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nur ein nichtwissender Bürger

ein präsident der den friedensnobelpreis erhält
und menschen hinrichten lässt

ein papst der verhütung verhindert
und krankheiten verbreitet

ein konzern der uns gesundheitsbetreffende informationen vorenthält
um seinen umsatz zu maximieren

ja ich bin nur ein bürger
ja ich habe keinen einblick
in das was dort gemacht wird
erkenne zusammenhänge nicht
erkenne abhängigkeiten nicht
weiß nicht wo der sinn liegt
warum so entschieden wird

ich weiß auch nicht
ob ich mit meiner kritik
vielleicht sogar mehr schaden anrichte
ob der kollateralschaden
akzeptabel ist
um das große ganze zu erreichen

hier ist es wieder
das grau
die kompromisse die stattfinden

in diesem fall bin ich mir aber nicht sicher
ob der kompromiss
nicht schlecht ist
und ob macht
nur für wenige taugt
die damit tatsächlich umgehen können
weil sie unabhängig sind
und auch so entscheiden
und weil bei allem
der mensch im focus steht

Puppe

kindertraum
kinderwunsch
kinderliebe
kindersehnsucht

mitgeschleppt
hinterhergezogen
bettnachbar
seelentröster

bearbeitet
geschlagen
vernachlässigt
weggeworfen

zimmerecke
dachboden
mülleimer
müllkippe

andere wieder gefunden
ein platz gefunden
erhalten
bewahrt

warum werde ich den eindruck nicht los, dass es manchem kind genauso wie der puppe geht?

Welle

alles glatt
silbrig glänzend
still, ohne ton
ohne orientierung

von irgendwo kommt eine lufthauch
irgendwo entstand er
der grund ist unbekannt
unwichtig

kraft wächst
türmt sich auf
formt linien
rollt, läuft los

reißt mit
zermalmt
zerstört
unbremsbar

zum wasserberg gesellt sich der ton
begleitet ihn
untermalt seine kraft
kraft und posaunenchor

dann ein kleines ereignis
die kraft wird instabil
beginnt zu schwanken
bricht, schlägt über, stirbt

und das nur, weil
ein paar sandkörner
sich sanft ansteigend
zusammengelegt haben

das ufer

Schuldig

es lief was schief
vorwürfe gehen hin
vorwürfe gehen her
streit entsteht

versöhnung ist fern
gerade nicht erwünscht
der streit dominiert
will verletzen

einsicht?
was für eine einsicht?
der gegenüber ist schuld
klar, sieht man doch
wie kann man anderer meinung sein

zeit vergeht
aus minuten werden stunden
werden tage
wochen
monate
jahre

abstand entsteht
neue gedanken kommen hinzu
beleuchten dinge anders
beleuchten neu

man reift
reflektiert sich besser
menschen sprechen mit einem
pflanzen neue ideen
neue gedanken

der kopf beginnt zu arbeiten
das gefühl hat sich gewandelt
die erkenntnis keimt
der fehler liegt emotionslos vor einem

schuld war nicht der andere
schuld war man selber
ich war der auslöser

die erkenntnis wiegt schwer
die erkenntnis befreit
ein neuer anlauf ist möglich
es ist nie zu spät

Kill Team

Ich bin sicherlich kein Befürworter für irgendeine Art der Kriegsführung. Generell halte ich sie für überflüssig. Das gilt für beide Seiten. Wenn Menschen sich vernünftig verhalten, gibts keinen Grund für Gewalt. Andererseits gibts auch schon Gewalt zwischen Kindern und Gewalt scheint zum Menschen dazu zugehören, wenn wir uns die Geschichte ansehen. Auch unsere nächsten biologischen Verwandten sind nicht alle im Kloster groß geworden. Wobei wir, glaube ich, das Thema Kirche hier mal ganz schnell außen vor lassen! Sonst holt mich noch die Inquisition.
Jetzt wird in den Medien gerade das Kill Team aus Afghanistan thematisiert. Eine Art Exzess der Gewalt, indem Zivilisten einfach ermordert werden.

Mmh, aber wundert uns das wirklich? Da werden häufig junge Soldaten in einen Einsatz geschickt, in dem sie jede Minute damit rechnen müssen, dass neben ihnen eine Bombe hoch geht. Sie über Wochen oder sogar Monate unter dauerhaftem Stress stehen, den sie kaum abbauen können. Es reicht nämlich nicht, dass man als Soldat nach Dienstschluss in die Muckibude geht, um dort sein aufgestautes Adrenalin an Hanteln abbaut. Die meisten dieser jungen Männer und Frauen sind in der Phase, wo sie eigentlich, biologisch betrachtet, eine Familie gründen sollten, stattdessen wissen sie nicht, ob die hübsche Frau mit den bernsteinfarbenen Augen und dem langen schwarzen Haaren, die ihnen auf einer Straße im Einsatzgebiet entgegenkommt und die so nett lächelt, nicht vielleicht doch einen Sprengstoffgürtel an ihren einladenen Hüften trägt.
Ein Grundbedürfnis des Menschen nach Vertrauen wird hierbei vollständig untergraben, da ich den Gegenüber nicht einschätzen kann. Generell muss ich nämlich davon ausgehen, dass ich über die Straße gehen kann, ohne das mir einer die Vorderzähne raushaut. Sonst kann ich ja nicht mal bis zur Post gehen, um meine Brief in den Briefkasten zu werfen.

