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Mann sein

angst vor gefühlen
angst vor kontrollverlust
angst vor krankheit
angst vor schwäche

angst vor dem weichen ständer
angst vor der trockenen liebe
angst vor dem eigenen körper
angst vor mir

angst vor ihm
angst vor ihr
ihrer stärke
ihrer macht

angst schwächer zu sein
nicht zu reichen
vor meinen tränen
vor meinen fehlern

wir sterben eher

———————————————–

Woran denkst Du (Mann), wenn Du an Deine Trauer denkst?
Für ein Fotoprojekt suche ich Männer, die keine Angst haben, ihre Trauer bildlich darzustellen. Gerne kannst Du mir auch anonym Dein Bild schicken! Oder schreib mir, wenn Du Kontakt aufnehmen möchtests: kreuels@aradet.de
Westfälische Nachrichten 27.3.13
Film von Center TV 4.4.13
Gute Trauer

Das letzte Foto! Bitte Ausdrucken, Runterladen, Verteilen!

Aktuelle Ausstellung in meiner kleinen Galerie im Kloster

Meine Bücher und Lesungstermine findet Ihr unter der Rubrik <Lesungen>

http://www.fotografie-kreuels.de/2013/08/mann-sein/

7 Todsünden – Der Neid

zu erreichen
was sie hat
was er will
nicht erreicht

der zorn
der wächst
nicht befriedigt wird
sein unvermögen

es reicht nicht
niemals
nimmer
endlos

er sucht wege
den neid
zu töten
in sich

erfolglos
sie steht
vor ihm lächelt
zeigt ihren erfolg

er bleibt stehen
bleibt zurück
immer wieder
sie geht vor

———————————————–
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Beide Bücher sind auch bei Amazon erhältlich!

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http://www.fotografie-kreuels.de/2012/12/7-todsunden-der-neid/

Mann und Frau

Klara sagt: „Was willst Du mit diesen Kartons machen?“
Tom sagt: „Das muss ich erstmal mit Klaus besprechen.“

Sie interpretiert: „Er will es nicht mit mir besprechen, er übergeht mich, er schätzt meine Meinung nicht, er liebt mich nicht. Klaus scheint wichtiger zu sein, als ich.“

Sie stellt ihn zu Rede. Er versteht es nicht. Sie ist verletzt.

Er hat nicht gesagt: „Das will ich mit Dir nicht besprechen.“
Er hat nicht gesagt: „Du bist mir nicht wichtig, also bespreche ich das lieber mit Klaus.“
Er hat nicht gesagt: „Ich schätze Deine Meinung nicht.“
Er hat nicht gesagt: „Ich liebe Dich nicht.“

Er hat gedacht: „So ein blödes Problem, damit muss ich sie nicht belasten, wo sie doch genug mit anderen Dingen zu tun hat.“
Er hat emotionslos gedacht: „Wie löse ich das Problem mit den Kartons.“

Er hätte Ihre Meinung in das Gespräch mit Klaus eingebracht, wenn sie es ihm vorher gesagt hätte!

Minderheit

Ich bin ein neugieriger Mensch und vielleicht kommt ja doch ein wenig der Wissenschaftler bei mir raus. Na, vielleicht wollte ich auch nur wissen, warum ich keine Bücher gefunden habe, die von verwitweten Männern mit Kindern handeln. Also, wo schaut man nach…beim Statistischen Bundesamt, richtig. Aber auch da gab es keine konkrete Zahl, also Anfrage stellen und abwarten.
Nette Leute dort, denn die haben sich gleich gemeldet und geschrieben, dass meine Frage verschiedene Fachbereiche beträfe, die sich jetzt zusammensetzen, Statistiken zusammenfassen und das dann berechnen müssten. Es würde also ein paar Tage dauern und ich solle mich in Geduld üben.
Gut, warte ich…aber nur zwei Tage, da kam schon die Antwort. Ich bin eine MINDERHEIT! Schluck…

Wir haben fast 82.000.000 Menschen in unserem Land, davon sind ca. 5.900.000 Menschen verwitwet. Übrigens gibt es 6.500.000 geschiedene Menschen, aber das war ja nicht meine Frage. Nun denn, unter den 5.900.000 verwitweten Menschen sind 19.000 Männer dabei, die Kinder unter 18 Jahre haben. Das sind, wenn ich richtig gerechnet habe, gerade mal 0,32%. Ich bin also eine Minderheit.

