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Die Lebenszeit

zeit
zu spielen
zu wachsen
am körper

zeit
sich zu finden
zu reifen
zu bewirken

zeit
zu besinnen
zu erinnern
zu reflektieren

zeit
zu gehen
auszuatmen
zu beschließen
———————————————–

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Westfälische Nachrichten 27.3.13
Film von Center TV 4.4.13
Gute Trauer

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Bis der Tod…

bis der
tod
euch
scheidet

sagt
die
kirche

gibt es
dann doch
kein leben
nach dem

tod?

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22.02.2012 von Mat an Alex

gleicher ablauf
wie immer
freundin schläft noch
kinder aus den haus

büro
zügiges arbeiten möglich
software updaten
tagung vorbereiten

dann zur tagung
aufbauen
nette kontakte
nette menschen

guter workshop
tod und fotografie
gute diskussionen
dann abbauen

schnell freundin abholen
einkaufen
nach Hause
lecker hähnchen

schlafen gehen
warmer gemütlicher abend
totmüde
guter schlaf

Wartehalle

der zug
abfahrt in einer stunde
bin zu früh
es ist kalt

kiosk
brötchen, kaffee
und koffer
nur zwei hände

stehe im wind
zwischen menschen
paaren
kindern

lärm
zigarettenqualm
pinkelnde hunde
kalte luft

bänke besetzt
die wartehalle leer
uringestank
zigarettenkippen
platte kaugummis
weiß und rosa

trinke den kaffee
esse mein brötchen
und will nur weg

eine oma kommt herein
setzt sich neben mich
beginnt ein gespräch
was ich nicht will

nicke
kurze antworten
setze meine kopfhörer auf
sie redet weiter
der zug kommt
endlich

warmes abteil
jetzt wird alles gut
die tür geht auf
eine familie mit drei kleinen kindern

Eisschicht

sonniger tag
klare luft
eisige kälte
nebel vor dem mund

spaziergang
ausgelassenheit
ein kleiner see
vor mir

die eisfläche lockt
unberührt
spagat im kopf
das eis hält?

der erste schritt
kein knirschen
es hält
bestimmt

der nächste schritt
der mut und
die entfernung zum ufer
steigen

schlindern
rutschen
lachen
drehen

seemitte
ein wenig angst
ist dabei
ich bin alleine

ich bleibe stehen
schaue mich um
schaue nach vorne
das eis knirscht

panik
das knirschen
wird lauter
das eis bricht

in zeitlupe
bricht es
ich versinke
das wasser frisst mich

ich schließe die augen
versinke
das eis ist der horizont
ich bin drunter

es ist dunkel
ich öffne die augen
die augen gewöhnen sich
grünblaues licht

meine muskeln
steif
das eiswasser auf der haut
ich schaue nach oben

sehe die öffnung im eis
das ziel
das leben
das überleben

ich kämpfe
gegen atemnot
die berstende lunge
die kälte

ich steige auf
treffe das einbruchsloch
recke den kopf in die luft
atme

versuche mich zu halten
zu strampeln
die eiskante
zu glatt

ich rutsche
fülle die lunge mit luft
mit leben
das wasser ist kalt

der kopf sinkt
um mich herum nur wasser
dunkel grünblau
die muskeln steif

die bewegung unmöglich
die luft verbraucht
ich sinke
schau nach oben

ich atme aus
atme nicht ein
das licht wird schwächer
endlose panik

keine luft
keine kraft
meine sinne schwinden
es wird schwarz

das wasser oben
beruhigt sich
das loch schließt sich
alles wird ruhig

Filmvorführer

das kopfkino
der alptraum am tag
das kopfkino mit dem filmvorführer
immer wieder

der vorführer ist das ego
es will wachsen
will kontrolle
will macht

es ist laut
hat große bilder
sind übermächtig
in farbe

und es nervt
immer wiederholungen
immer der gleiche film
die gleich sequenz

sie prägt sich ein
bleibt haften
gleiche verhaltensmuster
gleiche abläufe

das ego verbreitet angst
kontrolle durch angst
wir lassen uns darauf ein
lassen uns in sicherheit wiegen
scheinbar

