sonniger tag
klare luft
eisige kälte
nebel vor dem mund
spaziergang
ausgelassenheit
ein kleiner see
vor mir
die eisfläche lockt
unberührt
spagat im kopf
das eis hält?
der erste schritt
kein knirschen
es hält
bestimmt
der nächste schritt
der mut und
die entfernung zum ufer
steigen
schlindern
rutschen
lachen
drehen
seemitte
ein wenig angst
ist dabei
ich bin alleine
ich bleibe stehen
schaue mich um
schaue nach vorne
das eis knirscht
panik
das knirschen
wird lauter
das eis bricht
in zeitlupe
bricht es
ich versinke
das wasser frisst mich
ich schließe die augen
versinke
das eis ist der horizont
ich bin drunter
es ist dunkel
ich öffne die augen
die augen gewöhnen sich
grünblaues licht
meine muskeln
steif
das eiswasser auf der haut
ich schaue nach oben
sehe die öffnung im eis
das ziel
das leben
das überleben
ich kämpfe
gegen atemnot
die berstende lunge
die kälte
ich steige auf
treffe das einbruchsloch
recke den kopf in die luft
atme
versuche mich zu halten
zu strampeln
die eiskante
zu glatt
ich rutsche
fülle die lunge mit luft
mit leben
das wasser ist kalt
der kopf sinkt
um mich herum nur wasser
dunkel grünblau
die muskeln steif
die bewegung unmöglich
die luft verbraucht
ich sinke
schau nach oben
ich atme aus
atme nicht ein
das licht wird schwächer
endlose panik
keine luft
keine kraft
meine sinne schwinden
es wird schwarz
das wasser oben
beruhigt sich
das loch schließt sich
alles wird ruhig

2 Comments
Nein, zum Glück nicht, ich versuche mich nur in Situationen reinzuversetzen, um ein Bild davon zu gestalten, um darüber zu schreiben.
Puh Martin, Du schreibst als hättest Du´s schon selber mal erlebt. Mir blieb beim Lesen ja schon fast die Luft weg!