Was mir übrigens das Bundesamt nicht sagen konnte war: Wieviele haben davon ein Buch geschrieben?!

Schönen Tag noch
Mat

Grau

ich sehe schwarz
ich sehe weiß
ich will klare entscheidungen
ich will klare vorgaben
unverrückbar
kalkulierbar
eindeutig

du sagst mir
schwarz gibt es selten
weiß gibt es selten
wirkliche klarheit gibt es selten

grau überwiegt
grau hat schattierungen
grau sind kompromisse
grau ist das leben

ich frage mich
wieviel grau hält man aus
wieviel grau kann man ertragen

oder ist grau vielleicht die lösung?
für das übergeordnete ziel
für das große ganze
für das leben
für die liebe

es gibt tausend arten von grau
tausend und mehr
grau sind nuancen
grau ist schmerz
grau ist freude

tue ich mich schwer mit grau
weil ich unsicher bin?
aber wie klar muss das eigene leben sein
um grau ertragen zu können?

oder ist auch das ein flexibler bereich?
ist die entscheidung auch grau?
und wie wird sie beeinflusst?
ist sie situationsabhängig?

aber wird dann nicht alles unscharf?
gibt es keine sicherheit mehr?
macht grau dann nicht krank?

die entscheidung wieviel grau man zulässt
muss jeder für sich entscheiden
ich muss abwägen
muss mich beobachten

für jedes grau gibt es ein ja oder nein
eine null oder eins
ein schwarz oder weiß

jedes grau ist für sich klar
unverrückbar
kalkulierbar
eindeutig

grau ist das leben
die liebe
ist die gaußsche verteilung
zwischen schwarz und weiß

Freundlichkeit

mürrisches gesicht
nuschelnder ton
nach unten gesenkter kopf
kurze gehackte antworten

der kontakt ist schwer
ein gespräch kaum möglich
ein ungutes gefühl liegt in der luft
harmonie ist nicht zu erkennen

themen können nicht besprochen werden
organisieren fällt schwer
ziele werden nicht erreicht
stillstand wie rost

plötzlich ein ruck
der körper erhält spannung
der kopf wird gehoben
die augen gehen auf

schauen mich an
direkt in meine
der ton wird wärmer
heller
klarer

die worte werden freundlich
sprechen mich an
erreichen mich
auch bei mir ein ruck
rost blättert ab

ein gespräch beginnt

Lassen

seinlassen
dalassen
loslassen
in ruhe lassen
sein lassen

andere beeinflussen
reinreden
unangebrachte kritik äußern
urteile fällen

wir meinen es besser zu wissen
wollen andere daran teilhaben lassen
meinen gutmenschen zu sein
und belasten andere nur

warum wissen wir alles besser
warum meinen wir immer richtig zu liegen
warum laufen alle anderen falsch
wieso wissen sie es nicht besser

wir sind egoistisch
unreflektiert
ohne zurückhaltung

dabei ist wertschätzung
die annahme des anderen
ihn so zu lassen
wie er ist
das sein lassen