wir haben die möglichkeit
zu gehen
den film zu wechseln
den ton zu kappen

wir sind hinter dem ego
können es rausschmeißen
den gedanken töten
ihn herabstufen

können uns befreien
den eigenen film drehen
nicht nur abspielen
die eigene idee

der Schrei

grauen
angst, furcht
die situation entgleitet
chaos durchwirbelt den kopf

der kopf explodiert
die sinne im freien fall
ohne halt
ohne boden

die panik grenzenlos
der atem stockt
verschließt den körper
wie zugeschraubt

die körper vibriert
die energie steigt
bahnt sich ihren weg
muss raus
sammelt sich im zentrum

der körper zum bersten gespannt
der strom sucht eine öffnung
findet die lunge
der hohlraum füllt sich

die lunge will platzen
braucht einen ausweg
die luftröhre ist frei
der strom steigt

wie dünnflüssige lava
die aus der erde bricht
der atem
schießt nach oben

bevor der körper
zerreißt
zerplatzt
bricht der strom in meinen mund

stemmt ihn auseinander
soweit es geht
unkontrolliert
kreischt der strom

hinaus
um sich zu verteilen
verdünnen in der landschaft
um mich zu entlasten

damit ich nicht zerplatze
durch die wucht
um mich zu retten
vor zu viel energie

der lautlose strom
formt die luft zu schall
zu einem glaszerspringenden schrei
ein brüllen

der das entsetzen
greifbar macht
der dem formlosen
eine form gibt

zurück bleibe ich
leer
ausgepumpt
ausgelaugt
kraftlos
ängstlich

während der schrei
weiter treibt
und leiser wird
bis er verstummt
als ob nichts war

Zeit

wir investieren
zeit in absicherung
zeit in finanzen
zeit in gesundheit

wir investieren
zeit in angst
zeit in sorgen
zeit in abgrenzung

wir investieren
zeit in regeln
zeit in verordnungen
zeit in gesetze

dabei wollen wir nur
atmen
frei sein
unsere ideen verwirklichen

leben
ruhe
miteinander
zusammen

das leben eines malers (hain diekel gewidmet)

gesicht, zerfurcht
gezeichnet
die zeit hineingeschrieben
das leben gespiegelt

sein blick leer
die gedanken weit
nicht hier, abwesend
äußerlich nur hülle

innerlich strömt energie
durchfließen
die gedanken dampfen
brüten, gestalten

der tag neigt sich dem ende
der rotwein bringt farbe
lässt die hülle leben
die gedanken werden unwichtig

nacht
angeregter tiefschlaf
träumt
arbeitet unbewußt

der nächste morgen
eine furche mehr im spiegel
die gedanken werden warm
bis sie qualmen

dann der bruch
der rausch
die farbe auf der leinwand
in stunden

dann leer
ausgemalt
kein gedanke
frieden

und irgendwo
eine kleine idee
die sich aus tüchern
ans licht herausarbeitet

ihn anspricht
bis der prozess
von neuem beginnt
ihn auslaugt

Richter

wir sind egoistisch
ichbezogenheit
richten
täglich, pausenlos

nehmen uns das recht
zu beurteilen
zu entscheiden
über andere

frage:
was wäre
wenn wir tatsächlich richter wären?
wie würden wir entscheiden?

jeder mensch
ist geprägt
es gibt immer einen auslöser
für alles

der auslöser
in der vergangenheit
der andere mensch
der spuren hinterlies

wie weit gehen wir zurück
wenn wir auch über die
vergangenheit
richten dürften?

wer hat die erste schuld
die schuld
die alles auslöst
den stein bewegt

und wie setzen wir den weg fort
durchbrechen den weg
gehen neuen wege
beenden die spirale

schaffen
tatsächlich neues
einen neuen weg
einen weg ohne steine

unser körper

leer
nur scheinbar dicht
nur scheinbar undurchdringlich
und doch luft

auf molekularer ebene
nur zwischenraum
99,9% nichts
atem

wir atmen ein
wir atmen aus
sind eins
mit der luft

eigentlich sind wir nichts
nur raum
genau wie die erde
alles geht durch

Wer bin ich? – eine Lebenspentalogie (5/5)