Was folgert nun daraus: Wer sich über das Kill Team aufregt, sollte grundsätzlich beide Seiten betrachten, denn es sind beide Seiten an einem Exzess schuld und beide Seiten sind auch Opfer oder halten sich zumindestens dafür. Ja, und natürlich habe ich auch keine Lösung dafür, wenn es so Machthaber wie Gaddafi gibt, die als Einzelperson es schaffen ein ganzes Volk in den Abgrund zu stoßen. Es gibt sicherlich auch keine Werte innerhalb des Krieges, wie beispielsweise Schießen ist erlaubt, aber nicht den Gegner anspucken oder treten. Auch das funktioniert nur eingeschränkt. Vielmehr sollten wir wieder an uns selber arbeiten und versuchen Menschen mit humanen Werten auszubilden und das beginnt schon in der Erziehung. Wenn ich meinen Kindern den rumbrüllenden, schlagenden Vater vorlebe, kann ich nicht erwarten, dass sie in ihrem Erwachsenenleben, die Lämmer sind.
Es ist nicht das Kill Team was uns aufregt. Es sind wir selber!

Fragment

Ein kaputtes Schneckengehäuse mit Eiskristallen. Nur ein Fragment, eigentlich etwas Kaputtes, eine übriggebliebene Kalkstruktur, Natur-Müll, Schrott. Und dennoch fällt es auf, liegt in einem Bereich, der überwiegend braun, teilweise etwas grün ist. Passt durch seine Farbe eigentlich nicht hierhin und ist doch Teil des Ganzen.

weiterdrehen

Ich hoffe, alle sind aus den chaotischen Tagen gut herausgekommen bzw. stecken wahrscheinlich noch hoffnungslos drin. Heute gibts ein paar Neuigkeiten:

Zuerst möchte ich auf einen dichten und interessanten Film auf Youtube hinweisen, der den Tod behandelt. Eine Mönch berichtet darüber. Ist wirklich sehenswert.

Dann wird vielleicht der eine oder andere neben dem Facebook-Button am Ende des Textes einen neuen grünen Button (Flattr) finden. Das ist ein neues System, das ich als kleiner Bilder- und Textblogger jedem ans Herz legen möchten. Der Sinn dahinter ist, dass wir, die wir Texte schreiben, dafür in der Regel nichts bekommen, es sei denn, wir werden beauftragt, was aber nie vorkommt. Mit dem Flattr-Button hat man nun die Möglichkeit einem Blogger anonym Geld zuzuspielen, wenn einem der Text gefällt. Die Höhe des Betrages bestimmt jeder selber, der an diesem System teilnimmt. Um das hier nicht umständlich erklären zu müssen, verweise ich auf den nachfolgenden Link. Ich finde, dass die Idee des sozialen Netzwerkes damit optimal umgesetzt wird, denn nicht nur der Leser gibt damit Geld, sondern auch derjenige hat in das System einzuzahlen, der, wie beispielsweise ich, dieses System nutzen möchte. Geld wird also umgeschichtet!

Und zu guter Letzt, möchte ich hier einen aktuellen Zeitungsartikel VAZ 03.03.2011 von mir vorstellen, der ausnahmsweise mal nicht über eine Ausstellung geht, sondern über meinen aktuellen Vortrag.

Das Bild ist übrigens ein Drahtspanner von einer Kuhweide.

Skelett

Das mein Thema Vergänglichkeit ist, werden wohl die Meisten mittlerweile bemerkt haben. Heute wieder so ein kleines Beispiel. Ich finde, dass, obwohl das Thema häufig mit Trauer besetzt ist, darin auch ganz viel Schönheit liegen kann.

Die Kerze ist erloschen

…ein arrangiertes Bild zum Wochenstart. Schreibt doch mal Eure Geschichten, Gedanken dazu hier auf.

Grenzen überschreiten für eine Konfrontation

Als Fotograf möchte ich Menschen dazu bewegen, sich mit Themen auseinander zu setzen, über die wir nicht viel nachdenken wollen oder sie sogar verdrängen möchten. Bilder können dabei provozieren, können abstossen oder einfach nur bewegen. Die Maus ist sicherlich auch so ein Bild. Heute habe ich dazu einen interessanten Beitrag von Rebecca Sampson gefunden, die Gefühle fotografisch zeigt. Gelungen, wie ich finde.

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toter Baum

Wirklich? Uns erscheint er so, weil er kaputt aussieht, seine Rinde abfällt, die Äste bereits abgebrochen sind und die Blätter damit auch fehlen. Er sieht ein wenig knorrig aus und wir assoziieren damit sofort den Tod. Stimmt aber gar nicht. Für zahlreiche Lebewesen ist er die Grundlage ihres Lebens. Und damit ist unser erster Eindruck wieder ein Trugbild. Zu schnell herausgedacht.
Passiert mir leider auch immer wieder.