Schuldig

es lief was schief
vorwürfe gehen hin
vorwürfe gehen her
streit entsteht

versöhnung ist fern
gerade nicht erwünscht
der streit dominiert
will verletzen

einsicht?
was für eine einsicht?
der gegenüber ist schuld
klar, sieht man doch
wie kann man anderer meinung sein

zeit vergeht
aus minuten werden stunden
werden tage
wochen
monate
jahre

abstand entsteht
neue gedanken kommen hinzu
beleuchten dinge anders
beleuchten neu

man reift
reflektiert sich besser
menschen sprechen mit einem
pflanzen neue ideen
neue gedanken

der kopf beginnt zu arbeiten
das gefühl hat sich gewandelt
die erkenntnis keimt
der fehler liegt emotionslos vor einem

schuld war nicht der andere
schuld war man selber
ich war der auslöser

die erkenntnis wiegt schwer
die erkenntnis befreit
ein neuer anlauf ist möglich
es ist nie zu spät

Mir juckt…

…das Fell
die Ideen tanzen auf mir rum
mein Kopf explodiert
die Eindrücke überschwemmen mich
der Körper gleicht einem Stromkabel

Die Ruhe ist weg
von Entspannung entfernt
Anspannung ist es nicht
schlafen kann ich nicht

Ich sitze
und stehe lieber
ich liege
und möchte aufstehen

Ich will arbeiten
und kann mich nicht konzentrieren
ich stelle mir Aufgaben
und bin an der Lösung nicht interessiert

Ich mache Pläne
und warte auf Überraschungen
ich gehe, laufe, renne

Ich gehe Verpflichtungen nach
und schicke mein zweites ich
meine Prioritäten sind sekundär
mein Leben verlässt den Pfad

Meine Augen suchen unruhig
scannen alles ab
und doch sind die Bilder im Kopf
liegen hinter den Augen

Und dann steht Sie vor mir

Krank

Du wirst immer stiller
Deine gerade Haltung verschwindet
Dein Selbstbewußtsein ist weg
Du sinkst in Dich zusammen

Dir ist heiß
Dir ist kalt
Deine Augen schauen müde
Du fühlst Dich schwach
Deine Kräfte sind weg

Ich stehe Dir gegenüber
Ich versuche Dich zu stützen
Dich zu halten

Ich kümmere mich
versuche Dich zu verwöhnen
versuche Dir alles abzunehmen
und kann doch nichts tun

Und Du
Du bist mir ausgeliefert
musst Dich mir schwach geben
bist nicht die Starke,
die Du gerne sein würdest
brauchst Hilfe

Kranksein ist Herausforderung
Kranksein ist Lernen
Kranksein ist Schwäche und Stärke zugleich
Kranksein ist hüllenlos
Kranksein hat keinen Schutzschirm

Kill Team

Ich bin sicherlich kein Befürworter für irgendeine Art der Kriegsführung. Generell halte ich sie für überflüssig. Das gilt für beide Seiten. Wenn Menschen sich vernünftig verhalten, gibts keinen Grund für Gewalt. Andererseits gibts auch schon Gewalt zwischen Kindern und Gewalt scheint zum Menschen dazu zugehören, wenn wir uns die Geschichte ansehen. Auch unsere nächsten biologischen Verwandten sind nicht alle im Kloster groß geworden. Wobei wir, glaube ich, das Thema Kirche hier mal ganz schnell außen vor lassen! Sonst holt mich noch die Inquisition.
Jetzt wird in den Medien gerade das Kill Team aus Afghanistan thematisiert. Eine Art Exzess der Gewalt, indem Zivilisten einfach ermordert werden.

