schwach, krank
du sagst, ich helfe dir
vertrau mir
und was passiert
du bist da
24 stunden
jeden tag
ohne wenn und aber

und ihr
alle wolltet ihr helfen
und was passiert
oh, heute ist schlecht
morgen wäre kein problem
bin gerade auf dem sprung
schade, tut mir leid
frag doch mal den

oder das geschwätz
messer werden gerammt
von hinten
immer wieder
getuschel
unfähig
der hats nicht im griff
die armen kinder

ausnahmen
ja, die gibts
die helfen
die da sind
die sich halten
an dem
was sie sagten
auch wenn es ungünstig war

aber die realität
ist einsam
wie die musik
die ich immer wieder höre
die geschichten, die ich lese

nur du
du bist da
auch wenn du angefeindet wirst
in der eigenen familie
die sich verhalten
wie angebliche freunde

du bist meine
unsere rettung
warum hast du uns gefunden
warum jetzt
warum hast du dich entschieden
für uns
zur rechten zeit

zufall?
fügung?

Advent

knapper monat jahresende
lichter überall
leuchtende kinderaugen
hektik

zu hause
schmücken
kekse backen
wunschzettel schreiben

draußen
hektik
nieselregel
volle stadt

eile
stress
vorweihnachtsessen
ruhelos

in uns
nervösität
verpflichtungen
wiederkehrende abläufe

eigentlich
nur ein termin
ein fest
für uns

uneigentlich
das bild nach außen
perfektion
gespielte freude

wunsch nach
ruhe
zeit stoppen
in uns gehen

gedanken sortieren
ruhe finden
entspannen
kräfte tanken

winterzeit
ruhezeit
die uhren in der natur
gehen langsam

wir menschen
beschleunigen sie
wider der natur
krankmachender stress

der igel
der bär
die maus
finden ruhe

menschliche intelligenz
natürlich losgelöst
entfremdet von der wurzel
bodenhaftung gekappt

Das Bild wird mit freundlicher Genehmigung von Annett Serafin veröffentlicht.

Pause

arbeitsunterbrechung
erholung
zeit zum ordnen
gedankenzeit

unsere arbeit parallel
wir schreiben auf papier
gleichzeitig arbeitet der computer
im regal was einordnen

pause
nicht möglich
arbeitsschritte enden nicht
verwoben

eine aufgabe endet
eine andere nicht
entstehende lücke
wird gefüllt

effektivität
multitasking
erhöhung der leistung
steigerung der produktivität

gedankenspiel
aufgaben nacheinander
der reihe nach

arbeit wird langsamer
effektivität sinkt scheinbar
gedanken bei einer aufgabe
arbeitsschritte enden

pause möglich
fehler werden minimiert
menschen atmen durch
zufriedenheit steigt

weil aufgaben enden

Veränderung

wege
alltag
benutzte pfade
unreflektiert

man geht
obwohl man inne halten müsste
obwohl der weg ungesund ist
obwohl veränderungen anstehen sollten

situationen zwingen einen manchmal
geben den weg vor
leiten in einbahnstraßen
das schild zur umkehr fehlt

dann ein ereignis
ein mensch
er spiegelt
veränderungen kommen ins rollen

unsicherheit entsteht
wege werden zu treibsand
man glaubt zu schwimmen
zu versinken

doch der andere verändert sich auch
der spiegel vom spiegel
man erkennt
wege in der vergangenheit

der körper rebelliert
erzählt von vergangenen wegen
von lasten
vom funktionieren

er ist müde
braucht ruhe
will schlaf
und doch stehen veränderungen an

die hand
die einen berührt
hält
gibt halt

führt den weg um den treibsand herum
ist warm
hört zu
und lächelt

gehetzter Schmetterling

zwei menschen treffen sich
finden zueinander
verlieben sich ineinander
aufwühlende zeiten

neue zeiten
die welt ist unwichtig
die beiden sind das zentrum
planung, struktur
fehlanzeige

erste pläne werden geschmiedet
interessen sind gleich
ziele sind ähnlich
werden ausgerichtet

man erkennt das potential
das tempo nimmt zu
arbeiten, ideen folgen
termine kommen hinzu

vergessen werden die leben
die vorgeschichten
die kräfte
was geht, was nicht

verpflichtungen kommen hinzu
freiräume werden weniger
alles richtig
man geht ja zusammen

dennoch
die kräfte sind ungleich
unmut kommt auf
zweifel entstehen

ist alles richtig
ja und nein
die beziehung ändert sich
schmetterlinge fliegen durch den arbeitsplan

die beiden müssen aufpassen
der arbeitsplan, der kalender
erdrücken den schmetterling
er kann nur bedingt atmen

schmetterlingszeiten
planungszeiten
und wieder schmetterlingszeiten
sind wichtig