…ist das die antwort…

ein fremder mensch
beobachtet uns
analysiert uns
beweist das gegenteil
leitet unser denken an

einfach so
mit seinem fachwissen
widerlegt mein bild
von mir

jetzt stehe ich hier
reflektiere
sehe mich
sehe mein handeln

suche beweise
um mein bild
um ihr bild von mir
zu widerlegen

jetzt sehe ich
das bild ist irreal
ist eingepflanzt
bestimmte mein handeln

mein halbes leben
nach ihnen gerichtet
gesteuert
ohne es zu erkennen

jetzt muss ich mich
neu erfinden
neu orientieren
mein handeln reflektieren

bin frei
von meinem selbst
vom fremdem selbst
kündige dem filmvorführer
bin leer

meine scheinbare lebensaufgabe ist weg
muss mir neu vertrauen
darf ich sein

kommt jetzt ruhe?
wird aus der pentalogie die hexalogie?
kommt die innere stärke
das selbst?

Wer bin ich? – eine Lebenspentalogie (4/5)

…ich brauche eine neue chance…

auf einmal glück
eine frau tritt zu mir
rettet die familie
bringt ruhe und wird krank

meine chance
jetzt kann ich es beweisen
kann helfen
bin vielleicht nicht schlecht
die krankheit nicht tödlich

ihr zustand bessert sich
ich habe es bewiesen
ich konnte helfen
scheinbar

meine definition von mir
ich bin böse oder schwach
mein schlechter kern
muss immer das gegenteil beweisen

schizophrene situation
beides in einem
nicht erkannt
nicht reflektiert

und jetzt
der beweis, scheinbar
neuausrichtung
einfach weitergehen

das lächeln im gesicht
trugschluss
fader sieg
pyrrhussieg

…ist das die antwort…

Wer bin ich? – eine Lebenspentalogie (3/5)

…eine neue chance kommt….

es muss eine lösung geben
eine weitere chance
vier kinder ohne mutter
ich schaffe es

will die chance nutzen
kindererziehung
schule
haushalt
job
trauerarbeit

ich bin unwichtig
der demütige egomane
stelle meine kraft
scheinbar in den dienst
für andere

und doch
ich will immer mich
mich beweisen
mich rechtfertigen

die seelen bleiben liegen
der kleinste verlässt die familie
war krank
ihm fehlte mein halt

die familie steht vor dem aus
ich funktioniere
die familie nicht
am limit
ohne aussicht

wieder ein negativbeweis
sie hatten recht
werde bestätigt
bleibe stehen

lebenshalbzeit
ohne meinen erfolg
ohne gewinn
mein selbstvertrauen verloren

…ich brauche eine neue chance…

Wer bin ich? – eine Lebenspentalogie (2/5)

…die chance kommt….

meine frau wird krank
der krebs kommt
für mich die chance
mich zu beweisen

sie machen druck
du bist schwach
du bist schuld
du hast sie krank gemacht

ich bin kein versager
ich kann was
kann es schaffen
unbewusste muster

ich helfe
ich pflege
organisiere
mache alles

gewinne ihr vertrauen
soll ihre entscheidung treffen
soll die therapie steuern
verantworten
sie durch den krebs lotsen

sie stirbt
ich habe es nicht geschafft
habe versagt
der negativbeweis

bin ich ein versager?
stimmt das, was sie sagen?
schaffe ich es nicht?
bin ich nichts wert?

das kopfkino
ist laut
beeinflusst die seele
gibt den weg vor
der filmvorführer hat macht

…eine neue chance kommt….