Mmh, aber wundert uns das wirklich? Da werden häufig junge Soldaten in einen Einsatz geschickt, in dem sie jede Minute damit rechnen müssen, dass neben ihnen eine Bombe hoch geht. Sie über Wochen oder sogar Monate unter dauerhaftem Stress stehen, den sie kaum abbauen können. Es reicht nämlich nicht, dass man als Soldat nach Dienstschluss in die Muckibude geht, um dort sein aufgestautes Adrenalin an Hanteln abbaut. Die meisten dieser jungen Männer und Frauen sind in der Phase, wo sie eigentlich, biologisch betrachtet, eine Familie gründen sollten, stattdessen wissen sie nicht, ob die hübsche Frau mit den bernsteinfarbenen Augen und dem langen schwarzen Haaren, die ihnen auf einer Straße im Einsatzgebiet entgegenkommt und die so nett lächelt, nicht vielleicht doch einen Sprengstoffgürtel an ihren einladenen Hüften trägt.
Ein Grundbedürfnis des Menschen nach Vertrauen wird hierbei vollständig untergraben, da ich den Gegenüber nicht einschätzen kann. Generell muss ich nämlich davon ausgehen, dass ich über die Straße gehen kann, ohne das mir einer die Vorderzähne raushaut. Sonst kann ich ja nicht mal bis zur Post gehen, um meine Brief in den Briefkasten zu werfen.

Was folgert nun daraus: Wer sich über das Kill Team aufregt, sollte grundsätzlich beide Seiten betrachten, denn es sind beide Seiten an einem Exzess schuld und beide Seiten sind auch Opfer oder halten sich zumindestens dafür. Ja, und natürlich habe ich auch keine Lösung dafür, wenn es so Machthaber wie Gaddafi gibt, die als Einzelperson es schaffen ein ganzes Volk in den Abgrund zu stoßen. Es gibt sicherlich auch keine Werte innerhalb des Krieges, wie beispielsweise Schießen ist erlaubt, aber nicht den Gegner anspucken oder treten. Auch das funktioniert nur eingeschränkt. Vielmehr sollten wir wieder an uns selber arbeiten und versuchen Menschen mit humanen Werten auszubilden und das beginnt schon in der Erziehung. Wenn ich meinen Kindern den rumbrüllenden, schlagenden Vater vorlebe, kann ich nicht erwarten, dass sie in ihrem Erwachsenenleben, die Lämmer sind.
Es ist nicht das Kill Team was uns aufregt. Es sind wir selber!

Lumo 2

Gesehen auf einer Ausstellung. Hintergrund und Person passen ganz gut in ihrer Aussage zueinander, wobei sie in diesem Fall nicht aufeinander bezogen waren. Also ein pures Zufallsprodukt.

Ein neuer Artikel über meinen aktuellen Vortrag:
Verdener Nachrichten 02.03.2011

Überheblichkeit

Zur Zeit wird viel über unseren Verteidigungsminister diskutiert. Ob er einen guten Job macht, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir politische Kompetenz. Er kommt zumindest relativ smart rüber. Ich fand gestern allerdings einen Ausspruch eines Rechtswissenschaftlers interessant, den ich hier sinngemäß widergebe: „Vor ein paar Jahren wurde einer Angestellten gekündigt, weil sie ein nicht mehr verwendetes Teilchen, welches in den Müll gewandert wäre, gegessen hatte.“
Hier hat ein Mensch offensichtlich getäuscht und wird nur aufgrund seines Amtes weiterhin gehalten. Was unterscheidet den Minister von der Angestellten? Und ab wann verzeiht man, verzeihen wir, Fehltritte? Hätte die Angestellte ihren Job behalten, wenn sie eine Extrarunde geputzt hätte, nur weil sie dann einen guten Job gemacht hätte?

Und was ist das für ein Bild für und über Wissenschaftler? Mit der universitären Ausbildung, die ich bekommen habe, ist der Faktor Ehre in der Wissenschaft ein traditionelles System, was als Leitfaden für gute Arbeit steht. Wissenschaftler, die offensichtlich betrügen oder Ergebnisse fälschen, gibt es immer wieder. Leider! Sie werden aber, wenn sie auffliegen, rigoros aus dem wissenschaftlichen System entfernt. Und es gibt noch einen Punkt, den wir nicht vergessen dürfen:

