der Schrei

grauen
angst, furcht
die situation entgleitet
chaos durchwirbelt den kopf

der kopf explodiert
die sinne im freien fall
ohne halt
ohne boden

die panik grenzenlos
der atem stockt
verschließt den körper
wie zugeschraubt

die körper vibriert
die energie steigt
bahnt sich ihren weg
muss raus
sammelt sich im zentrum

der körper zum bersten gespannt
der strom sucht eine öffnung
findet die lunge
der hohlraum füllt sich

die lunge will platzen
braucht einen ausweg
die luftröhre ist frei
der strom steigt

wie dünnflüssige lava
die aus der erde bricht
der atem
schießt nach oben

bevor der körper
zerreißt
zerplatzt
bricht der strom in meinen mund

stemmt ihn auseinander
soweit es geht
unkontrolliert
kreischt der strom

hinaus
um sich zu verteilen
verdünnen in der landschaft
um mich zu entlasten

damit ich nicht zerplatze
durch die wucht
um mich zu retten
vor zu viel energie

der lautlose strom
formt die luft zu schall
zu einem glaszerspringenden schrei
ein brüllen

der das entsetzen
greifbar macht
der dem formlosen
eine form gibt

zurück bleibe ich
leer
ausgepumpt
ausgelaugt
kraftlos
ängstlich

während der schrei
weiter treibt
und leiser wird
bis er verstummt
als ob nichts war

5 Kommentare
  1. Ralf
    Ralf says:

    Der Text ist stark. Beim lesen musste ich fast mitschreien. Ich bin von Deine Texten in letzter Zeit sehr beindruckt und nicht immer kann ich überhaupt was dazu schreiben oder antworten…….aber ich bin jeden Tag da und lese und schaue mir Deine wunderbaren Fotos an.

  2. Anja
    Anja says:

    Was stellt die Aufnahme dar? Ich erkenne einen gefrorenen Pilz auf einer Baumrinde. Ist das so? So ungemütlich der Winter sein kann, für Schöngeister zaubert er auch bizarre Schönheiten hervor!

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