Wer bin ich? – eine Lebenspentalogie (1/5)

die eine sagt
ich bin böse
die anderen sagen
nein, du bist ein weichei

ich will das nicht
muss mich beweisen
will das gegenteil
eine lösung finden

flüchte
von den menschen
will keine diskussion
will keine kritik
darf es nicht

finde das thema
den job
das spezialgebiet
mache meinen titel

arbeite
komme voran
bin gut
meine ich

vergleiche mich
sehe andere
sehe meine unzulänglichkeiten
bleibe durchschnitt
versage vor mir

brauche eine neue chance
es läuft unbewußt
unterbewußtsein
mein zweites ich

…die chance kommt….

Endlich

im leben
ankommen
es wahr nehmen
es begreifen

es gestalten
ausrichten
ziele ansteuern
ideen umsetzen

es begreifen
in seiner endlichkeit
leben ist temporär
leben ist hier

endlichkeit ist leben
die geburt der start
sterben seit der zeugung
dem leben sinn geben

mit der zeugung
geschenkt das leben
und den tod
und die möglichkeiten hier

nicht zufall
nicht fügung
nicht gesteuert
eigenständigkeit

ich bin leben
ich bin hier
denke nach
über anfang und ende

kann nicht sehen
was war davor
was ist danach
sehe nur hier

meine aufgabe
im endlichen leben
ist
endlich zu leben

teilbare Liebe?

leben
mit einer toten frau
mit einer lebenden frau
lieben

wie lieben?
ist leben nur hier?
ist leben auch postmortem?
kopfspagat

tote frau
lieben damals
lieben jetzt?
lieben auch postmortem?

lebende frau
lieben jetzt
lieben auch postmortem?
später noch?

lieben beide
konkurrenz?
geht das?
liebe teilen?

ist liebe endlich?
oder nur irdisch?
oder dauerhaft?
ewig?

ist liebe teilbar?
der gedanke schon verrat?
verrat an wen?
tot oder leben

ist lösung möglich?
gibt es schuld?
gibt es neid?
mißtrauen?

ist lieben unterschiedlich?
gibt es das?
wer leidet?
wem geschieht unrecht?

lösung im jetzt
lieben im jetzt
vergangenheit in der seele
leben im jetzt

vergangenheit und zukunft
beide haben raum
beide sind in der seele
konkurrenzlos

der Blinde

kann ich
einem blinden von der blumenwiese erzählen
einem tauben von einem konzert
einem lahmen von einer wanderung
einem ewigen single von der familie?

ja kann ich
aber er wird es nicht fühlen können
nicht verstehen können
nicht begreifen können

das fühlen geht einher mit der erfahrung
mit dem leben
den höhen und tiefen
mit der trauer und der freude

freude ist nur spürbar
wenn es auch die trauer gibt
fehlt eines der beiden
geht das andere nicht

wir müssen uns entscheiden
der gewinn ist auch der verlust
eine ablehnung
nur mittelfeld

Herbstlaub

das jahr zur hälfte rum
die natur schaltet um
von zeugung auf früchte
reifung ist die aktuelle zeit

nicht nur die pflanzen
legen ihr buntes kleid an
auch wir menschen werden bunt
auch wenn wir graue haare so nicht sehen

unsere erfahrungen machen uns bunt
wir tragen die früchte der erfahrungen in uns
wir reifen
haben die frühlingsphase abgeschlossen

haben stürme überstanden
trockenheit und regen
haben uns durchgesetzt
wurden von anderen in den schatten gestellt

haben uns getroffen
haben uns vermehrt
und neues ausgesäät
das nun wachsen kann

jetzt scheint die sonne warm
wir richten uns danach aus
genießen die ruhe
verlassen die sorgen

wir haben es geschafft
auch wenn kleine macken vorhanden sind
auch wenn da und dort
ein wenig von der rinde abgeblättert ist

wir nehmen uns raus aus dem stress
aus dem gehetzt sein
die furcht unbedingt zeugen zu müssen
die ahnenreihe fortzusetzen

wir haben unsere biologische aufgabe erfüllt
haben unseren platz im leben gefunden
müssen uns nicht vor anderen beweisen
können tun was wir wollen