Ein Mensch, der in der Öffentlichkeit steht und im öffentlichen Raum handelt, wird auch von der Öffentlichkeit geprüft. Soll heißen, dass in unserer Zeit Fehler irgendwann auffliegen, weil alles digital vorhanden ist. Irgendjemand fängt immer an, irgendetwas zu prüfen. Sei es, dass die Demonstranten bei Stuttgart21 Handybilder der Vorgehensweise der Polizei ins Netz stellen oder Textteile einer Doktorarbeit ganz einfach und digital mal eben mit anderen öffentlich zugänglichen Textteilen abgeglichen werden. Daraus folgert: Wie kann man als öffentliche Person so überheblich sein anzunehmen, dass Handlungen nicht irgendwann auffliegen?

Ist es das wert?

Heute stand ein langer Artikel darüber in der Zeitung, dass Kohl keine wirkliche Beziehung zu seinem Sohn hat. Nun ja, muss uns eigentlich nicht interessieren, ist ja deren Privatsache. Allerdings fällt auf, dass Menschen in Führungspositionen, häufig direkte zwischenmenschliche Defizite aufweisen. Daraus ergibt sich die Frage: Sind andere Dinge über die zwischenmenschlichen Beziehungen zu stellen? Oder anders gefragt: Kämen wir, jetzt mal unabhängig von der politischen Richtung, als Gesellschaft nicht weiter, wenn man sich auf solche Marginalien (!) wie Beziehungen, konzentrieren würde? Oder noch anders gefragt: Liegts vielleicht an den Menschen um die Führungspersonen?

Ein Artikel vom Wochenende zu unserem neuen Trauercafe.

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Spuren

Auf einem Plakat habe ich mal Folgendes gelesen: „Wer in die Fußstapfen des Vordermannes tritt, hinterlässt keine eigenen Spuren? Eine ehemalige Freundin sagte, dass sie dies für egoistisch halte und man nur so denken würde, wenn man sich für übertrieben wichtig hielte. Was ist richtig?
Aus meiner Sicht können wir uns nur weiter entwickeln, wenn wir eigene Spuren hinterlassen. Ob der Weg nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Aber nur durch Neues entsteht Neues.
Was meint Ihr? Allen ein schönes Wochenende.

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Ei gelegt

Ich habe nichts dagegen, wenn Menschen Leihmütter bemühen, wenn Homosexuelle Kinder adoptieren. Vieles wird dem Kind, was keine eigenen, körperlichen Eltern hat, gut tun. Sie haben es sicherlich nicht schlecht, vielleicht auch häufig besser als in sogenannten normalen Familien mit Mutter und Vater. Kinder sind flexibel, können sich anpassen. Alles kein Problem.
Womit ich aber ein Problem habe ist, dass Menschen noch im strammen Alter von 63 Jahren meinen ein Kind (Säugling) adoptieren zu müssen, wie unser Herr (Sir) Elton John, das gerade gemacht hat. Wäre er 10, 15 oder gar 20 Jahre jünger, würde ich dazu auch keinen Kommentar abgeben. Es geht mir auch nicht um die Adoption an sich, sondern darum, dass das Kind damit rechnen muss, früh Halbwaise zu werden, da die Lebenszeit unseres brillenliebenden Musikers begrenzt ist. Und hier kommt das eigentliche Problem: Elton John denkt offensichtlich nicht wirklich daran, dass auch sein Leben begrenzt ist. Gut, seine Mutter ist mittlerweile 83 und noch fit, aber davon kann er doch selber nicht ausgehen. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir ab Mitte 50 ständig über unseren Abgang nachdenken müssen. Worüber wir aber schon nachdenken sollten ist, ob wir und wie wir Langzeitprojekte, wie die Erziehung eines Kindes, regeln wollen, wenn wir vielleicht das Ende des Langzeitprojektes gar nicht mehr selber erleben. Und ob wir damit dem Kind gerecht werden, dass eine Beziehung zu uns aufbaut. Ja, natürlich kann es Jeden früher als erwartet treffen, aber darum geht es hier nicht, denn die Wahrscheinlichkeit des Versterbens ist Jenseits der 60 sicherlich höher als mit 30 oder 40 Jahren.
Müssen wir also alles tun, nur weil wir es können? Ist da nicht zu viel Egoismus im Spiel? Egoismus auf Kosten Anderer, unserer Kinder? Auch wenn Elton eine Dame hat, die die wirkliche Arbeit mit und an dem Kind durchführt, baut das Kind zu ihm eine Beziehung auf.
Na, vielleicht hat er ja Glück und sein Kind geht irgendwann mit ihm neue Brillen kaufen.

