Sex, Gewalt und das eigene Ego – und unsere Art der Kommunikation

In diesen Tagen hören wir pausenlos von sexuellen Übergriffen männlicher Zeitgenossen gegenüber Frauen. Fing es mit Harvey Weinstein an, folgten ihm Kevin Spacey und heute ist es Dustin Hoffmann. Die Kampagne #metoo ist ein großer Erfolg für die Frauen und vor allem für die Frauen denen Unrecht angetan wurde. Und ja, es ist richtig dieses Thema aufzugreifen und Missstände zu kritisieren, um Änderungen herbeizuführen. „Macht“ ist für viele Egos nicht gut, denn Macht haben bedeutet, dass es Menschen gibt, die weniger Macht haben und die kann man schon mal schneller ausnutzen. Das eigene Ego im Griff zu behalten ist nicht einfach.

Ich bin nicht damit einverstanden, dass sich langsam ein Bild aufbaut, welches den Mann fast grundsätzlich an den Pranger stellt. Wir Männer sind Schweine (?) und stehts darauf aus, die Weibchen hinter uns herzuziehen (?), um sie in der nächsten Höhle zu vergewaltigen? Mmmmh, ist das so? Sind Männer generell so?

Wenn ich mir die Statistiken und Berichte anschaue, findet auch Gewalt gegenüber dem Mann statt und nicht zu knapp. Ich rate dazu die systematischen Vergewaltigungen von Männern im Ugandakrieg zu lesen, die Studien von Gewalt von Frauen gegenüber Männern im Haushalt, die mittlerweile die 30% Marke geknackt haben, laut Statistiken. Also ein Drittel aller Männer werden im Haushalt von ihren Frauen geschlagen. Der Weiße Ring weißt explizit darauf hin, dass Gewalt gegen Männer immer noch ein Tabuthema ist.

Und jetzt kommt mein Punkt, den ich anmerken möchte: Frauen sind bereit, darüber zu sprechen. Trauergruppen sind voll von Frauen, weil sie sich schneller Hilfe suchen, als wir Männer das im Allgemeinen tun. Männern ist es häufig peinlich, öffentlich zu berichten, dass sie zu Hause von ihrer Frau geschlagen werden. Psychischer Druck von Frauen ausgeübt tut auch weh. Wir Männer haben Angst Weicheier zu sein. Wie stand es unter einem Posting hier bei Facebook, als ein Mann davon berichtete, dass er von seiner Frau geschlagen wurde: „Was bist du denn für ein Mann, dass du deine Frau nicht im Griff hast!“ Hier entsteht doppelter Druck. Einerseits die häusliche Gewalt, andererseits das Schweigen in der Öffentlichkeit.

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