Ein Leben

Idee, Erinnerung, Produkt
Zur letzten Ausstellung der Freien Künstler Nienberge (30.-1.11.10) habe ich ein Bild vorgestellt, auf dem schlaglichtartig das Leben meiner Frau zu sehen ist. Das Ganze habe ich versucht mit hochwertigen Materialien umzusetzen. Da das Thema Vergänglichkeit – Verwandlung war, passte es gut in diese Ausstellung und die Kollegen und Kolleginnen waren so freundlich, mir eine komplette Wand zu reservieren, damit das Bild wirken konnte, obwohl viele Bilder und Skulpturen ausgestellt wurden und damit der Platz schon eng war. Viele haben davor gestanden und wurden nachdenklich, so dass ich glaube, das es angesprochen hat. Daraus entwickelte sich die Idee, dies als Produkt anzubieten. Die Idee ist, Bilder selbstgewählter Stationen in einem Bild in einer Zeitachse anzuordnen. Dies möchte ich hier denen anbieten umzusetzen, die überlegen, wie sie ein Leben, beispielsweise für einen Verstorbenen, so darstellen können, dass dies dezent in das Wohnumfeld integriert werden kann.

Verharren

In den letzten Monaten waren mir viele Dinge einfach zu schnell. Wir rennen, rennen und rennen. Der Kopf ist voll, die Dinge werden oberflächlich abgearbeitet. Ich habe mir zwischendurch Notizen gemacht, eine Kiste mit Zetteln gefüllt, damit ich Manches einfach nicht vergesse. Nein, keine Demenz, sondern die Angst es im Kopf zu verlieren, weil zu viel da ist.
In den vergangenen drei Tagen habe ich es rausgeschrieben aus meinem Kopf, habe ein neues Buch geschrieben. Der Kopf ist dadurch leerer geworden, er kann neue Dinge aufnehmen, kann weiterdenken, kann nach vorne denken, was bisher durch wochen- und monatelanges Hin- und Herwendens, nicht möglich war. Er war verstopft. Jetzt ist es raus, der Druck im Kopf ist weg, ist ausgedruckt und steht auf 70 Seiten Papier. Es sind nur schwarze Buchstaben auf Papier, aber es bekommt sofort einen Wert, es ist mir wichtig, dass was ich mir aufgeschrieben habe. Jetzt muss es ruhen, ich muss mich zügeln, es jetzt schon abschließen zu wollen. In ein paar Wochen werde ich es wieder lesen, in die Hand nehmen und überarbeiten.

Heute geht alles zu schnell: Wie schreibt es Herrad Schenk: Früher war die Arbeit in den Wintermonaten durch die Dunkelheit begrenzt. Die Menschen wurden zur Pause, zum Ausruhen gezwungen. Genauso wie die Tiere und Pflanzen in der Natur jetzt Pause machen, neue Kraft für das nächste Jahr sammeln. Heute wird in einem durchgearbeitet. Licht ist immer und in gleicher Stärke vorhanden, es gibt keine erzwungene Ruhe mehr. Wir verschleißen uns.

Der Affe auf dem Bild hats kapiert. Einfach mal sitzen bleiben und Pause machen.

Botanischer Garten

Ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Aufgenommen Ende Oktober über Münster, der Botanische Garten der Universität. Die letzte gemeinsame Aktion mit meiner Frau, ein Ballonflug, den sie mir zur Promotion 1999 geschenkt hatte.

scheinbarer Kurvenflug

Häufig erscheinen Dinge anders als sie in der Realität sind. Dieser Falter scheint mit Schwung in die Kurve reinzufliegen. Er ist voller Dynamik und Kraft und vielleicht optimistisch am Kameraobjektiv vorbei zu kommen. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. Denn was man nicht sieht ist, dass er auf einem Spinnennetz gelandet ist. Er klebt fest, kann nicht abheben und ist zum Sterben verurteilt.
Viele Dinge erscheinen anders, als sie wirklich sind.

In meiner Trauer

Es ist endlich geschafft, unser Buch ist erschienen!

Rückseite Klappentext: Mit diesem Buch wollen wir unsere Trauer und unsere Auseinandersetzung mit dem Tod sowohl in verbaler wie auch in symbolischer Form darstellen und all denen zur Verfügung stellen, die in ihrer Trauer nicht alleine sein wollen und sie genauso wichtig nehmen, wie wir es tun.

Lyrik: Katharina Roder & Dr. Martin Kreuels
Fotografien: Dr. Martin Kreuels
Gestaltung: Ingrid Weide
Verlag: Books on Demand, BOD
ISBN 978-3-8391-8364-9
Paperback, 52 Seiten

Zu bestellen ist das Buch ist für 9,90 € zzgl. 2 € Versandkosten bei mir:
Dr. Martin Kreuels
Alexander-Hammer-Weg 9
48161 Münster
Tel.: 02533-933545
Mobil: 0171-5075943
mail: kreuels@aradet.de

Wer mal in das Buch hineinsehen möchte, kann dies bei Amazon tun.