Sucht

Neben der Naturfotografie gibt es bei mir manchmal auch den Bereich Menschen. Menschen als Portrait, als Thema, als Geschichte. Heute ein Bild, aufgenommen an einem Sonntagmorgen im Hafen von Münster. Die Kneipen hatten geschlossen! Der Mann hatte nach nicht ausgetrunkenen Flaschen gesucht.

Geborgen…

…in einer Blüte. Die Staubblätter stehen dort, als ob sie von den Blütenblättern geschützt werden. Vielleicht tun sie das auch. Und auch wenn heute viele unserer Zeitgenossen mit breiter Brust und lauten Worten durch die Welt marschieren, brauchen auch diese hin und wieder einen Ort, an dem sie sich zurückziehen können.

unglaublich

Es gibt Tage, da könnte man laut los schreien, ob der Zeitgenossen. Die Ethikkommission der Ärzte hat Palliativmediziner untersucht und dabei festgestellt, dass bei ihrem Einsatz für sterbenskranke Menschen, diese unrettbaren Menschen eher sterben („Früherer Tod durch Ärzte“ abgedruckt in der münsterschen Zeitung am 7.9.10). Mich würde mal interessieren, wie lange diese Menschen denn ohne diese Ärzte hätten leben können oder vielleicht sollen?
Um dies einmal klar zu stellen: Palliativmediziner sind sicherlich keine Menschen, die den Tod herbeiführen im Sinne der Sterbehilfe, sondern sie sind dafür da, die Menschen, deren Leben zu Ende geht, von Schmerzen zu befreien und ihnen einen möglichst angenehmen Übergang zu schaffen. Zumindest habe ich dies so bei meiner Frau erfahren, als die Palliativmedizinerin uns half. Und letztlich geht es doch nicht darum, Leben herauszuzögern! Wir kommen irgendwann an einen Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Ob uns das nun gefällt oder nicht. Ich für meinen Teil kann dann, wenn es sinnvoll ist, gerne auf Tage oder vielleicht Wochen verzichten, wenn ich dafür nicht leiden muss. Denn genau das ist doch der Punkt: Leben möchten wir, natürlich, aber bitte nicht leiden und genau dafür sind doch Palliativmediziner da. Sie tun dies in unserem Sinne. Wenn man dies nicht möchte, muss man sich ja nicht an sie wenden, oder??

Angst

Heute möchte ich ein sehr emotionales Bild von meinem Künstlerkollegen Rüdiger Schwahn aus unserem Digitalisierungsprojekt zeigen. Ich lasse es bis zum Wochenende hier stehen. Es spricht für sich, denke ich….

A1 bei Nacht

Heute mal Bild aus der Nacht, zugegeben nicht aus dem Sommer, sondern aus dem Winter, weil dann die Nächte dunkler sind.

Sorgen und Angst

Der schwangere Bauch als Projektionsfläche für die Gedanken, die eine Schwangere während der Schwangerschaft plagen können.

Gewalt in der Ehe

Eher symbolisch ist dieses Bild für die „Gewalt in der Ehe“ zu verstehen. Das Messer zeigt in Richtung Schwangerschaftsbauch. Die Spitz steht kurz vor dem schutzlosen Bauch.